Logo - Journal der Monderkundungen - Apollo 11

Überarbeitete Transkription und Kommentare © Eric M. Jones

Übersetzung © Thomas Schwagmeier u. a.

Alle Rechte vorbehalten

Bildnachweise im Bilderverzeichnis

Filmnachweise im Filmverzeichnis

Die MP3-Audiodateien der Kommunikation mit Apollo 11 hat Ken Glover erstellt.

Die ursprünglichen Dateien dafür wurden von John Stoll, leitender ACR-Techniker im Johnson Raumfahrtzentrum der NASA, zur Verfügung gestellt.

Vorbereitung auf die EVA

  1. Audiodatei (, MP3-Format, 29 Mb) Die Aufnahme der Kommunikation mit dem Raumschiff beginnt bei . Mit freundlicher Genehmigung von John Stoll, leitender ACRNASAACRAudio Control Room-Techniker im Johnson Raumfahrtzentrum der NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration.

  2. Armstrong: Houston, Basis Tranquility.

  3. McCandless: Bitte kommen, Basis Tranquility.

  4. Armstrong: Okay. Wir sind etwa auf der Mitte von Seite 28, (Checkliste für die) Oberfläche (Seite) 28.

  5. McCandless: Verstanden, Tranquility. Ist notiert.

  6. Sehr lange Unterbrechung des Funkverkehrs. Gelegentlich kurze, durch unabsichtliches Auslösen des Mikrofonschalters zu hörende Wortfetzen.

    Sie sind dabei, Buzz das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System anzulegen. Das PAONASAPAOPublic Affairs Office informiert die Medien, dass die Astronauten im LMNASALMLunar Module etwa hinter dem Zeitplan zurückliegen.

    Armstrong (Technische Nachbesprechung, ): Zunächst möchte ich (zu den Vorbereitungen auf die EVANASAEVAExtravehicular Activity) sagen, dass wir mehr Zeit dafür gebraucht haben, als bei den Simulationen. Die Ursache dafür ist, dass man bei einer Simulation ein aufgeräumtes Cockpit hat. Man hat nur dabei, was gebraucht wird und sonst nichts. In Wirklichkeit gibt es nachher aber jede Menge Checklisten, Datenblätter, Essenspackungen, Staufächer angefüllt mit allerlei Kram, Ferngläser, Stoppuhren und was sonst noch. Bei allem macht man sich Gedanken darüber, ob es sich für die EVANASAEVAExtravehicular Activity am richtigen Platz befindet oder ob man es doch lieber woanders haben will. Ein Beispiel: Unsere Missionsuhr war ausgefallen und wir haben entschieden, dass wir eine der Armbanduhren besser in der Kabine lassen, falls die andere (die wir mit nach draußen nehmen) beschädigt wird. So hätten wir wenigstens eine funktionierende Uhr als Ersatz, falls die Missionsuhr gar nicht mehr funktionieren würde.

    Beide Astronauten hatten jeweils eine Omega Speedmaster Professional. Neils Uhr ist auf Foto S69-32234 an seinem rechten Unterarm zu sehen. Das Foto wurde während des Trainings aufgenommen.

    Ulli Lotzmann weist darauf hin, dass es im Gegensatz zu Neils Schilderung an Bord keine Ferngläser gab. Sie hatten ein 10 × 40 Monokular, gebaut von der Ernst Leitz GmbH in Deutschland und von der NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration im Raumfahrtzentrum (MSCNASAMSCManned Spacecraft Center), Houston, modifiziert. Das Monokular wurde aus einer Hälfte der im normalen Handel erhältlichen binokularen Version des Fernglases gefertigt. Abweichend zur Liste der verstauten Gegenstände wurde das Monokular vor dem Abkoppeln vom Kommandomodul in die Landefähre gebracht und dort für die Beobachtungen aus der Kabine vor und nach der EVANASAEVAExtravehicular Activity benutzt. Spätere Missionen hatten ein im LMNASALMLunar Module verstautes Monokular. Das bei Apollo 11 verwendete Monokularvon Leitz war somit das erste Teleskop, das auf einem anderen Himmelskörper zum Einsatz kam. Interessant ist auch, dass die Leitz GmbH, anders als Omega und Hasselblad, ihren Beitrag zum Projekt Apollo nicht für Werbezwecke genutzt hat.

    Armstrong (Technische Nachbesprechung, ): Alles dauerte jeweils ein wenig, bzw. musste kurz besprochen werdenwas beim Training der EVANASAEVAExtravehicular Activity-Vorbereitungen auf der Erde nie nötig warund das verursachte hauptsächlich den zusätzlichen Zeitaufwand. Allerdings haben wir auch keinen allzu großen Wert darauf gelegt, den Zeitplan unbedingt einzuhalten. Wir wollten vielmehr jeden Schritt in der richtigen Reihenfolge und absolut fehlerlos ausführen, ohne uns über die Zeit Gedanken zu machen. Daher die große Verzögerung. Ich denke nicht, dass das falsch war. Ich meine eher, für die zukünftigen Planungen tut man gut daran, etwas mehr Zeit dafür einzukalkulieren.

    Aldrin (Technische Nachbesprechung, ): Egal wie oft man die Vorbereitungen für eine EVANASAEVAExtravehicular Activity durchgeht oder wie gut es dem Instrukteur gelingt, alles in eine möglichst logische Reihenfolge zu bringen, in der realen Situation weicht man doch immer etwas vom geplanten Ablauf ab. Das Ganze ist ein sehr komplexer Vorgang. Niemand schreibt eine Checkliste, die nach dem Aufwachen festlegt, in welcher Reihenfolge man seine Sachen anzieht, seine Zähne putzt, sich rasiert und so weiter. Wenn es eine (Morgen-Checkliste) gäbe, würde man sie ebenfalls nicht jeden Tag genau einhalten. Man würde je nach Gefühl immer ein wenig abweichen. Es ist nicht einfach, für solche Vorgänge eine Checkliste zu erstellen.

    Später waren die EVANASAEVAExtravehicular Activity-Checklisten weit weniger detailliert. Teils weil die Besatzungen mehr Zeit für das Training hatten und sich so mit den Abläufen besser vertraut machen konnten. Teils um etwas mehr Flexibilität zuzulassen. Die kritischen Schritte waren natürlich immer enthalten, aber einfachere Schritte, wie Nach rechts umdrehen und das PLSS auf den Rücken nehmen (siehe in der Mitte auf Seite SUR-28), wurden weggelassen.

    Armstrong (Technische Nachbesprechung, ): Damit wollen wir auf keinen Fall sagen, dass die Checkliste für die Vorbereitung der EVANASAEVAExtravehicular Activity nicht gut oder ungeeignet war. Tatsächlich haben wir uns beinahe buchstabengetreu daran gehalten, genauso wie wir es während des Trainings gemacht hatten. Das heißt, das Anlegen der verschiedenen Ausrüstungselemente, wo wir sie jeweils hintaten und die ganzen Überprüfungen haben wir genau nach unserer Checkliste ausgeführt. Und das funktionierte sehr gut. Ich kann daran wirklich nichts aussetzen. Es waren diese anderen Kleinigkeiten, mit denen man nicht gerechnet oder die man nicht genügend durchdacht hatte, die uns mehr Zeit als geplant kosteten.

    Armstrong (Technische Nachbesprechung, ): Am PLSSNASAPLSSPortable Life Support System gab es einen Knopf, der uns neu war. Ich weiß nicht, ob er an den Trainingsgeräten vorhanden war und ob die PLSSsNASAPLSSPortable Life Support System für unseren Flug zu dem Zeitpunkt, als wir sie gesehen haben, einen hatten oder nicht. Aber da gab es einen Knopf, der gedrückt werden sollte, um etwas zu überprüfen. Keiner von uns beiden konnte sagen, welche Funktion er hatte. In dem Moment wussten wir wirklich nicht, wozu er da war.

    Aldrin (Technische Nachbesprechung, ): Dieser Knopf sollte mit dem Daumen gedrückt werden und dann würde irgendwo etwas Druck abgelassen. Ich kann mich nicht erinnern, dass er mir vorher schon einmal aufgefallen war. Der Knopf befand sich auf der Rückseite des PLSSNASAPLSSPortable Life Support System und war etwas erhaben. Ich war besorgt, dass er am Rücken des Anzugs reiben könnte.

    Armstrong (Technische Nachbesprechung, ): Wir dachten eigentlich beide, dass wir die EMUNASAEMUExtravehicular Mobility Unit sehr gut kannten, über die Funktionen und die Bedienung genau Bescheid wussten. Aber das wahr wohl ein Irrtum. Über diesen Knopf wussten wir nichts und wenn er vorher schon dort war, haben wir ihn übersehen. Wir sprachen kurz darüber, was auch etwas Zeit gekostet hat, und haben dann weitergemacht.

  7. McCandless: Basis Tranquility, hier ist Houston. Ende.

  8. Armstrong: Verstanden. Bitte kommen, Houston.

  9. McCandless: Verstanden, Tranquility. Wir sind in ungefähr bei . Falls ihr euren Ereigniszeitmesser starten wollt, können wir euch bei ein Zeichen geben. Ende.

  10. Armstrong: Wilco.

  11. Lange Unterbrechung des Funkverkehrs. Entweder während dieser oder der vorigen Unterbrechung haben Neil und Buzz die elektrische Verbindung zwischen PLSSNASAPLSSPortable Life Support System und RCUNASARCURemote Control Unit installiert.

    Aldrin (Technische Nachbesprechung, ): Mit dieser speziellen Kupplung, der Verbindung von RCUNASARCURemote Control Unit und PLSSNASAPLSSPortable Life Support System, gab es von Anfang an Probleme.

    Armstrong (Technische Nachbesprechung, ): Dabei geht es um eine 50-polige Bendix-Kupplung.

    Aldrin (Technische Nachbesprechung, ): Die drei kleinen Stifte an der Außenseite richtig in ihre Führungen zu bekommen, sodass beim Drehen alles ordentlich einrastet, ist ziemlich knifflig. Wir haben mindestens gebraucht. Das Problem hatten wir nicht bei meiner, sondern beim Zusammenstecken von Neils Kupplung. Ich weiß nicht, was wir bei den vielen erfolglosen Versuchen anders gemacht haben als bei dem einen, der letztendlich geklappt hat. Es sah jedes Mal alles richtig aus.

    Armstrong (Technische Nachbesprechung, ): Nicht, dass wir das Problem nicht kannten. Seit mindestens zwei Jahren, wenn nicht länger, hatten wir Ärger mit dieser Kupplung und es immer wieder reklamiert, aber nie wurde etwas verändert. Man hat dieses Problem jedes Mal auf alte und abgenutzte Trainingsausrüstung geschoben. Als wir dann beim CCFFNASACCFFCrew Compartment Fit and Function die Geräte für unseren Flug sahen, waren sie immer noch genauso kompliziert. Wir nahmen die Erklärung hin, dass es bei vorsichtigem Umgang mit dieser Kupplung möglich sein sollte, beide Teile ordentlich zu verbinden und zu trennen. Im Labor am Kap haben wir es ausprobiert und wir hatten Schwierigkeiten.

    Der CCFFNASACCFFCrew Compartment Fit and Function für die EMUNASAEMUExtravehicular Mobility Unit fand am (Trainingsübersicht) in einem großen Raum am Kap statt. Es war kein Reinraum, niemand musste eine Haube oder Handschuhe tragen, aber es war dort sehr sauber, wie Foto S69-38488 zeigt. Auf Foto S69-38497 sieht man, wie an Neils Oberschenkel eine Tasche befestigt wird. Der Anzug und das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System sind keine Trainingsgeräte, sondern gehören zur Ausrüstung für den Flug. Das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System wird von einer Aufhängung mit Gegengewicht gehalten, obwohl hier offensichtlich ein Kabel aus seiner Führung gerutscht ist. Eine Trainingsversion des Steckers ist auf Bildern, die Ulli Lotzmann in der Garber-Einrichtung der Smithsonian Institution fotografiert hat, von der Seite und als Frontansicht zu sehen.

    Armstrong (Technische Nachbesprechung, ): Dieselben Probleme hatten wir auch auf dem Mond. Wir brauchten wenigstens , um den Stecker anzuschließen. Ich meine das dicke Kabel von der RCUNASARCURemote Control Unit zur Kupplung am PLSSNASAPLSSPortable Life Support System. Aus unserer Sicht stellt dies ein ernsthaftes Problem dar und wir sollten nicht zulassen, dass die erfolgreiche Durchführung einer EVANASAEVAExtravehicular Activity durch diese Kupplung gefährdet wird. Denn genau das steht auf dem Spiel. Auf dem Mond sah es fast so aus, als ob wir es nicht schaffen würden, die Stecker zu verbinden. Hier muss unbedingt nachgebessert werden.

    Aufgrund dieser Erfahrungen bei Apollo 11 wurden bei der Kupplung Verbesserungen vorgenommen. Im Missionsbericht zu Apollo 11 (Apollo 11 Mission Report) steht dazu: Bei den Vorbereitungen auf die EVANASAEVAExtravehicular Activity hatte die Besatzung erhebliche Schwierigkeiten, den Stecker für die elektrische Verbindung der Bedienungseinheit mit dem mobilen Lebenserhaltungssystem anzuschließen. Da der Verschlussring an der Steckerhülse frei beweglich war (siehe Abbildung 16-22), musste das Kabel an der Isolierung gegriffen werden, um die Pole von Stecker und Anschluss richtig aufeinander auszurichten. Für die folgenden Missionen wurde der Stecker ersetzt. Er hat jetzt einen Verschlussring, der nur noch in die positive Richtung beweglich ist, damit nun der Stecker direkt gegriffen und auf die Pole im Anschluss ausgerichtet werden kann. Danach wird der Ring um 90 Grad gedreht, um beide Teile zu verbinden und zu verriegeln. Des Weiteren konnte durch die jetzt konischen Spitzen der Pole, im Gegensatz zu den vorher halbrunden, erreicht werden, dass beide Hälften leichter ineinandergleiten.

    Audiodatei (, MP3-Format, 23 Mb) Die Aufnahme der Kommunikation mit dem Raumschiff beginnt bei . Mit freundlicher Genehmigung von John Stoll, leitender ACRNASAACRAudio Control Room-Techniker im Johnson Raumfahrtzentrum der NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration.

  12. Aldrin: Houston, Tranquility. Wir sind bereit, mit der Überprüfung der Elektrik zu beginnen. Wir stellen S-Band auf FMNASAFMFrequency Modulation. Ende.

  13. Phil Karn schreibt: Die normale Einstellung für das S-Band war PMNASAPMPhase Modulation. Damit wurden der Sprechfunk und die Telemetrie übertragen, sowie Entfernungsmessungen durchgeführt. Es war aber nicht möglich, ein TVNASATVTelevision-Signal zu übertragen. Dafür musste in den FMNASAFMFrequency Modulation-Modus geschaltet werden. In dem Moment waren zwar keine Entfernungsmessungen mehr möglich, auf der Oberfläche konnte man darauf jedoch verzichten. Das Umschalten auf FMNASAFMFrequency Modulation bedeutete außerdem, dass nun auch für die Sprechfunksignale von Eagle die großen 210-Fuß (64 m) Parabolantennen der Bodenstationen in Goldstone und Parkes nötig waren. Bei PMNASAPMPhase Modulation haben die kleineren 85-Fuß (26 m) Antennen dafür ausgereicht. Unnötig zu erwähnen, dass Apollo 11 bei allen Bodenstationen absolute Priorität hatte.

  14. McCandless: Verstanden. Tranquility, hier ist Houston. Stellt um auf FMNASAFMFrequency Modulation. Und wir haben das Zeichen bei verpasst. Sollen wir euch dafür bei eins geben? Ende.

  15. Aldrin: Ich glaube, die Uhr läuft. Gleich haben wir Jetzt.

  16. McCandless: Verstanden. Ist notiert, und ihr seid synchron mit uns.

  17. Lange Unterbrechung des Funkverkehrs. Gelegentlich wird der Schalter für das Mikrofon gedrückt.

    Armstrong: Jemand hat mal gefragt, ob ich meine Armbanduhr als Ersatz für die Missionsuhr während der EVANASAEVAExtravehicular Activity im Landemodul gelassen habe, und ich wusste es nicht mehr. Es wäre aber eine gute Idee gewesen.

    Aldrin: So erinnere ich mich daran: Du hast entschieden, sie deswegen (wegen der Missionsuhr) nicht mit raus zu nehmen.

    Ulli Lotzmann sagt, dass laut Veröffentlichung in einem Prospekt von Omega Neil gegenüber Alan A. Nelson, Historiker bei der NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration, erwähnt hat, seine Uhr im LMNASALMLunar Module gelassen zu haben.

    Sie sind in der Checkliste jetzt oben auf Seite SUR-30. Beide haben jeweils ihr PLSSNASAPLSSPortable Life Support System und die RCUNASARCURemote Control Unit angelegt. Als Nächstes werden sie die Kommunikationsverbindung über die PLSSsNASAPLSSPortable Life Support System etablieren sowie die Funktion der verschiedenen Sensoren, Warnanzeigen und Warntöne überprüfen.

  18. Aldrin: Das hat es. (lange Pause)

  19. Armstrong: Das schnellste VOXNASAVOXVoice Activated Transmission im Westen. (Pause)

  20. VOXNASAVOXVoice Activated Transmission ist das sprachgestuerte Kommunikationssystem. Sie haben es gerade überprüft und Neils Bemerkung ist ein etwas selbstironischer Bezug auf die Revolverhelden im Wilden Westen, wohl wegen seiner schnellen Antwort an Buzz.

  21. Aldrin: (nicht zu verstehen)

  22. Armstrong: Also, wir haben die Antennen noch unten und (nicht zu verstehen) nicht besonders gut (nicht zu verstehen)

  23. Aldrin: (nicht zu verstehen) Wir richten jetzt meine (PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-)Antenne auf. (Pause)

  24. Armstrong: Okay.

  25. Aldrin: Okay, kannst du mich jetzt verstehen?

  26. Armstrong: Okay.

  27. Aldrin: Okay. Ich glaube, so ist es besser. (Pause) Kannst du mich jetzt gut verstehen?

  28. Armstrong: Ja.

  29. Aldrin: Okay. Hört sich ganz gut an. Ich glaube, es hängt mit Lautstärke und Antennenstellung zusammen. Vielleicht war nur die Lautstärke zu hoch eingestellt. Warum klappst du sie nicht wieder ein und wir sehen, wie es dann ist. (Pause)

  30. Armstrong:

  31. Aldrin: In Ordnung. 1, 2, 3, 4, 5, 5, 4, 3, 2, 1. Hört sich gut an.

  32. Armstrong: Das ist okay.

  33. Sie sind jetzt in der Mitte auf Seite SUR-31. Beide haben oben auf ihrem Tornister eine etwa 30 cm lange Flachstabantenne. Wenn sie nicht gebraucht wird, hält eine kleine Schlaufe auf dem OPSNASAOPSOxygen Purge System sie unten. Solange sich die Astronauten im Inneren der Kabine bewegen müssen und während sie durch die Luke nach draußen kriechen, bleibt die Antenne normalerweise auch unten, damit sie nicht abbrechen kann. Sie sollte erst aufgerichtet werden, nachdem beide im Freien sind. Wenn allerdings, wie es hier der Fall ist, die Kommunikation schlecht funktioniert, kann laut Checkliste die Antenne auch schon in der Kabine aufgerichtet werden.

  34. Aldrin: Behalt es (das Mikrofon) trotzdem möglichst nah am Mund. Okay. (Liest weiter die Checkliste.) Öffnen des Sicherungsschalters für Audio und Lösen des Kommunikationskabels zum LMNASALMLunar Module. (lange Pause)

  35. Houston hat das Signal von Columbia wieder erfasst, nachdem das Raumschiff am östlichen Rand des Mondes aus dem Funkschatten hervorgekommen ist.

  36. McCandless: Columbia, Columbia, hier ist Houston. Ende.

  37. Collins: Houston, Columbia über die Richtantenne. Wie ist die Verständigung?

  38. McCandless: Verstanden, Columbia. Wir hören dich laut und deutlich über die Richtantenne. Die gewünschte Weiterleitung über das MSFNNASAMSFNManned Space Flight Network haben wir eingerichtet. Basis Tranquility ist gerade dabei, die PLSSsNASAPLSSPortable Life Support System anzulegen. Der LMPNASALMPLunar Module Pilot hat sein PLSSNASAPLSSPortable Life Support System schon an und die Kommunikationsverbindung geprüft, der CDRNASACDRCommander überprüft gerade noch seine Kommunikationsverbindung. Ende.

  39. Collins: Schön zu hören. Herzlichen Dank. (lange Pause)

  40. Collins: Houston, Columbia. Auf der Rückseite (des Mondes) habe ich die (Trägheits-)Plattform etwas nachjustiert. Ich habe ein P-52 Option 3, wenn ihr die Daten notieren wollt.

  41. McCandless: Dann los, Columbia.

  42. Collins: Verstanden. Sterne 43 und 44: Winkeldifferenz zwischen beiden ist vier Nullen und Eins, Noun 93 plus 000

  43. Aldrin: Sicherungsschalter für Audio, Geschlossen.

  44. Collins: 57, plus

  45. Aldrin: In Ordnung, auf deiner Konsole, VHF-ANASAVHFVery High Frequency Aus, VHF-BNASAVHFVery High Frequency Aus.

  46. Collins: 00166, minus 00022, und der

  47. Aldrin: In Ordnung, RCUNASARCURemote Control Unit-PTTNASAPTTPush-to-Talk auf Hauptstellung.

  48. Collins: Zeitpunkt (war) . Ende.

  49. McCandless: Columbia, hier ist Houston. Wir notieren: Winkeldifferenz zwischen beiden Sternen ist vier Nullen und Eins, Noun 93 plus 00057

  50. Aldrin: PLSSNASAPLSSPortable Life Support System Schalter für Modus auf B.

  51. McCandless: plus 00166, minus 00022

  52. Aldrin: Hast du einen Warnton?

  53. McCandless: Zeitpunkt war . Ende.

  54. Collins: Ihr habt es.

  55. McCandless: Verstanden.

  56. Aldrin: (Nicht zu verstehen, weil Bruce McCandless gerade spricht.)

  57. McCandless: Kannst du Basis Tranquility jetzt hören?

  58. Aldrin: Okay. Du hast ein O und ein P. (Warnanzeigen)

  59. Diese Warnanzeigen befinden sich auf der Oberseite der Bedienungseinheit (RCUNASARCURemote Control Unit) und bedeuten, dass kein Sauerstoff fließt und der Anzug nicht unter Druck steht. In dieser Phase der Vorbereitungen überprüfen Neil und Buzz damit nur die Funktion des Warnsystems.

  60. Armstrong: Übrigens, wie ist dein O2-Vorrat?

  61. Aldrin: O2-Vorrat ist bei 91 (Prozent).

  62. Armstrong: Bei mir sind es 92.

  63. Aldrin: Okay. Ich gehe jetzt auf Modus B. (lange Pause) Warnton. (Pause) Willst du dahin?

  64. Armstrong: Ich bin in B.

  65. Aldrin: (nicht zu verstehen) A.

  66. Armstrong: Gehe auf A. Ich bin in A.

  67. Aldrin: Okay. Wie ist die Verständigung?

  68. Armstrong: Ich höre dich.

  69. Aldrin: Du bist laut und deutlich.

  70. Armstrong: Ich habe einen weiteren Warnton. (Pause) (nicht zu verstehen)

  71. Aldrin: Jetzt aus? Okay?

  72. Sie sind gerade mit Seite SUR-31 fertig geworden.

  73. Aldrin: Beide. PLSSNASAPLSSPortable Life Support System Modus ARNASAAR(System A) Relay Mode.

  74. Armstrong: ARNASAAR(System A) Relay Mode. Kannst du mich hören?

  75. Aldrin: Ich hatte keinen Warnton.

  76. Armstrong: Ich hatte einen.

  77. Aldrin: Du hattest einen? (Pause) Okay, Warnton ist aus. Bestätigen, Druck in PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-O2-Flasche ist höher als 85 (psi bzw. 5,86 bar).

  78. Armstrong: Ist der Fall.

  79. Aldrin: Hast du die Verbindung zu allen Anderen?

  80. Armstrong: Jup.

  81. Aldrin: Houston, Tranquility. Wie ist die Verständigung? Ende.

  82. McCandless: Neil, Neil, hier ist Houston über Tranquility. Funktest. Ende.

  83. Die Verbindung über das PLSS-Kommunikationssystem ist hergestellt. Die Funksstrecke läuft von Houston über das LMNASALMLunar Module zur PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Antenne und wieder zurück über die EVA-Antenne am LMNASALMLunar Module (die sie bereits aufgerichtet haben) nach Houston.

  84. Armstrong: Verstanden. Houston, hier ist Neil. Wie ist die Verständigung?

  85. McCandless: Neil, hier ist Houston. Wir hören dich laut und deutlich. Ende. Buzz, hier ist Houston über Tranquility. Ende.

  86. Aldrin: Verstanden, Houston. Hier ist Buzz über Tranquility. Wie ist die Verständigung? Ende.

  87. McCandless: Wir hören dich laut und deutlich, Buzz. Ende. (Pause)

  88. Aldrin: Und bekommt ihr ein TVNASATVTelevision-Signal? Ende.

  89. McCandless: (irrt sich bei der Identifikation) Bestätigt, Neil. Die Daten, die wir empfangen, sehen gut aus. Wir empfangen auch Synchronisationsimpulse und ein schwarzes TVNASATVTelevision-Signal.

  90. Oben auf Seite SUR-30 hatten sie den Sicherungsschalter für das System zur Übertragung der Fernsehbilder geschlossen. So kann Houston feststellen, ob ein ausreichend starkes Signal empfangen wird. Die kleine Fernsehkamera ist auf dem MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly montiert, das sich links neben der Leiter an der Seite der Landefähre befindet und noch eingeklappt ist. Dort sind auch die Steinekisten (SRCNASASRCsSample Return Container) und verschiedene Werkzeuge untergebracht. Nachdem er rückwärts aus der Luke gekrochen ist, wird Neil an einem Griff links neben ihm ziehen und so über einen Seilzug einen Riegel lösen. Dadurch klappt das MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly auf. Die Fernsehkamera hat dann das untere Ende der Leiter genau im Bild.

  91. Armstrong: Okay. Ihr werdet feststellen, dass es im Bereich um die Leiter absolut dunkel ist. Mit den Fernsehbildern wird es also etwas problematisch. Ich bin aber sicher, dass ihr den hellen Horizont sehen (nicht zu verstehen).

  92. McCandless: Hier ist Houston. Wir haben verstanden, aber gegen Ende, als du vom hellen Horizont gesprochen hast, sind die Nebengeräusche immer lauter geworden, Neil, und du warst nicht mehr zu verstehen. Ende.

  93. Unterbrechung des Funkverkehrs.

  94. McCandless: Columbia, hier ist Houston. Kannst du Tranquility über die Weiterleitung gut verstehen? Ende.

  95. Collins: Ich glaube schon. Bis vor etwa waren sie laut und deutlich zu hören, aber dann ist die Verbindung abgebrochen und seitdem nichts mehr.

  96. McCandless: Verstanden. Scheint, dass du alles mitbekommen hast.

  97. Collins: Danke.

  98. Unterbrechung des Funkverkehrs.

  99. McCandless: Basis Tranquility, hier ist Houston. Im Moment möchten wir, dass ihr den TVNASATVTelevision-Sicherungsschalter wieder öffnet. Er war jetzt bei geschlossenem MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly für eingeschaltet. Ende.

  100. Armstrong: Verstanden. (nicht zu verstehen) (lange Pause)

  101. Jetzt, wo Houston ein gutes Fernsehsignal empfangen hat, möchten sie das System ausschalten, damit es in dem gut isolierten MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly-Gehäuse nicht überhitzt. Sobald Neil aussteigt, wird es wieder eingeschaltet. Offensichtlich haben Neil und Buzz diesen Schritt auf SUR-32 übersehen und Bruce erinnert sie daran, höflicherweise ohne auf diesen Fehler aufmerksam zu machen.

  102. Armstrong: Houston, hört ihr (nicht zu verstehen)

  103. McCandless: Bitte wiederholen, Neil.

  104. Armstrong: (nicht zu verstehen) (Pause)

  105. McCandless: Neil, Neil, hier ist Houston. Ich höre, dass du versuchst zu senden, aber die Übertragung ist unterbrochen. Ende.

  106. Armstrong: (nicht zu verstehen)

  107. McCandless: Buzz, Buzz, hier ist Houston. Hörst du uns? Ende.

  108. Aldrin: Verstanden, Houston. Hier ist Buzz. Wie ist die Verständigung? Ende.

  109. McCandless: Verstanden. Du kommst laut und deutlich durch, Buzz. Ein ausgezeichnetes Signal.

  110. Aldrin: Neils Antenne ist jetzt aufgerichtet. Mal sehen, ob er so etwas besser durchkommt.

  111. Armstrong: Okay. Houston, hier ist Neil. Wie ist die Verständigung?

  112. McCandless: Neil, hier ist Houston. Wir verstehen dich ausgezeichnet. (lange Pause)

  113. Armstrong: (Störgeräusche) Meine Antenne kratzt an der Decke.

  114. McCandless: Deine Antenne kratzt an der Decke. Verstanden.

  115. Aldrin (Technische Nachbesprechung, ): Die Überprüfung der Kommunikationsverbindung an der Audio-Konsole und die verschiedenen Tests im FMNASAFMFrequency Modulation-Modus schienen ganz gut zu laufen, bis wir anfingen, die Einstellungen am PLSSPLSSNASAPLSSPortable Life Support System umzuschalten. Für einen Moment dachten wir, dass die Probleme zumindest teilweise mit der Antenne zu tun haben, die noch untengehalten wurde. Also haben wir sie bei Neil aufgerichtet, was aber nicht unmittelbar half. Zuerst sah es so aus, als ob es was gebracht hat, doch dann tauchte dasselbe Problem wieder auf und ich habe seine Antenne zurückgesteckt. Woran es lag, dass die Verbindung mal gut funktionierte und mal nicht, war mir nicht klar. Ich konnte mir keinen Reim darauf machen.

    Armstrong (Technische Nachbesprechung, ): Wir haben einfach nicht herausgefunden, wie wir innerhalb des Cockpits eine gute Kommunikationsverbindung über das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System etablieren konnten. Ein paar Momente war sie gut und dann wieder nicht. Wir haben verschiedene Möglichkeiten ausprobiert und nichts hat geholfen. Die Verbindung war jedoch gut genug, um weiterzumachen. Ich glaube, draußen gab es dann keine nennenswerte Probleme mehr. Es hat gut funktioniert.

    Auch bei den folgenden Missionen war innerhalb der Kabine die Kommunikationsverbindung über das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System nicht stabil. Die Antennen aufzurichten, hat im Allgemeinen nicht geholfen. Was die Verbindung während der EVANASAEVAExtravehicular Activity betrifft, Neils war ausgezeichnet, aber bei Buzz gab es immer wieder kurze Aussetzer. Höchstwahrscheinlich weil die Empfindlichkeit beim VOXNASAVOXVoice Activated Transmission nicht auf Maximum stand. Der Regler wurde vor der EVANASAEVAExtravehicular Activity nicht richtig eingestellt. Ken Glover macht darauf aufmerksam, dass Buzz bei die Lautstärke wahrscheinlich reduziert hat. Der Regler könnte auch versehentlich von einem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System gestreift und dadurch verstellt worden sein. Keine der späteren Besatzungen hatten dieses Problem.

  116. Armstrong: Haben wir die Freigabe zu Ablassen des Kabinendrucks? (Pause, keine Antwort)

  117. Zur Sicherheit nimmt der Flugleiter erst noch einmal eine Überprüfung aller Systeme vor, ehe er die Freigabe erteilt. Neil und Buzz beginnen mit dem Absatz Final Systems Prep for Egress (Abschließende Vorbereitung der Systeme für den Ausstieg) auf SUR-32. Sie haben jeweils ihren Sauerstoffschlauch von der OPSNASAOPSOxygen Purge System an das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System und das Auslösekabel der OPSNASAOPSOxygen Purge System an die RCUNASARCURemote Control Unit angeschlossen. Foto S69-32234 vom Training zeigt den Auslösemechanismus des OPSNASAOPSOxygen Purge System an der, aus Sicht des Betrachters, linken Seite der RCUNASARCURemote Control Unit-Attrappe von Buzz.

  118. Aldrin: Wer weiß, was sie gehört haben. Das jedenfalls nicht. Houston, hier ist Tranquility. Wir warten auf die Freigabe zur Dekompression der Kabine. Ende.

  119. McCandless: Basis Tranquility, hier ist Houston. Ihr habt die Freigabe zur Kabinendekompression. Freigabe zur Kabinendekompression.

  120. Armstrong: Verstanden. Danke.

  121. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie bei mir an dieser Stelle die Spannung stieg. Jetzt öffnen sie jeden Moment die Luke, dachte ich. In Wirklichkeit war aber noch einiges zu tun. Sie mussten das ECSNASAECSEnvironmental Control System für die Dekompression konfigurieren, ihre Helme aufsetzten, die Versorgungsverbindung für Sauerstoff und Kühlwasser vom LMNASALMLunar Module trennen, ebenso die Kommunikationsverbindung über das LMNASALMLunar Module, sich jeweils an das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System anschließen und ihre Handschuhe anziehen. Es wird eine weitere halbe Stunde dauern, bis sie tatsächlich mit der Dekompression beginnen.

  122. Aldrin: Okay, Kühlwasserventil der Landestufe ist Geschlossen.

  123. Armstrong: Okay.

  124. Aldrin: Bestätige, Sicherungsschalter für Kabinenlüfter Nummer 1, Offen.

  125. Armstrong: (nicht zu verstehen)

  126. Neil schaltet den Ventilator für die Sauerstoffzirkulation durch das ECSNASAECSEnvironmental Control System ab. Er und Buzz können zwar hören, wenn er stoppt, aber zusätzlich leuchten kurz danach zwei Warnlichter auf, wieder als Funktionstest für das Warnsystem.

  127. Aldrin: Anzuglüfter Sicherungsschalter Nummer 1. Den müssen wir rausziehen. (nicht zu verstehen) (Pause) Warte mal eine Minute.

  128. McCandless: Columbia, hier ist Houston. Der direkte Empfang des LMNASALMLunar Module-Funksignals und die Kommunikation mit Basis Tranquility ist für dich ab möglich. LOSNASALOSLoss of Signal ist dann bei . Ende.

  129. Aldrin: Überdruckventil im Anzugkreislauf (für Sauerstoff aus dem ECSNASAECSEnvironmental Control System) auf AUTONASAAUTOAutomatic.

  130. Armstrong: Ist auf AUTONASAAUTOAutomatic.

  131. Das ECSNASAECSEnvironmental Control System des LMNASALMLunar Module wird durch eine Anzahl von Sicherungsschaltern, die sich auf einer Konsole über der rechten Schulter von Buzz befinden, und verschiedene Ventile an der Verkleidung hinter Buzz kontrolliert. Einige der Ventile sind vorne, andere etwas weiter hinten angebracht. Da beide Astronauten ihr PLSSNASAPLSSPortable Life Support System angelegt haben, was die Bewegungsfreiheit deutlich einschränkt, betätigt Neil die meisten der ECSNASAECSEnvironmental Control System-Ventile, da er sie mit seinem rechten Arm quer durch die Kabine besser erreichen kann.

    Armstrong: Ich konnte die Schalter besser sehen und sie auch leichter erreichen.

  132. Aldrin: Anzuggas-

  133. Collins: Ich gehe auf (nicht zu verstehen) Ich werde euch dann über

  134. Aldrin: -Verteilerventil auf Aussteigen. Ziehen.

  135. Mit der Stellung auf Aussteigen beim Verteilerventil für die Anzugversorgung wird die Sauerstoffzufuhr vom ECSNASAECSEnvironmental Control System in die Kabine abgeschaltet. Das Ventil hat einen Druck/Zug-Griff.

  136. Collins: Omni C oder D wieder hören.

  137. McCandless: (zu Mike) Einen Moment bitte.

  138. Aldrin: Bestätige Hauptalarm. Leuchttaste Zurücksetzen. (Pause) Warnlicht für ECSNASAECSEnvironmental Control System und Warnlicht für Wasserabscheider An (werden auf Paneel 2 aufleuchten).

  139. Armstrong: Beim Wasserabscheider dauert es eventuell einen Moment.

  140. Aldrin: Hab ich nicht verstanden. Sicherungsschalter für Anzuglüfter Nummer 1, Offen. (lange Pause)

  141. Sie warten auf die Reaktion des Warnsystems. Es muss anzeigen, dass sowohl der Ventilator im ECSNASAECSEnvironmental Control System als auch der vom Luftstrom angetriebene Wasserabscheider nicht mehr arbeiten. Gewöhnlich dauert es bis dahin.

  142. McCandless: Buzz, hier ist Houston. Wir hätten gerne, dass du auf Paneel 16 den Sicherungsschalter für Anzuglüfter ΔPNASAΔP (Delta-P)Pressure Difference ziehst. Ende.

  143. Aldrin: Verstanden. Ist erledigt.

  144. Houston erinnert Buzz daran, einen Differenzdrucksensor auszuschalten, der jeweils den Druck vor und hinter dem Lüfter misst, wodurch ebenfalls festgestellt werden kann, ob der Lüfter arbeitet oder nicht. Diesen Schritt hatten sie übersprungen.

  145. Armstrong: Der die DifferenzJa. (Pause)

  146. Aldrin: Kabinenluft(-Rückführungsventil, Aussteigen)

  147. Armstrong: Jup. (Pause) Ist auf Aussteigen (lange Pause)

  148. Sie stellen sicher, dass aus der Kabine nichts wieder zurück in das ECSNASAECSEnvironmental Control System strömen kann.

    Audiodatei (, MP3-Format, 27 Mb) Die Aufnahme der Kommunikation mit dem Raumschiff beginnt bei . Mit freundlicher Genehmigung von John Stoll, leitender ACRNASAACRAudio Control Room-Techniker im Johnson Raumfahrtzentrum der NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration.

  149. Aldrin: Okay. Da ist es. ECSNASAECSEnvironmental Control System (Warnleuchte), Hauptalarm (Warnleuchte und -ton), Wasserabscheider (Warnleuchte).

  150. Nachdem der Durchfluss im ECSNASAECSEnvironmental Control System abgeschaltet wurde, hat die Kreiselpumpe des Wasserabscheiders ebenfalls aufgehört zu arbeiten. Deshalb leuchtet ein Warnlicht auf, welches anzeigt, dass sich der Abscheider nicht mehr dreht. Sie machen jetzt mit den Schritten auf SUR-33 weiter.

  151. Armstrong: Okay.

  152. Aldrin: In Ordnung. Beide Absperrventile zum Anzug auf Anzug Getrennt.

  153. Armstrong: Ich habe sie. Beide. Hab es.

  154. Sie schalten die Sauerstoffzufuhr vom ECSNASAECSEnvironmental Control System in die Anzüge ab. Die Ventile befinden sich direkt hinter Buzz und sind ziemlich niedrig angebracht. Deshalb kann Neil sie mit der rechten Hand leichter erreichen.

  155. Aldrin: Okay. Trennen der (Sauerstoff-)Leitungen vom LMNASALMLunar Module (zu den Anzügen). (lange Pause)

  156. Armstrong: Okay.

  157. Aldrin: Anschließen der O2-Leitung vom OPSNASAOPSOxygen Purge System am rechten blauen Anschluss des PGANASAPGAPressure Garment Assembly und sperren.

  158. Armstrong: Lass mich das für dich machen. (Pause) Okay. Gesperrt und Sperre gesichert.

  159. Jede dieser Schlauchleitungen hat einen Ringverschluss mit eingebauter Sperre. Dadurch soll verhindert werden, dass der Verschluss sich durch versehentliches Drehen am Ring öffnet.

    Auf Foto S69-38499 sieht man, wie Neil während des Trainings mit den Anschlüssen von Buzz beschäftigt ist.

    Als nächstes wird Buzz bei Neil die OPSNASAOPSOxygen Purge System-Leitung anschließen.

  160. Aldrin: (schließt Neils OPSNASAOPSOxygen Purge System-Leitung an) Heb mal deinen Arm. (lange Pause) Gesperrt und Sperre gesichert. Okay. Entnehme Auslassventil aus (der ISANASAISAInterim Stowage Assembly-)Tasche. (Pause)

  161. Armstrong: Okay.

  162. Das Auslassventil befindet sich rechts an der Vorderseite des Anzugs. Es wird geöffnet, falls das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System versagt und die Notfall-Sauerstoffversorgung durch das OPSNASAOPSOxygen Purge System aktiviert werden muss. In diesem Fall zieht der Astronaut am sogenannten Roten Apfel, wodurch ein Sicherungsstift aus dem Ventil entfernt wird. Dann betätigt er den Auslöser an der Seite seiner RCUNASARCURemote Control Unit und wird nun mit Sauerstoff aus dem OPSNASAOPSOxygen Purge System versorgt. Der Sauerstoff fließt durch einen Regulator in den Anzug und über das Auslassventil weiter nach draußen. Das Ventil hat zwei Stellungen für die Durchflussrate: eine niedrige mit 4 Pfund (1,8 kg) und eine hohe mit 8 Pfund (3,6 kg) pro Stunde. Die Wahl ist abhängig von der zur Verfügung stehenden Kühlung. Die Sauerstoffmenge im OPSNASAOPSOxygen Purge System beträgt ca. 4 Pfund, was die Versorgung je nach Einstellung für bzw. sichert.

    Auf dem Flug zum Mond lagen die Auslassventile in den Überschuhen für den Mondspaziergang. Laut SUR-27 wurden sie während der Vorbereitungen auf die EVANASAEVAExtravehicular Activity vorrübergehend in die mittlere der ISANASAISAInterim Stowage Assembly-Taschen gelegt. Hier ein Bild der ISANASAISAInterim Stowage Assembly von Apollo 11, das Allan Needell, Kurator am National Air and Space Museum, fotografiert hat.

  163. Aldrin: Bestätige (Auslassventil ist) geschlossen. Sicherungsstift eingesetzt.

  164. Armstrong: Okay.

  165. Aldrin: Anschließen an Rot (roter Anschluss), PGANASAPGAPressure Garment Assembly roter (nicht zu verstehenzweifellos Anschluss). (lange Pause)

  166. Armstrong: Okay. Ist angeschlossen, gesperrt und Sperre ist gesichert.

  167. Aldrin: Hast du es

  168. Armstrong: Oh, warte mal eine Minute. Es muss(Pause) Einen Moment.

  169. Neil kümmert sich hier wahrscheinlich darum, dass das Ventil richtig sitzt, damit Buzz den Roten Apfel im Notfall leicht erreichen und ziehen kann. Foto AS11-40-5903, aufgenommen während der EVANASAEVAExtravehicular Activity, zeigt Buzz und an seinem Anzug, etwa in Bauchhöhe, den Roten Apfel.

  170. Aldrin: Ich nehme das andere.

  171. Armstrong: Es ist auf deiner(über) der Mitte (der Anzugvorderseite).

  172. Aldrin: In Ordnung. Überprüfe, ob mein Verteilerventil auf Vertikal steht. Beide Vertikal?

  173. Armstrong: Beide Vertikal.

  174. Aus Abbildung 1-23 im Handbuch zur EMUNASAEMUExtravehicular Mobility Unit bei Apollo 14, Band 1 (Apollo Operations Handbook: Extravehicular Mobility Unit – Volume 1 – Apollo 14) geht hervor, das Verteilerventil ist Teil des Anschlusses für den Sauerstoffeinlass am PGANASAPGAPressure Garment Assembly. Es gibt zwei mögliche Einstellungen: Horizontal und Vertikal. In der horizontalen Stellung wird der Sauerstoff auf zwei Kanäle verteilt in Helm und Rumpf geleitet. Auf dieser Position steht das Ventil eigentlich nur in der Kabine, um den Anzug innen möglichst trocknen zu halten. Außerhalb des LMNASALMLunar Module steht das Ventil vertikal und der gesamte Sauerstoff wird in den Helm geleitet. Abbildung 1-10 zeigt, wie die Lüftungskanäle im Anzug verlaufen.

  175. Aldrin: Okay. Halt mal (meinz vielleicht Neils Roten Apfel mit dem Sicherungsstift). Ich setze dein Auslassventil ein. (lange Pause) Gesperrt und Sperre gesichert.

  176. Armstrong: Okay.

  177. Aldrin: Beug dich vor. Gesichert (Roter Apfel und Sicherungsstift?). (Pause) Mikrofone ausrichten. (lange Pause) Hätte ich mich gestern abend nur noch mal rasiert. (Pause) Okay, jetzt die Helme. Hast du deine Mikros da, wo sie sein sollen? (lange Pause)

  178. Beide haben jeweils zwei Mikrofone an ihrer Snoopy-Kappe, oder etwas förmlicher Kappe mit Kommunikationseinheit. Snoopy ist der Hund von Charlie Brown und beide sind Comicfiguren der Peanuts, gezeichnet von Charles Schulz. Ulli Lotzmann hat Mitte der 2000er Jahre mit Ernie Reyes über die Rolle von Snoopy im Apollo-Programm gesprochen. Reyes war Chef der Abteilung für Flugvorbereitung im Raumfahrtzentrum in Houston (MSCNASAMSCManned Spacecraft Center). Lotzmann sagt, dass Reyes, Wayne Stallard und andere gelegentlich kleine Karikaturen auf die Tagespläne gezeichnet haben, um sie etwas amüsanter zu gestalten. So wurde der Reyes-Snoopy, der sich geringfügig vom Schultz-Snoopy unterscheidet, im Astronautenkorps bekannt. In den Manschetten-Checklisten von Apollo 12 sind ein paar schöne Beispiele zu bewundern. Weil er nie vorhatte, diese Cartoons zu veröffentlichen und damit Geld zu verdienen, hat Reyes auch nie bei Schultz eine Erlaubnis für die Verwendung dieser Figur eingeholt. Nach dem Feuer von Apollo 1 ist Snoopy zum Symbol für das neu konzipierte Sicherheitsprogramm der NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration geworden.

    Zurück zur Snoopy-Kappe und warum sie so genannt wird. Im Comic von Charles Schulz träumt Snoopy oft, er wäre ein Flieger-Ass aus dem Ersten Weltkrieg und in diesem Traum trägt er dann eine lederne Fliegerkappe. Dies und der Umstand, dass die Snoopy-Kappen dunkelbraun und weiß waren, mag erklären, warum sie so genannt wurden. Foto AS11-37-5528, aufgenommen nach der EVANASAEVAExtravehicular Activity, zeigt sehr schön einen äußerst zufriedenen Neil Armstrong im vollen Snoopy-Ornat.

    Markus Mehring macht darauf aufmerksam, dass bei Apollo 10 das Kommandomodul nach Charlie Brown und die Landefähre nach Snoopy benannt wurden. Die Mannschaft von Apollo 17 hat sogar einen großen Krater nach Snoopy benannt.

    Gleich setzt Buzz als Erster seinen Helm auf, wie es die Checkliste vorschreibt.

  179. Armstrong: (nicht zu verstehen) (lange Pause)

  180. Aldrin: Bestätige PLSSNASAPLSSPortable Life Support System Modus (für Kommunikationsverbindung) auf ARNASAAR(System A) Relay Mode.

  181. Armstrong: Bestätigt. (Pause)

  182. Collins: Jungs, ich weiß nicht, ob ihr mich über VHFNASAVHFVery High Frequency hören könnt, aber bei euch da unten scheint ja alles gut zu laufen. (lange Pause)

  183. Aldrin: Und gesichert.

  184. Armstrong: Okay. (Pause)

  185. Aldrin: In Ordnung. Die Anzeige für Belüftung ist leer.

  186. Sie haben den Ventilator im PLSSNASAPLSSPortable Life Support System von Buzz eingeschaltet, damit Sauerstoff durch den Anzug fließt. Eine leere Anzeige bedeutet, dass mit der Sauerstoffversorgung alles in Ordnung ist. Für den Fall, dass bei der Sauerstoffversorgung Probleme auftreten, erscheint in dem kleinen Fensterchen ein P und Buzz müsste sein OPSNASAOPSOxygen Purge System aktivieren und das Auslassventil öffnen.

  187. Aldrin: Und LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly von der Triebwerksabdeckung nehmen. Prüfen, ob das EVNASAEVExtravehicular-Visier oben ist, dann über den Helm setzen. (lange Pause)

  188. Die LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly ist eine Kombination aus mehreren Visieren und verschiedenen Lagen textiler Materialien. Die Visiere können je nach Bedarf geöffnet bzw. geschlossen werden, um das sehr helle Sonnenlicht abzudunkeln oder ganz abzublenden, das Gewebematerial schützt den durchsichtigen Helm gegen mechanische Beschädigung und Temperatureinflüsse. Die LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly wird über dem Helm getragen. Im Handbuch zur EMUNASAEMUExtravehicular Mobility Unit bei Apollo 14, Band 1 (Apollo Operations Handbook: Extravehicular Mobility Unit – Volume 1 – Apollo 14) ist auf Seite 2-54 zu lesen:

    Der Astronaut kann seine LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly ohne zusätzliche Hilfsmittel aufsetzen oder abnehmen. Der untere Rand der Visiereinheit wird im Halsbereich um den druckdichten Helm gelegt, danach die Lücke durch ein Spannverschluss zusammengezogen und gesichert. Die LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly sitzt nun fest über dem Helm.

    Fotos der LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly, aufgenommen von Ken Glover und Amanda Young, zeigen die Unterseite mit dem Verschluss oben links, den Verschluss halb gespannt und vollständig geschlossen. Die blaue Kordel erleichtert es, den Verschluss mit Handschuhen zu öffnen.

  189. Aldrin: Wie ist die Verständigung jetzt, Houston? Ende.

  190. McCandless: Buzz, hier ist Houston. Die Verständigung ist sehr gut. Du kommst laut und deutlich an. Mike lässt ausrichten, dass er euch hören kann und alles aufmerksam verfolgt.

  191. Aldrin: Sehr schön, danke. (lange Pause) Ist hinten alles am Platz? (lange Pause)

  192. Neil überprüft, ob die hintere Abdeckung der LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly ordentlich über Buzz' Helmverschlussring liegt.

  193. Armstrong: Fertig.

  194. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Jetzt wird Neil seinen Helm und die LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly aufsetzen.

    Aldrin (zu Neil): Wir hätten anstatt der LEVAsNASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly besser die Schuhe wieder mitgebracht. Das hätte beim Publikum mehr Anklang gefunden. Wir hatten eben keine Zeit, lange nachzudenken.

    Ulli Lotzmann merkt an, dass Neil und Buzz ihre EVANASAEVAExtravehicular Activity-Handschuhe wieder mit zurückgebracht haben.

    Harald Kucharek macht auf die Pressemappe für Apollo 11 (Apollo 11 Press Kit) aufmerksam. Im Abschnitt Maßnahmen zur Begrenzung der Kontamination (beginnend auf S. 181) steht auf Seite 183 (dritter Absatz): Die in Tabelle I unter Zurückgelassene Ausrüstung aufgelisteten Gegenstände, werden verpackt und anschließend auf der Mondoberfläche zurückgelassen. Die höchstwahrscheinlich am stärksten verschmutzten Überschuhe kommen (nach der EVANASAEVAExtravehicular Activity) so schnell wie möglich in einen Beutel, um die Verbreitung von Mondstaub (in der Kabine) zu minimieren.

  195. Armstrong: (nicht zu verstehen) gesichert?

  196. Aldrin: Ja, gesichert und ausgerichtet.

  197. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Sie sind jetzt mit Neils LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly fertig. Buzz hat bestätigt, dass sowohl Helm als auch Helmverschlussring bei Neil gut sitzen, richtig aufeinander ausgerichtet wurden und die Verschlüsse gesichert sind. Als nächstes packen sie die Stichwortkarten aus, auf denen die letzten Schritte der EVANASAEVAExtravehicular Activity-Vorbereitungen stehen und die endgültige Konfiguration der Sicherungsschalter dargestellt ist.

    Während unseres Gesprächs haben wir über die EVANASAEVAExtravehicular Activity-Checklisten gesprochen, die sie draußen dabeihatten.

    Aldrin: Als wir draußen waren, hatten wir nur das, was auf deiner (Neils) Manschette war. Für den Aufenthalt außerhalb der Kabine gab es nichts weiter, keine Checkliste oder sonst irgendetwas.

    Armstrong: Ich hatte eine verhältnismäßig knappe Checkliste mit den Hauptpunkten und der geplanten Reihenfolge. Aufstellen der verschiedenen Experimente und Sammeln der Proben

    Jones: Nur eine einzige Seite?

    Aldrin: Im Nachhinein denke ich, so eine Checkliste nach dem Abfrageprinzip wie in der Kabine hätten wir draußen auch gut gebrauchen können.

    Jones: Später gab es eine Art kleines Notizbuch mit Spiraldrahtbindung, die Seiten über der Manschette am Handschuh leicht gewölbt, damit sie offen blieben. Ihre Liste war viel einfacher als das?

    Aldrin: Oh, sehr viel einfacher.

    Armstrong: Nicht mehrere Seiten.

    Aldrin: Sie wahr aufgenäht oder so. Ich weiß nicht mehr, ob ich so etwas hatte, obwohl ich eine gehabt haben müsste. Jeder von uns hätte draußen eine Liste mit Stichpunkten haben müssen.

    Tatsächlich hatten beide ihre eigene Checkliste, die jeweils auf die Manschette des linken Handschuhs genäht war. Neils Manschettencheckliste ist auf Foto S69-38889 und genauer in einem Ausschnitt von S69-38898 zu sehen. Ulli Lotzmann weist darauf hin, dass Neil und Buzz im Training Checklisten verwendeten, die nur mit Bändern an den Manschetten befestigt waren. Zu sehen auf Foto 69-H-666.

  198. Aldrin: Jetzt die RCUNASARCURemote Control Unit runterziehen. (lange Pause)

  199. Die RCUNASARCURemote Control Unit ist die kleine Box vor der Brust mit den Schaltern für PLSSNASAPLSSPortable Life Support System und Kommunikation, der Skala für die Sauerstoffmenge sowie verschiedenen Warnanzeigen.

  200. Armstrong: Frage mich, ob wir (die sprachgesteuerte Funkverbindung) ständig auslösen.

  201. Aldrin: Glaube nicht.

  202. Armstrong: Houston, Neil. Wie ist die Verständigung?

  203. McCandless: Neil, hier ist Houston. Ich höre dich laut und deutlich und habe die beiden Bemerkungen Frage mich, ob wir ständig auslösen. und Glaube nicht. verstanden. Davor war es relativ still. Ende.

  204. Armstrong: Okay. Wir haben etwas Hintergrundgeräusch und ich wollte nur sichergehen, dass wir nicht ununterbrochen senden.

  205. McCandless: Hört sich nicht danach an. (lange Pause)

  206. Aldrin: Diese ganzen Probleme mit der Kommunikation, und obwohl das so wichtig ist, haben wir (leider) nicht daran gedacht, so etwas in die Durchläufe einzubauen.

    Armstrong: Man müsste Gene (Cernan) fragen, ob sie etwas in der Richtung (Tests der Kommunikationsverbindung im Anzug bei Apollo 10) gemacht haben. Vermutlich haben sie sich aber voll auf das konzentriert, was ihre Aufgaben

    Aldrin: Klar. Allerdings hätte das nicht bedeutet, dass sie das LMNASALMLunar Module dekomprimieren mussten, als es vom CSMNASACSMCommand and Service Modules abgekoppelt war. Es war aber die gleiche Ausrüstung und sie hätten es unter sicheren Bedingungen tun können, als sie wieder zusammen waren.

    Jones: Hatte Rusty bei 9 das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System nicht angelegt?

    Aldrin: Doch, hatte er. Ich glaube aber nicht, dass er so lange auf VOXNASAVOXVoice Activated Transmission-Kommunikation bleiben musste.

    Jones: Vermutlich blieb er am LMNASALMLunar Module angeschlossen. Dem werde ich nachgehen.

    Laut Transkript des Funkverkehrs von Apollo 9 hat Rusty Schweikart bei den Anschluss an das Kommunikaktionssystem des LMNASALMLunar Module getrennt und die Kommunikationsverbindung über die Nabelschnur an das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System angeschlossen. Es folgen Funktests mit Jim McDivitt, der bei ihm im LMNASALMLunar Module ist, und Dave Scott im CMNASACMCommand Module. Dabei wird auch das VOXNASAVOXVoice Activated Transmission getestet.

    In der Pressemappe für Apollo 9 (Apollo 9 Press Kit) steht, Rusty sollte während der EVANASAEVAExtravehicular Activity auch das Umsteigen vom LMNASALMLunar Module in das Kommandomodul über den Weltraum demonstrieren. Im Abschnitt Außenbordeinsatz auf Seite 20 ist zu lesen: Kommandant und Landemodulpilot werden bei durch den Verbindungstunnel in das LMNASALMLunar Module umsteigen, die Systeme des Raumschiffs ein Betrieb nehmen und sich auf die EVANASAEVAExtravehicular Activity vorbereiten. Nachdem der LMNASALMLunar Module-Pilot den Raumanzug mit vollständiger Ausrüstung (EMUNASAEMUExtravehicular Mobility Unit) angelegt und die Funktionen überprüft hat, steigt er bei durch die vordere Luke des LMNASALMLunar Module aus, um das Kommandomodul zu erreichen. Dabei ist er an einem Nylonseil gesichert und kann sich an Griffstangen vorwärtsziehen. Am Kommandomodul angkommen steigt er durch die Seitenluke bis in Brusthöhe in das CMNASACMCommand Module ein, womit er gezeigt hat, dass die Besatzung des LMNASALMLunar Module im Notfall auch über den Weltraum in das Kommandomodul umsteigen kann. Auf dem Rückweg zur Veranda werden die Hitzeschutzproben an den Außenseiten der Raumschiffe abgenommen. Gehalten von den Goldenen Schuhen auf der Veranda fotografiert der LMNASALMLunar Module-Pilot verschiedene Raumschiffkomponenten. Bei , während sie die Vereinigten Staaten überfliegen, schaltet er für etwa die Fernsehkamera aus dem LMNASALMLunar Module ein, die ihm vom Kommandanten kurz vorher nach draußen gereicht wurde. Der LMNASALMLunar Module-Pilot wird bei durch die vordere Luke wieder in das LMNASALMLunar Module einsteigen. Nachdem die Kabine unter Druck gesetzt wurde und die Systeme im LMNASALMLunar Module abgeschaltet sind, begeben sich beide Astronauten zurück in das Kommandomodul.

    In Abschnitt 4 des Missionsberichts zu Apollo 9 (Apollo 9 Mission Report) ist die EVANASAEVAExtravehicular Activity und das Training dazu ausführlich beschrieben.

  207. Armstrong: Willst du die Lampe wieder zurückhängen?

  208. Hier ist wahrscheinlich von einer oder beiden beweglichen Lampen mit den langen goldfarbenen Kordeln die Rede, die nach Bedarf an verschiedenen Stellen festgeklemmt werden konnten. Oben auf SUR-26 steht, dass beide Lampen am Schutzrahmen des AOTNASAAOTAlignment Optical Telescope befestigt werden sollten, aber möglicherweise haben sie eine oder beide inzwischen doch woanders gebraucht.

    Auf Foto KSC-69PC-319 vom Training sieht man Neil im LMNASALMLunar Module-Simulator. Eine dieser Lampen hängt über seinem Kopf an dem kurzen gelben Steg, wo auch die Umlenkrolle der LECNASALECLunar Equipment Conveyor eingehenkt wird. Die andere ist rechts über seiner Hand auf Buzz' Seite des Raumschiffs am Fenster zu sehen.

  209. McCandless: Neil, hier ist Houston. Kannst du bitte bestätigen, dass die Anzeige für Belüftung auf deiner RCUNASARCURemote Control Unit leer ist? Ende.

  210. Armstrong: Ist bestätigt.

  211. McCandless: Verstanden. Ende. (lange Pause)

  212. Houston bekommt über die Telemetrie vom PLSSNASAPLSSPortable Life Support System nur eine relativ begrenzte Auswahl an Daten. Unter anderem das Elektrokardiogramm, den Druck im Anzug, den Partialdruck des Kohlendioxids, Spannung und Stromstärke der Batterie, den Druck in der Sauerstoffflasche, die Temperaturen am Einlass der Kühlunterwäsche (LCGNASALCGLiquid Cooled Garment) und am Auslass des Sublimators sowie die Temperaturdifferenz zwischen Ein- und Auslass am LCGNASALCGLiquid Cooled Garment. Den Status der Anzeige für die Belüftung des Anzugs kann Houston nicht sehen und erinnert Neil deshalb daran, diesen zu melden. In dem kleinen Fenster der Anzeige erschein als Warnung ein P, wenn die Sauerstoffversorgung geringer als 5 Kubikfuß (142 Liter) pro Minute ist. Gemäß Checkliste (SUR-33) hat Buzz bei gemeldet, dass seine Anzeige leer ist. Siehe auch den Kommentar nach zum Thema LCGNASALCGLiquid Cooled Garment und PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Sublimator.

  213. Aldrin: Das ist gut.

  214. Armstrong: Okay.

  215. Aldrin: (nicht zu verstehen) (lange Pause) Okay. Wir können das weglegen. (Vermutlich die Checkliste für den Aufenthalt auf der Mondoberfläche, entsprechend dem letzten Schritt auf SUR-33.) (lange Pause)

  216. Nachdem die Checkliste für den Aufenthalt auf der Mondoberfläche verstaut ist, geht es nun weiter mit den Schritten auf EVA-Karte Nr. 1.

  217. Aldrin: Okay. Ist in der Tasche. In Ordnung, Vorbereitung auf EVANASAEVAExtravehicular Activity. (Pause) Beide, Wasser(-Schlauch vom LMNASALMLunar Module) trennen.

  218. Armstrong: Okay. Ich mach das bei dir. (lange Pause)

  219. Aldrin: Okay. Wir müssten die (Wasser-)Schläuche jetzt wegpacken können.

  220. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Das PAONASAPAOPublic Affairs Office teilt mit, die Temperatur in der Kabine des LMNASALMLunar Module beträgt 61 °F (16,1 °C).

    Aldrin: Beide Schläuche kamen von derselben Stelle (hinter Buzz), aber deiner war länger und ging durch die ganze Kabine. Meiner kam irgendwie von rechts.

    Armstrong: Ich glaube, (wir haben die Schläuche irgendwo) beim ECS (untergebracht, damit sie aus dem Weg sind).

  221. McCandless: Columbia, hier ist Houston. Hattest du dieses Mal mehr Glück mit dem LMNASALMLunar Module? Ende.

  222. Bruce erkundigt sich, ob Mike das LMNASALMLunar Module entdeckt hat.

  223. Aldrin: Okay. Sind alle verstaut. Anschließen von PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Wasserschlauch an PGANASAPGAPressure Garment Assembly. (Pause) Mal sehen, (nicht zu verstehen). (lange Pause) Okay. Ist drin und gesichert.

  224. Armstrong: Okay. (lange Pause)

  225. Aldrin: Houston, Buzz hier. Ende.

  226. McCandless: Bitte kommen, Buzz. Hier ist Houston.

  227. Aldrin: Verstanden. Unsere Verbindung scheint jetzt klarer zu sein. Ist das CSMNASACSMCommand and Service Modules gerade über den Hügel? (D. h. es ist hinter dem Horizont verschwunden und der Sichtlinienkontakt für direkten Funkverkehr über VHFNASAVHFVery High Frequency besteht nicht mehr.)

  228. McCandless: Negativ. Er hat euren Horizont schon vor etwa einer Minute überflogen. (Pause) Korrektur

  229. Aldrin: Okay.

  230. McCandless: er müsste den Kontakt zu euch in ungefähr einer Minute verlieren.

  231. Aldrin: Okay.

  232. Einige Besatzungen haben Störungen im Funkverkehr gemeldet, wenn das Kommandomodul die Landestelle überflog. Da der Mond einen relativ kleinen Radius hat und das CSMNASACSMCommand and Service Modules in einem so niedrigen Orbit fliegt, befand es sich jedes Mal nur für über dem Horizont der Landestelle. Dagegen dauerte ein kompletter Umlauf etwa .

    Als er diesmal das Landegebiet überflog, hat Mike an folgenden Stellen nach dem LMNASALMLunar Module gesucht: M,8/8,2 , P,2/6,3 und M,7/8,0 . In Klammern stehen die Zeiten, zu denen Mike die Angaben von Bruce bekommen hat. Die erste und die letzte der drei Positionen liegen nah bei der Stelle, die er von Charlie bei bekommen hat. Die Angaben zu Längen- und Breitengrad dort entsprechen auf der Karte LAM 2 den Koordinaten M,5/8,0. Das Sichtfeld des Sextanten entspricht aber einem Kreis von 3,2 Kilometern im Durchmesser, weshalb die Unterschiede zwischen M,5/8,0, M,8/8,2 und M,7/8,0 eigentlich kaum der Rede wert sind. Dicht bei diesen Stellen hat Mike mit dem Bleistift einen kleinen Kreis und einen darauf zeigenden Pfeil eingezeichnet. In der Mitte dieses Kreises ist ein sehr kleiner Krater zu sehen und das könnte der kleine Krater sein, den Mike bei erwähnt.

  233. Armstrong: Die Sicherungssperren sind (nicht zu verstehen) überprüft. Anschlüsse sind überprüft, blaue Anschlüsse überprüft, Sicherungssperren, rote Anschlüsse, Auslass(ventile) Sicherungssperren. Und auf dieser Seite, die PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Anschlüsse und Sicherungssperren, beide Seiten, Wasser(leitungs)anschlüsse (Pause) und Kommunikation. Okay.

  234. Aldrin: Okay. (nicht zu verstehen) die Handschuhe. Verschlossen.

  235. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Sie ziehen ihre Handschuhe an, überprüfen die Verschlüsse an den Handgelenken und passen die Zugbänder für die Handflächen etwas an.

  236. McCandless: Columbia, hier ist Houston. Kannst du uns hören? Ende.

  237. Collins: Columbia hört euch laut und deutlich über Omni CCharlie.

  238. McCandless: Verstanden. Columbia, ich kann dir die Zeiten von LOSNASALOSLoss of Signal und AOSNASAAOSAcquisition of Signal zum MSFNNASAMSFNManned Space Flight Network für diesen Umlauf geben. LOSNASALOSLoss of Signal Wenn du wieder um die Ecke kommst, ist AOSNASAAOSAcquisition of Signal bei Ende.

  239. Collins: Danke. Sehr schön.

  240. McCandless: Verstanden. Ende. (lange Pause)

  241. Aldrin: Okay.

  242. Armstrong: Okay.

  243. Aldrin: Bei dir ist alles gesichert. Bestätige, dass dein Verteilerventil (für die Kühlung vom PLSSNASAPLSSPortable Life Support System) offen ist. Stellen auf Oben. (Pause) Verteilerventil ist Oben (minimale Kühlung).

  244. Armstrong: Verteilerventil ist Oben.

  245. Aldrin: Auf Minimum. PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Pumpe an.

  246. Die Astronauten tragen eine Art Unterwäsche (LCGNASALCGLiquid Cooled Garment), in die viele dünne Leitungen eingewoben sind und jetzt lässt die Pumpe im PLSSNASAPLSSPortable Life Support System das Wasser durch die Leitungen zirkulieren. Dieser geschlossene Kreislauf transportiert die überschüssige Körperwärme zum Sublimator, wo sie an einen Brauchwasserkreislauf abgegeben wird, dessen Wasser dann verdunstet. Auf diese Weise ist für die Kühlung im Anzug gesorgt. Die Brauchwasserversorgung wird nicht eingeschaltet, bevor die Luke geöffnet ist, da der Sublimator nur im Vakuum richtig funktionieren kann. Bei Apollo 12 passierte es (), nachdem die Luke geöffnet und Pete Conrad schon unten auf der Oberfläche war, dass Al Bean versehentlich an die Luke gestoßen ist und sie dabei geschlossen hat. Der dann durch den Sublimator erzeugte sehr geringe Kabinendruck war trotzdem ausreichend, um eine Warnanzeige auszulösen.

    Armstrong: Der Sublimator arbeitete noch nicht, aber die Wassertemperatur war niedriger als unsere Körpertemperatur. Es war daher sofort zu spüren, als das Wasser durch die Leitungen lief.

  247. Armstrong: PLSSNASAPLSSPortable Life Support System(-Pumpe) an. Läuft

  248. Aldrin: Und meine läuft ebenfalls, und kühlt auch schon.

  249. Armstrong: Bei mir auch.

  250. Aldrin: Es ist zu hören.

  251. Armstrong: Bestätigt.

  252. Aldrin: Das muss es sein. Ja. (nicht zu verstehen) Warum beugst du dich nicht runter und lässt mich das (die Antenne) festmachen. Mal sehen, ob wir (nicht zu verstehen). (Pause) Okay. (nicht zu verstehen) Überprüfen der EMU. Ist schon recht gründlich gemacht worden.

  253. Armstrong: Sehr gründlich und vollständig. Okay. (lange Pause)

  254. McCandless: Columbia, hier ist Houston. Ende. (Pause)

  255. Collins: Houston, Columbia. Bitte kommen.

  256. McCandless: Verstanden. Warst du bei diesem Überflug erfolgreich, was das LMNASALMLunar Module betrifft? Ende.

  257. Collins: Negativ. Ich habe beide Stellen abgesucht und nichts gesehen.

  258. Siehe Kommentar nach . Beide Stellen bezieht sich vermutlich einmal auf P,2/6,3, vorgeschlagen bei , und weiter auf die beiden sehr dicht zusammenliegenden Punkte M,8/8,2 und M,7/8,0, vorgeschlagen bei bzw. .

  259. McCandless: Okay. Wenn du beim nächsten Mal wieder suchen willst, haben wir noch ein paar Koordinaten für dich. Die neuen Daten basieren auf der P-57-Lösung des LMNASALMLunar Module-Computers und lauten Echo Komma 3 und 4 Komma 8. Ich wiederhole, Echo,3 und 4,8, dieselbe Karte. Ende.

  260. Die Landestelle liegt bei Juliet,65/7,52. Die Gitternetzlinien stellen einen Abstand von 1 Kilometer dar und daraus ergibt sich, dass die Stelle bei Echo,3/4,8 ungefähr 4,4 Kilometer südlich und 2,6 Kilometer westlich vom tatsächlichen Landepunkt entfernt liegt. Wie man auf Abbildung 5-14 im Missionsreport von Apollo 11 sieht, ist das Houstons ungenauester Tipp. Bruce wird die Einstellungen für die AUTONASAAUTOAutomatic-Optik bei an Mike durchgeben. Mike untersucht die Stelle, wenn er bei die Landestelle überfliegt und berichtet das negative Ergebnis bei .

    Armstrong: Das war ziemlich weit weg von der Stelle, wo sie bisher gesucht haben. Vorher haben sie in der Mike-Gegend gesucht und die ist ein gutes Stück entfernt.

  261. Collins: Verstanden. Ich werde dort nachsehen. Und wie wär's damit, ihr jagt das durch eure Maschinen und bringt mir ein paar KoordinatenBreite und Länge-durch-zwei, und Höhefür P-22. Das kann mir dann helfen, so gut es geht.

  262. McCandless: Verstanden.

  263. Collins: Das P-22 zeigt immer noch auf die falsche Stelle.

  264. McCandless: Columbia, hier ist Houston. Breitengrad plus 0 Komma 523, Längengrad dividiert durch Zwei 11 Komma 710. Ende.

  265. Collins: Verstanden. Das war plus 00523 und plus 11710. Danke.

  266. Aldrin: Wenn er es so gegengelesen hat, wollte er damit andeuten Hey, Freundchen, das ist die richtige Art und Weise, wie die Angaben gemacht werden.

  267. McCandless: Houston. Verstanden. Ende. (Pause) Columbia, hier ist Houston. Für die Richtantenne möchten wir Neigung 0, Gierwinkel 200. Noch mal, Neigung 0, Gierwinkel 200. Ende.

  268. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Als wir 1991 für ein Gespräch über die Mission zusammen waren, habe ich Neil und Buzz eine Frage gestellt und war so beeindruckt von Buzz' ausführlicher Antwort, dass ich diesen Dialog hier wiedergeben möchte. Die Frage lautete: Gestern Abend nach dem Essen, haben meine Frau und ich auf dem Weg nach Hause über die unterschiedliche Wahrnehmung der Geschehnisse gesprochen. Für die Öffentlichkeit war das, was jetzt passieren würde, das Aussteigen von Ihnen beiden, das Betreten der Mondoberfläche, die ersten Fußabdrücke und so weiter, der spannende Teil des Unternehmens. Im Gegensatz dazu war das eigentliche Ziel der Mission die Landung, die sichere Rückkehr und die Möglichkeiten des Raumschiffs zu demonstrieren. Möchten Sie dazu etwas sagen?

    Armstrong: Was ich schon immer gesagt habe, für mich persönlich war der Höhepunkt der Landeanflug und letztendlich die Landung. Nach allem anderen war das die Hauptzielsetzung und auch der schwierigste, riskanteste und komplexeste Teil des Fluges. Und da ich ja auch kein Geologe bin, habe ich keine besondere Herausforderung in der Arbeit auf der Mondoberfläche gesehen. Es war naheliegend und angebracht das zu tun, aber für mich hatte es nie die Bedeutung wie die Landung an sich. (Schmunzelnd) Aus der Perspektive des Piloten.

    Aldrin: In erster Linie bin ich jemand, der etwas transportiert. Ein Fahrzeugführer, der sich in einer Situation wiederfindet, in der er Raumspaziergänge unternehmen solloder EVAsNASAEVAExtravehicular Activitywie bei Gemini 12 und Apollo 11. Und ich fand, dass ich absolut ausreichend darauf vorbereitet war. Zweifellos war der allerwichtigste Erfolg bei unserem Flug das Landen auf einem anderen Himmelskörper, das Wiederaufsteigen in den Orbit für ein Rendezvous, das Ankoppeln und nach Hause zu kommen.

    Einsätze außerhalb des Raumschiffs (EVAsNASAEVAExtravehicular Activity) sind, wie ich finde, in einer Umgebung mit Schwerkraft einfacher als beim Herumschweben in Schwerelosigkeit. Dafür spricht auch die Erkenntnis, mit seinen Kräften haushalten zu müssen, die wir im Lernprozess bei den EVAsNASAEVAExtravehicular Activity (bei Gemini und bis jetzt bei Apollo) gewonnen haben.

    Meine Befürchtungen, wie die Öffentlichkeit von den Medien beeinflusst wird, sind natürlich gewachsen. Man muss nicht unbedingt gut finden, wohin das führt, aber man muss lernen, damit zu leben. Meine Ansicht, was Apollo (EVAsNASAEVAExtravehicular Activity) betrifft, wurde auch von jemand anderem, der ebenfalls auf dem Mond war, geteilt. (Ein Astronaut, dessen Name hier nicht genannt wurde, aber ganz sicher nicht Alan Shepard.) Wir waren beide der Meinung, dass ein Golf-Abschlag auf dem Mond eine Verschwendung von Steuergeldern bedeutet und nichts ist, was man bei einer Mission dieser Art tun sollte. Aber wir haben beide gesehen, dass wir uns irren. Genau so etwas will das Publikum sehen. Sie wollen Leute (d. h. Astronauten), die genau das machen und so wird die Unterstützung der Öffentlichkeit für das, was wir damals erreichen wollten, gefördert. Offenbar müssen wir unsere Sichtweise ändern und uns darauf einstellen.

    Ganz sicher war die Öffentlichkeit gefesselt und fasziniert von dem Moment, als jemand zum ersten Mal den Fuß auf einen anderen Planeten gesetzt hat, auch wenn wir schon seit Stunden dort waren und die langweiligen Vorbereitungen für den Ausstieg abarbeiten mussten. Damit schien das gar nichts zu tun zu haben. Mehr aus Spaß habe ich eine zukünftige Landefähre mit zwei Ausstiegen und zwei Leitern konstruiert, sodass beide Astronauten gleichzeitig nach unten können. Es gibt wirklich etliche gute Gründe dafür, warum zwei Luken vorteilhaft sind. Wenn ich aber gegenüber Ingenieuren anfange, über ein Mondlandefahrzeug mit zwei Leitern zu reden, wird immer etwas eigenartig darauf reagiert und die technischen Gründe wie z. B. Sicherheit oder Zuverlässigkeit treten in den Hintergrund, weil jemand meint, etwas hineininterpretieren zu müssen, in das was ich damit sagen will.

    Ich glaube, den Medien Einblick in alles was wir tun, zu gewähren und sie mit einzubeziehen, ist gut. Man muss aber angemessen damit umgehen. Zum Beispiel: Wenn ich derjenige hätte sein sollen, der als erster etwas sagen muss, hätte ich mich ganz sicher von den damals kompetentesten Leuten beraten lassen. Ich hätte alle Empfehlungen und Ratschläge durchdacht und dann darauf basierend meine eigenen Worte gefunden. Genau das machen die Präsidenten, bevor sie ihre Rede halten und das ist es, was auch alle anderen tun. Aber noch heute, so scheint es, können wir das nicht machen, ohne dass es als Einmischung von außen betrachtet wird. Okay? Das finde ich sehr schade. Ich habe viel darüber nachgedacht und meine von den Leuten, die unbedingt wissen wollen, wo und wie Neil zu diesen so absolut passenden (Worten in so einer Situation) gekommen istes geht sie nichts an. Es zeigt aber, dass irgendwo eine Grenze gezogen werden muss.

    Auch eigenartig, aber die Reihenfolge in der wir ausgestiegen sind, wurde wohl festgelegtoder es wurde einfach eine Entscheidung getroffenindem man sich daran orientierte, wo unsere Positionen bei einem Notfall waren und diese wiederum darauf bezogen hat, zu welcher Seite hin die Luke sich öffnete. Nun, in Zukunft wird man so etwas voraussehen, da bin ich sicher, und daraus gelernt haben. Allerdings taucht dann bestimmt irgendein anderes Problem auf.

    Von der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit hängt unsere Unterstützung ab. Damit müssen wir umgehen und entsprechende Balance halten. Aber jemanden zu neuen beruflichen Aufgaben zu inspirieren und ihm dann keine Karriere bieten, oder ihm ein Experiment geben und das Experiment dann immer und immer wieder zu verschieben, bis es am Ende gar nicht fliegt, gibt demjenigen das Gefühl, von diesem System im Stich gelassen zu werden. Das kann viel kaputt machen und ich glaube, dass es in vielen Fällen so geschehen ist. Wie beschweren uns immer wieder, dass es nicht genügend Ingenieure gibt, und wenn die Leute dann daraufhin studieren, werden sie auf einmal nicht mehr gebraucht. Würden wir mehr Ingenieure brauchen, würden wir auch mehr bezahlen, um gute Leute zu bekommen, denke ich. (amüsiert) Da ich beim Thema bin, möchte ich kurz etwas zum Begriff NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration-Wissenschaftler sagen. Unter dem Ausdruck NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration-Wissenschaftler versteht die Öffentlichkeit in der Regel denjenigen, der die Raketen baut. Das sind aber die Ingenieure, nicht die Wissenschaftler. Aufgrund dieser öffentlichen Meinung haben wir jetzt auch eine wissenschaftliche Raumstation (Eric Jones: Gemeint ist die damals geplante US Raumstation Freedom.), obwohl es eigentlich technische Gründe sind, die sie notwendig machen. So wird auch nicht von der Academy of Engineering (Akademie für Ingenieurwesen) untersucht, ob sie den Anforderungen entspricht, sondern die Academy of Sciences (Akademie der Wissenschaften) beurteilt sie nach wissenschaftlichen Inhalten und deren Nutzen. Was bedeutet, dass dort die Experimente durchgeführt werden, die diese Leute sehen wollen, egal ob Forschungen in Richtung technische Sicherheit und dauerhafte Zuverlässigkeit mit einbezogen werden. Alle diese Dinge haben mit der Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu tun, und das war, glaube ich, Ihre Frage.

    Wen es interessiert, wie es zu der Entscheidung darüber gekommen ist, wer als Erster aussteigt, sollte A Man on the Moon von Andy Chaikin und von Buzz Aldrin selbst das Buch Return to Earth lesen. Ganz einfach ausgedrückt, die Entscheidung hing mit der Aufhängung (wenn dieses Wortspiel erlaubt ist) der Luke zusammen. Die Scharniere waren rechts, sodass sich die Luke nach rechts in die Kabine hinein öffnete und damit den Ausgang für Buzz blockierte, bis Neil draußen war. Ungeachtet dieser technischen Gegebenheit hat Buzz vor dem Flug einiges versucht, um Deke Slayton, ehemaliger Mercury-Astronaut und damals Chef des Astronautenkorps, sowie andere zu überreden, ihn anstatt Neil zuerst aussteigen zu lassen. Diese Bemühungen waren vergeblich.

  269. Aldrin: (nicht zu verstehen) (lange Pause)

  270. Armstrong: (nicht zu verstehen) Kreislauf der Kühleinheit (nicht zu verstehen). (Pause)

  271. Seit dem letzten Funkspruch zwischen LMNASALMLunar Module und Houston sind ungefähr vergangen. Neil und Buzz haben jetzt die Kühlwasserpumpen in ihren PLSSsNASAPLSSPortable Life Support System eingeschaltet. Bei späteren Missionen haben die Astronauten, nach dem Einstellen der A & B Druckregelventile auf Aussteigen und der Überprüfung der CBNASACBCircuit Breaker-Konsole, die Anzüge unter Druck gesetzt und auf Dichtigkeit geprüft. Im folgenden Dialog hat es den Anschein, dass Neil und Buzz ein paar Probleme mit der Kommunikationsverbindung haben. Wie auch immer, bei sind sie so weit, um das Ventil für die Wiederherstellung des Kabinendrucks zu schließen und das Dekompressionsventil an der vorderen Luke zu öffnen. Ihre Anzüge sind natürlich unter Druck. Auf den Stichwortkarten für die Endgültige EVANASAEVAExtravehicular Activity-Konfiguration steht, ob sie eine Überprüfung der Druckdichtigkeit vornehmen werden.

  272. Armstrong: Houston, hier ist Neil. Wie ist die Verständigung?

  273. McCandless: Neil, hier ist Houston. Laut und deutlich.

  274. Aldrin: (zu Neil) Okay. Ich höre dich jetzt etwas besser. (hört Bruce) Na dann.

  275. Armstrong: Verstanden. (Verständigung ist) laut und deutlich.

  276. Aldrin: (zu Neil) Ich höre dich nicht gerade laut und deutlich, aber ich glaube, es ist dasselbe Problem. (an Houston) Houston, wie ist Buzz zu hören?

  277. McCandless: Buzz, hier ist Houston. Laut und deutlich. Du bist wirklich gut zu verstehen. Ende.

  278. Aldrin: Sehr gut.

  279. Armstrong: Okay. (Pause) Kabinendruck(ventil) geschlossen. (lange Pause)

  280. Mit dem Schließen dieses Ventils und dem Öffnen des entsprechenden Sicherungsschalters verhindern sie, dass das ECSNASAECSEnvironmental Control System versucht, die Kabinenatmosphäre weiter aufrechtzuerhalten, nachdem das Kabinendekompressionsventil an der vorderen Luke geöffnet wurde.

    Audiodatei (, MP3-Format, 21 Mb) Die Aufnahme der Kommunikation mit dem Raumschiff beginnt bei . Mit freundlicher Genehmigung von John Stoll, leitender ACRNASAACRAudio Control Room-Techniker im Johnson Raumfahrtzentrum der NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration.

  281. Armstrong: Okay. (Pause) Jetzt kommt die Gymnastik.

  282. Aldrin: Was?

  283. Armstrong: Jetzt kommt die Gymnastik.

  284. Aldrin: Oh, ich glaube, es wird viel leichter gehen (als beim Training). (Pause)

  285. Mit zwei Personen in Anzügen und Tornistern auf dem Rücken war es gar nicht so einfach, sich nach vorne zu beugen, um das Dekompressionsventil an der vorderen Luke zu erreichen. Das Foto zeigt dieses Ventil ohne den Bakterienfilter an der Luke von LTA-1NASALTALunar Test Article, ausgestellt im Cradle of Aviation Museum.

    Aldrin: Das hat Neil wahrscheinlich gemeint, und ich war wohl etwas zu optimistisch.

    Manchmal öffnete der Kommandant das Ventil und manchmal der LMPNASALMPLunar Module Pilot. Bei den Missionen von Apollo 16 und Apollo 17 waren es Duke bzw. Cernan, die hinter sich nach oben reichen mussten, um das andere Dekompressionsventil an der Andockluke zu öffnen. Wir haben auch über die Schwierigkeiten gesprochen, die Gene dabei hatte, an das obere Ventil heranzukommen. Neil sagte: Das kann ich mir vorstellen. Und das gilt gewiss für beides, sowohl in einem geschlossenen Anzug unter Druck als auch im Anzug ohne Druck. Allerdings ist es im Anzug unter Druck wohl noch schwieriger. Buzz fügte hinzu: Wahrscheinlich ist es gerade noch möglich. Einer der beiden musste entweder in die Knie gehen oder sich vorbeugen, um das Ventil an der vorderen Luke zu öffnen. Nach einigen Überlegungen zum Dialog von eben sind wir übereingekommen, es war Buzz, der es geöffnet hat. Die Unsicherheit kam zum Teil auch daher, dass die nächste Zeile in der ursprünglichen Transkription mit Okay. Ich möchte jetzt auf Ablassen stellen wiedergegeben wurde und ich jetzt aber denke, dass Okay. Wir wollen jetzt auf Ablassen stellen richtig ist.

    Von Ken Glover kommt folgender Hinweis. Neil sagt bei , während der zweiten Dekompression vor dem Herauswerfen der nicht mehr gebrauchten Ausrüstung, dass sie den Druck über das Ventil an der vorderen Luke bis auf 2 psi (0,14 bar) abgelassen haben und dann zusätzlich das obere Kabinendekompressionsventil an der Andockluke öffneten. Ganz sicher um den Vorgang zu beschleunigen. Da beide Rechtshänder sind, hat es Neil höchstwahrscheinlich geöffnet, weil er auf der linken Seite der Kabine stand. Siehe auch die Kommentare nach .

  286. Armstrong: Okay. Wir wollen auf (kurze Pause um die entsprechende Zeile der Checkliste zu finden) Ablassen stellen, bis runter auf 3,5 psi (0,24 bar) und dann zurück auf AUTONASAAUTOAutomatic.

  287. Nachdem Buzz das Ventil geöffnet hat, bleibt es so lange offen, bis der Kabinendruck auf 3,5 psi (0,24 bar) abgesunken ist. Dann wird er es wieder schließen, damit die Anzüge überprüft werden können. Der abgesenkte Kabinendruck erhöht den relativen Druck im Anzug auf über 4,5 psi (0,31 bar) und man kann ein eventuelles Leck bemerken.

  288. Aldrin: Okay. Stelle auf Ablassen. (Pause) Und Druck ist runter auf 4,24,1. (Pause)

  289. Nach dem Anhören dieser Zeile sind wir alle drei der Meinung, dass Buzz das Ventil geöffnet hat.

    Armstrong: Das denke ich.

    Aldrin: Wie hätte ich sonst die Werte lesen können? Wieder hochkommen und sie ablesen.

    Armstrong: Das musst Du wohl gemacht haben.

  290. Armstrong: Es sind 3,5 (psi bzw. 0,24 bar). (Pause) Bist du auf AUTONASAAUTOAutomatic? Bestätige Kabinendruck bei 3,5 (psi bzw. 0,24 bar) und Druck im LMNASALMLunar Module-Anzugkreislauf zwischen 3,6 und 4,3 (psi bzw. 0,25 u. 0,3 bar).

  291. Letzteres ist der Druck im ECSNASAECSEnvironmental Control System, das momentan sowohl von der Kabine als auch von den Anzügen getrennt ist.

  292. Aldrin: Ist der Fall. Anzugkreislauf bei etwa 4,3 (psi bzw. 0,3 bar).

  293. Armstrong: Okay. Bestätige Druck im PGANASAPGAPressure Garment Assembly über 4,5 (psi bzw. 0,31 bar). Meiner ist 4,6 (psi bzw. 0,32 bar).

  294. Aldrin: Meiner ist 4,7 (psi bzw. 0,32 bar).

  295. McCandless: Neil, hier ist Houston. Gib uns bitte ein Zeichen, wenn du die Armbanduhr startest. Ende.

  296. Armstrong: Verstanden.

  297. Aldrin: Ich gebe es nachher durch.

  298. Armstrong: Okay. Okay, lass uns weiter (Druck) ablassen.

  299. Aldrin: Ablassen.

  300. Armstrong: Geh auf Ablassen. (lange Pause)

  301. Aldrin: Houston, ich starte meine Uhr bei . Ende.

  302. McCandless: Verstanden.

  303. Buzz trägt seine Uhr am Anzugärmel und startet die Stoppuhr-Funktion nach der vollen Stunde, entsprechend .

  304. Aldrin: 3, 2, 1.

  305. Aldrin: Jetzt.

  306. Aldrin: Neil hatte seine Armbanduhr nicht mit draußen. Ich bin sicher, dass er sie mit dem Velcro-Streifen am AOTNASAAOTAlignment Optical Telescope befestigt hatte.

    Armstrong: Jemand anderes hat mich auch mal danach gefragt, vielleicht in einem Brief. Ich konnte mich aber nicht mehr erinnern, obwohl es logisch gewesen wäre, wegen des Problems mit der Missionsuhr eine Uhr drin zu lassen.

    Aldrin: Ich war mir nicht sicher, was der Grund dafür war, aber ich dachte es wäre okay. Es war deine Uhr, also auch deine Entscheidung, wenn du sie in der Kabine lassen wolltest. Als ich meine Uhr dem Smithsonian geschickt habe und sie dabei verloren ging, ist mir wieder eingefallen, dass du deine Uhr drin gelassen hast und meine als Einzige mit draußen auf der Oberfläche war. Das war eins von diesen DingenIch hatte zwar eine Uhr um, aber ich glaube, ich habe gar nicht draufgeschaut. Was wahrscheinlich bedeutet, dass sie nicht die normale Zeit anzeigte, sondern bei irgendeinem bestimmten StartpunktFür den Mond war das eine ziemlich lausige Uhr. Als Stoppuhr war sie nicht besonders geeignet. All dieser Aufwand und dann hat man auf dem Mond nur eine einfache Armbanduhr, im Nachhinein muss man sich darüber schon wundern.

    Jones: Später hatten sie die Manschetten-Checklisten mit Zeitenangaben relativ zum Ablassen des Kabinendrucks. Sie haben die Stoppuhr-Funktion zu Beginn der Dekompression gestartet.

    Armstrong: Scheint logisch.

    Aldrin: Da in unseren Checklisten keine Zeiten (seit dem Beginn der EVANASAEVAExtravehicular Activity) standen, haben wir das nicht besonders festgelegt. Aber diese Vorgehensweise war gut und sinnvoll.

  307. Collins: Houston, Columbia meldet sich wieder über die Richtantenne.

  308. McCandless: Verstanden, Columbia. Laut und deutlich. Und, Buzz, dein Zeichen haben wir registriert.

  309. Armstrong: Okay. Ich habe meine Kühlwasser-Warnung

  310. Aldrin: Okay.

  311. Armstrong: Warnanzeige für Kühlwasser. Bei dir auch?

  312. Aldrin: Bei mir auch.

  313. Armstrong: Okay. (Pause)

  314. Sensoren im PLSSNASAPLSSPortable Life Support System haben bemerkt, dass die Sublimatoren noch nicht arbeiten, obwohl der Kabinendruck sehr niedrig ist. Der Sublimator besteht aus übereinanderliegenden Platten mit einer Honigwabenstruktur im Inneren. Im Vakuum gefriert daran das Brauchwasser und sublimiert, wodurch die Kühlung des Wasserkreislaufs im Anzug gewährleistet ist. Der Brauchwasserkreislauf für den Sublimator wird nicht eingeschaltet, solange die Luke noch geschlossen ist und durch das Abwarten der Warnanzeigen überzeugen sie sich, dass die Sensoren funktionieren.

  315. Armstrong: Kabinendruck geht gegen Null. Bestätige LMNASALMLunar Module-Anzugkreislauf 3,6 bis 4,3 (psi bzw. 0,25 bis 0,3 bar). Ist bestätigt. Bestätige PGANASAPGAPressure Garment Assembly-Druck über 4,5 (psi bzw. 0,31 bar). Okay. 4,75 (psi bzw. 0,33 bar) (und) fallend. Bereit, die Luke zu öffnen, wenn wir bei Null sind. (lange Pause)

  316. Aldrin: Möchtest du eins deiner Visiere runterschieben, oder lässt du sie oben? (Pause) (nicht zu verstehen)

  317. Armstrong: Okay. (Pause) Inneres Visier unten. (lange Pause)

  318. Armstrong: Vier Zehntel Pfund (0,4 psi bzw. 0,03 bar) in der Kabine. (lange Pause)

  319. Armstrong: Gefallen auf 0,2 (psi bzw. 0,01 bar).

  320. Unterbrechung des Funkverkehrs.

  321. Aldrin: Dauert ganz schön lange, bis alles raus ist, nicht?

  322. Armstrong: Ja.

  323. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Bei Apollo 11 war in das Ventil für die Kabinendekompression an der vorderen Luke ein Bakterienfilter eingebaut, was sich erheblich auf die Dauer der Dekompression ausgewirkt hat. Bei den folgenden Missionen verzichtete man auf diesen Filter. Mit Filter dauerte es , bis der Kabinendruck von 5,0 psia (0,34 bar) auf 0,08 psia (0,005 bar) abgesunken war, gegenüber ohne den Filter. Ohne Filter und wenn beide Ventile, das an der vorderen Luke und das an der oberen Andockluke, gleichzeitig geöffnet wurden, dauerte es nur noch . Meistens hat man bei den Apollo-EVAsNASAEVAExtravehicular Activity jeweils nur eines der Ventile geöffnet. Nur für die zweite Dekompression nach der EVANASAEVAExtravehicular Activity bei haben Neil und Buzz beide Ventile genutzt. Die Luke wurde noch einmal geöffnet, um die nun überflüssig gewordenen Ausrüstungsgegenstände aus der Kabine zu werfen. Wegen ihrer verhältnismäßig großen Oberfläche konnte die vordere Luke bei einem Druck deutlich über 0,1 psia (0,007 bar) nicht geöffnet werden.

    Aldrin (Technische Nachbesprechung, ): Wir wollten die obere Luke (meint das obere Kabinendekompressionsventil) eigentlich gar nicht öffnen. Wir wollten nur eins der beiden öffnen und das andere in Ruhe lassen.

  324. Aldrin: Okay, mal sehen, ob sie schon aufgeht.

  325. Armstrong: Okay. (lange Pause)

  326. Armstrong: Du stößt mit deinem Visier an meine RCUNASARCURemote Control Unit. (lange Pause)

  327. Buzz ist auf der rechten Seite der Kabine und beugt sich nach unten, um die Luke zu öffnen. Beim Öffnen schwingt sie nach innen auf seine Seite und blockiert ihn etwa in Kniehöhe. Es ist so eng, dass Buzz mit seinem Helm gegen die RCUNASARCURemote Control Unit vor Neils Brust stößt.

  328. Armstrong: Drück (nicht zu verstehen) (lange Pause)

  329. Armstrong: Brauchst du Licht?

  330. Aldrin: Entriegelt ist sie schon.

  331. Aldrin: Er fragt, ob ich Licht brauche und ich sage, ich bin sicher, dass sie entriegelt ist. Sie ist einfach nur nicht aufgegangen.

    Armstrong: Ich erinnere mich, dass wir davon ausgingen, sie auch bei einem noch geringen Restdruck schon öffnen zu können. Wie sich herausgestellt hat, reichte aber ein sehr niedriger Druck, um das Ding geschlossen zu halten.

    Der Verschluss ist ein ganz einfacher Mechanismus mit einem kurzen Riegel an einem Ende und einem längeren Griffhebel am anderen. Auf dem Schild darunter steht:

    Bedienung des Riegels

    1. Griff in den Schaft stecken
    2. SchließenGriff CWNASACWClockwise bis zum Anschlag nach unten drücken
    3. ÖffnenGriff CCWNASACCWCounterclockwise bis zum Anschlag nach oben drücken

    Im NotfallFalls Riegel in der Position Geschlossen festsitztZum Öffnen der Luke am Seilzug den Sicherungsstift herausziehen, Platte vom Riegel wegdrehen und Luke aufmachen.

    Aldrin: Ich glaube, er ging ganz durch und außen war auch ein Hebel.

    Bei Apollo 12 hat Al Bean die Luke an einer Ecke ein wenig zurückgebogen, um so noch etwas Druck aus der Kabine zu bekommen.

  332. Armstrong: Entriegelt? (Pause) Geht sie auf?

  333. Aldrin: Sie ploppt gleich auf. (lange Pause) Hast du auch diesen Dauerton im Hintergrund?

  334. Armstrong: Ich habe diese Störgeräusche. Ich habe Störungen.

  335. Aldrin: Ich habe so einen Dauerton.

  336. Armstrong: Ich glaube, ich höre was anderes. (lange Pause)

  337. McCandless: Neil, hier ist Houston. Wie weit seid ihr mit dem Öffnen der Luke? Ende.

  338. Armstrong: Hier ist alles in Ordnung. Wir warten nur noch darauf, dass der KabinendruckBis genug Druck entwichen ist, um die Luke öffnen zu können. Unsere Anzeige ist jetzt 0,1 (psi bzw. 0,007 bar). (Pause)

  339. Aldrin: Ich will ganz sicher nicht zu sehr dran ziehen. Eine Alternative wäre, das Obere (Ventil) auch noch zu öffnen.

  340. Um die Dekompression zu beschleunigen, könnten sie zusätzlich das Ventil an der oberen Andockluke öffnen. Neil und Buzz nutzen diese Möglichkeit, wenn sie nach der EVANASAEVAExtravehicular Activity bei die überflüssig gewordene Ausrüstung aus der Kabine werfen. Ansonsten wurde das obere Ventil nur bei Apollo 16 bzw. Apollo 17 benutzt. Cernan fand es aufgrund seiner Körpergröße leichter, nach oben zu greifen anstatt nach unten zum Ventil an der vorderen Luke.

    Armstrong: Nach meiner Erinnerungaber ich kann falsch liegenwar nur an dem einen Ventil (meint das Dekompressionsventil an der vorderen Luke) ein Filter. (Das ist richtig.)

    Aldrin: Am oberen Ventil wollte man keinen Filter. Er hätte sich lockern können und wäre dann beim Andocken im Weg gewesen oder hätte sonst irgendwo gestört.

    Was die Sorge von Buzz betrifft, er könnte zu kräftig am Griff der Lukenverriegelung ziehen, haben vorangegangene Tests Folgendes ergeben. Bei einer Zugkraft von 180 Pfund (82 kg) bricht eher der Griff, als dass sich die Luke verbiegt, was erst bei 240 Pfund (109 kg) geschieht. Bei einem Kabinendruck von 0,25 psi (0,017 bar) wäre eine Kraft von 78 Pfund (35 kg) nötig, um die Luke zu öffnen. Dem gegenüber stehen 118 Pfund (54 kg) bei einem Innendruck von 0,35 psi (0,024 bar). Die Tests haben auch gezeigt, dass es praktisch unmöglich ist, in einem unter Druck stehenden Anzug beim Öffnen der Luke eine Zugkraft von mehr als 100 Pfund (45 kg) zu entwickeln.

  341. McCandless: Neil, hier ist Houston. Ende.

  342. Armstrong: Bitte kommen, Houston.

  343. McCandless: Verstanden. Wir sehen hier einen relativ gleichbleibenden Kabinendruck. Meint ihr, dass ihr die Luke bei diesem Druck von 0,12 psi (0,008 bar) öffnen könnt?

  344. Armstrong: Wir versuchen es gerade.

  345. McCandless: Verstanden. (lange Pause)

  346. Armstrong: Die Luke geht auf. (Pause)

  347. Aldrin (Technische Nachbesprechung, ): Um die Luke zu öffnen, war ein Ruck nötig und dabei schien sie sich etwas zu verwinden. Dann kam mir die ganze Luke entgegen. Sobald die Versiegelung gebrochen war, konnte ich sehen, wie kleinere Partikel nach außen strömten.

    Mehrere Besatzungen haben beobachtet, wie sich beim Ausströmen der feuchten Kabinenluft in das Vakuum Eiskristalle gebildet haben. Bei Apollo 17 wurde sogar einmal ein kleines Stückchen Brot mitgerissen, als die Luke geöffnet wurde.

  348. Aldrin: Okay. Halt sie offen und ich stelle das Ventil auf (AUTONASAAUTOAutomatic)

  349. Armstrong: Okay.

  350. Aldrin: Nein. Besser ich komme erst hoch. (lange Pause)

  351. In der Position AUTONASAAUTOAutomatic kann das Ventil auch von außen geöffnet werden, für den Fall, dass die Luke sich schließt und sich in der Kabine Druck aufbaut.

  352. Aldrin: Okay. Das Ventil steht auf AUTONASAAUTOAutomatic.

  353. Armstrong: Okay. (Pause)

  354. Aldrin: (nicht zu verstehen) nach vorne. (lange Pause)

  355. Armstrong: Ist dein Fenster schon leer? Ist dein Fenster für die Kühlwasserwarnung schon leer? (Pause)

  356. Damit ist die Warnanzeige für das Kühlwasser vom PLSSNASAPLSSPortable Life Support System gemeint. Offensichtlich haben beide ihr Ventil für den Brauchwasserkreislauf im PLSSNASAPLSSPortable Life Support System geöffnet und bekommen die Kühlung gleich über den Sublimator.

  357. Aldrin: Ja, ist es.

  358. Armstrong: Meins ist noch nicht leer. (Pause)

  359. Aldrin (Technische Nachbesprechung, ): In dem Moment, als die Warnanzeige im Fenster für das Kühlwasser verschwand, war beinah gleichzeitig auch die Kühlung zu spüren.

  360. McCandless: Columbia, hier ist Houston. Ende.

  361. Collins: Columbia. Bitte kommen.

  362. McCandless: Columbia, hier ist Houston. Bitte schalte im kryo(genischen) Wasserstofftank Nummer 1 den Ventilator ein. Und deine LOSNASALOSLoss of Signal-Zeit für diesen Orbit ist . (Pause) Korrektur. Nimm das für den nächsten Orbit. Dein AOSNASAAOSAcquisition of Signal/LOSNASALOSLoss of Signal für diesen Orbit hast du bereits.

  363. Collins: Verstanden, was die Zeit angeht, und ihr wollt, dass ich den Ventilator

  364. Armstrong: Okay, öffne jetzt (nicht zu verstehen)

  365. Collins: in Kryo-Tank 1 für Wasserstoff einschalte.

  366. McCandless: Bestätigt. Ende. (lange Pause)

  367. Die Tieftemperaturtanks für flüssigen Wasserstoff im CSMNASACSMCommand and Service Modules haben ein Flügelrad eingebaut. Mike wird in einem der Tanks diesen Ventilator einschalten, um den Inhalt durchzumischen und so einer radialen Schichtenbildung durch den Temperaturverlust an der Wandung vorbeugen. Ein Kurzschluss beim Ventilator in einem der Sauerstofftanks war die Ursahe für die Explosion bei Apollo 13.

  368. Aldrin: (zu Neil) (hast du) dein Kühlwasserventil geöffnet (nicht zu verstehen)?

  369. Armstrong: Ja.

  370. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Die Warnanzeige für das Brauchwasser bei Neil ist offensichtlich noch nicht verschwunden. Bei allen Missionen vergingen einige Minuten, bevor der Sublimator anfing zu arbeiten.

    Kurz vor dem Ende dieser Unterbrechung des Funkverkehrs informiert der PAONASAPAOPublic Affairs Office-Kommentator darüber, dass Neil und Buzz jetzt seit mit Sauerstoff vom PLSSNASAPLSSPortable Life Support System versorgt werden, was dem Beginn der Dekompression bei entspricht.

  371. McCandless: Columbia, hier ist Houston. Wir sehen, dass du gleich an die Begrenzung der Richtantenne kommst. Falls du den Kontakt verlierst, möchten wir Omni Delta. Omni Delta, falls du den Kontakt verlierst. Ende.

  372. Collins: Verstanden. Omni Delta. (lange Pause)

  373. Armstrong: Okay. Mein Fenster ist leer. Ich werde jetztStelle meine Kühlung etwas höher ein.

  374. Aldrin: Okay. Mein Fenster ist leer. (lange Pause)

  375. Armstrong: Alle RCUNASARCURemote Control Unit-Fenster sind leer. (Pause) LMNASALMLunar Module-Anzugkreislauf ist 4,2(korrigiert sich) 4,3 (psi bzw. 0,3 bar). Und ich habe ein Warnlicht für Druck Aufstiegsstufe, ein Warnlicht bei PREAMPNASAPREAMPPreamplifier und ein Warnlicht für ECSNASAECSEnvironmental Control System.

  376. Frank O'Brien sagt, das ECSNASAECSEnvironmental Control System-Warnlicht leuchtet in vier Fällen auf:

    1. die Glykol-Pumpe versagt
    2. der Partialdruck für CO2 ist höher als 7,6 mm Quecksilbersäule
    3. der Wasserabscheider versagt
    4. der Anzuglüfter Nr. 1 versagt

    Ist die Kabine dekomprimiert, schaltet sich der Wasserabscheider ab und deswegen leuchtet das Warnlicht auf.

    Frank O'Brien schreibt weiter: Das Warnsystem konnte sehr eigenwillig reagieren. Es war deshalb oft einfacher, die Umstände zu dokumentieren, unter denen eventuell auch unbeabsichtigt Alarme bzw. Warnungen auftauchen konnten, als Zeit und Geld für technische Lösungen aufzuwenden, die sie vermeiden. Das Warnlicht für ASCNASAASCAscent PRESSNASAPRESSPressure (Druck Aufstiegsstufe) leuchtet auf, wenn der Druck in den Heliumtanks oder den Treibstoffleitungen der Aufstiegsstufe einen bestimmten Wert übersteigt. Ebenso geht das PREAMPNASAPREAMPPreamplifier-Warnlicht an, wenn bei der Stromversorgung für das RCSNASARCSReaction Control System die Toleranzwerte nicht eingehalten werden. Bei den Vorbereitungen für die EVANASAEVAExtravehicular Activity war das Aufleuchten dieser beiden Warnlichter sicher nicht beabsichtig, sondern eher ungewollt, aber durch das Design des Warnsystems bedingt. Während des Apollo-Programms entwickelte die NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration eine Methode zur Fehleranalyse (SCANASASCASneak Circuit Analysis), um mit solchen Situationen umzugehen.

  377. Aldrin: Ja, und wir haben ein Warnlicht für den Wasserabscheider.

  378. Armstrong: Das ist in Ordnung.

  379. Aldrin: (nicht zu verstehen). Richtig.

  380. Aldrin: Okay, ich sehe nach deinem Sicherungsschalter für den Kabinenventilator 1. Und du schaust nach dem für die sekundäre Glykol(pumpe). (Pause)

  381. Aldrin: Meine Kühlung funktioniert jetzt gut.

  382. Armstrong: Meine auch. (Pause) Okay. Sicherungsschalter für sekundäre Glykolpumpe offen? Soweit ich das sehe. (Pause) Du musst dorthin.

  383. Aldrin: Weiter geht es nicht. Mein (Sicherungsschalter für) Kabinenventilator 1 ist offen.

  384. Armstrong: Ja. Gut.

  385. Aldrin: Ich soll das überprüfen? (Pause)

  386. Armstrong: Er ist offen. Bestätigt. (Pause) Okay. PGNSNASAPGNSPrimary Guidance and Navigation System Sicherungsschalter für Radar ist offen. (lange Pause)

  387. Aldrin: Also, ich schaue direkt drauf. Hab ihn.

  388. Armstrong: Okay. Ich kümmere mich mal um deine Antenne.

  389. Aldrin: (Nicht zu verstehen, weil Neil gerade spricht.) meine Antenne? (Pause)

  390. Armstrong: Ist draußen. (Pause)

  391. Wir haben auch über die Schwierigkeiten gesprochen, sich in der engen Kabine zu bewegen, wenn beide Astronauten die voll unter Druck stehenden Anzüge angelegt hatten. Das Foto von Stacey O'Brien zeigt ihren Mann, Frank O'Brien, neben einem LMNASALMLunar Module-Simulator im Cradle of Aviation Museum.

    Armstrong: Es war ziemlich eng. Ich glaube, in beiden, dem LMSNASALMSLunar Module Simulator und dem anderen Gerät (Buzz nannte es den EVANASAEVAExtravehicular Activity-Trainer), haben wir normalerweise in Alltagskleidung trainiert und deshalb reichlich Platz gehabt. Als wir dann zum ersten Mal mit den Anzügen im Simulator waren, stellten wir fest, wie eng es eigentlich war. Sie nahmen eine Menge Platz weg und alles war viel umständlicher, als in Hemdsärmeln. Standen die Anzüge unter Druck, war es nur noch schwieriger. In der engen LMNASALMLunar Module-Kabine war dann wirklich kaum Platz.

    Aldrin (Technische Nachbesprechung, bezieht sich hier auf den Anfang der Vorbereitung auf die EVANASAEVAExtravehicular Activity): Wir haben den Helm innen mit dem Antibeschlag-Tuch ausgewischt, sobald es ausgepackt war und nicht erst später. Dafür gab es, glaube ich, zwei Gründe. Einer war, wir waren uns nicht sicher, ob dieser Punkt später in der Checkliste auftaucht und wollten es auf keinen Fall vergessen. Der andere hatte mit dem Training auf der Erde zu tun. Dort wollten wir so viel wie möglich erledigen, bevor wir das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System auf dem Rücken hatten, weil es bei einer Schwerkraft von 1 g sehr unbequem war. Dann fanden wir es aber sogar ohne die Schulterpolster mit angelegtem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System nicht ganz so beschwerlich. Das Gewicht auf dem Rücken hat nicht gestört. Allerdings musste man sich mit Bedacht bewegen, um nicht irgendwo anzustoßen. Man wusste nie genau, wo man mit der Rückseite des PLSSNASAPLSSPortable Life Support System oder der OPSNASAOPSOxygen Purge System gerade anecken konnte.

    Armstrong (Technische Nachbesprechung, ): Wie berichtet, haben wir mit dem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System auf dem Rücken einen Sicherungsschalter abgebrochen und zwei reingedrückt, einen auf jeder Seite. Hier sind immer noch Verbesserungen nötig. Wir müssen uns auch mit angelegtem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System sicher bewegen können, ohne am LM selber Schaden zu verursachen.

    Ulli Lotzmann weist darauf hin, das Buzz den abgebrochenen Sicherungsschalter wieder mit zur Erde zurückgebracht hat.

    Ich habe gefragt, ob sie den Ausstieg auch in unter Druck stehenden Anzügen trainiert haben.

    Aldrin: Ich glaube schon, zum Schluss, aber nicht sehr oft.

    Armstrong (Technische Nachbesprechung, über das Dekomprimieren der Kabine): Das ist einer der Vorgänge, die wir bei der Vorbereitung auf unserem Flug niemals vollständig durchgegangen sind. In der (Vakuum-)Kammer haben wir die PLSSsNASAPLSSPortable Life Support System immer auf der Triebwerksabdeckung gelassen. Sie wurden nie auf den Rücken genommen, weil sie so schwer waren und wir das LMNASALMLunar Module nicht beschädigen wollten. So haben wir die Kommunikation getestet und die Verbindungsschläuche angeschlossen, aber die Dekompressionsphase mit dem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System auf dem Rücken wurde nie komplett beendet. Wenn wir mit dem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System den vollen Einsatz aller Funktionen trainiert haben, waren wir immer in der Kammer, aber dann waren die LMNASALMLunar Module-Systeme nicht aktiviert.

    Deshalb waren zwei Dinge für uns neu. Zum einen, dass die Dekompression des LMNASALMLunar Module durch den Bakterienfilter sehr lange dauerte und durch die vom PLSSNASAPLSSPortable Life Support System, dem Wasserkocher (Sublimator) oder sonst irgendeinem System in die Kabine abgegebenen Gase zusätzlich verzögert wurde. Zum anderen wussten wir nicht, wie lange es unter diesen Bedingungen dauern würde, bis der Sublimator anfängt zu arbeiten. Es kam uns ziemlich lange vor, bis der Druck in der Kabine so niedrig war, dass sich die Luke öffnen lies, wir die Brauchwasserversorgung im PLSSNASAPLSSPortable Life Support System anschalten konnten, sich auf dem Sublimator die Eisschicht gebildet und die Kühlwasser-Warnung verschwunden war, sodass wir weitermachen konnten. Alles in allem schien die Dekompression der Kabine etwa eine Zeit in Anspruch zu nehmen.

    Wenn, wie sich aus der Kommunikation zwischen Houston und dem LMNASALMLunar Module schließen lässt, Neil und Buzz mit der Umstellung des Verteilerventils für das Brauchwasser gewartet haben, bis die Luke offen war, kam das einzige Gas, das von den PLSSsNASAPLSSPortable Life Support System in die Kabine abgegeben werden konnte, aus geringfügigen Undichtigkeiten in den Anzügen. Mit diesen Undichtigkeiten hatte man aber gerechnet. In dem Fall wäre Neils Vermutung, der Wasserkocher hätte die Dekompression verzögert, nicht zutreffend.

    Es sind beinah vergangen, seit Buzz das Ventil für die endgültige Dekompression der Kabine geöffnet hat. Bei der ersten EVANASAEVAExtravehicular Activity von Apollo 12 dauerte der gleiche Vorgang nur , hauptsächlich weil Pete und Al sich an der Luke zu schaffen machten, sobald der Druck unter 0,2 psi (0,014 bar) gefallen war. Um genau zu sein, sie hatten die Luke nach dem Beginn der vollständigen Kabinendekompression offen, während es bei Neil und Buzz bis dahin etwa dauerte.

    Armstrong (Technische Nachbesprechung, ): (Die Dekompressionsphase) haben wir im Training auf der Erde nie vollständig nachgestellt. Also, rückblickend hat alles ganz gut funktioniert. Wir waren nur nicht gewöhnt, die ganze Zeit rumzustehen und zu warten.