Logo - Journal der Monderkundungen - Apollo 15

Überarbeitete Niederschrift und Kommentare © Eric M. Jones

Redaktion und Edition Ken Glover

Übersetzung © Thomas Schwagmeier u. a.

Alle Rechte vorbehalten

Bildnachweise im Bilderverzeichnis

Filmnachweise im Filmverzeichnis

MP3‑Audiodateien: David Shaffer

Vorbereitung auf EVA-1

  1. Audiodatei (, MP3-Format, 2,4 MB) Beginnt bei .

  2. Scott: (für einige Sekunden Störgeräusche) Okay, Houston, Basis Hadley. Wir können die Überprüfung der Funkverbindung mit den PLSSNASAPLSSPortable Life Support System beginnen, wenn ihr bereit seid. (die Störgeräusche sind verschwunden) (SUR 3-6, SUR 3-7, SUR 3-8)

  3. Allen: Verstanden, Dave. Wir hören dich mit 3/3.

  4. Scott: 5 und 5 bedeutet laut und deutlich..

    Jones: Dann meint Joe hier, er hört Sie leise und etwas undeutlich.

    Die Verwendung von Fachausdrücken aus der Luftfahrt führte zu folgendem Gespräch.

    Scott: Wir haben vieles von der Fliegerei übernommen, wie man sieht, was auch wesentlich zum Erfolg des Apollo‑Programms beitrug. Am Anfang holte man haupt­sächlich Leute, die sich mit Flugzeugen, dem Fliegen und der Technik auskannten. Alle aus Langley, die das NACANASANACANational Advisory Committee for Aeronautics zur NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration umgestalteten oder nach Houston gingen, kamen aus der Luftfahrttechnik und hatten Flugzeuge getestet. Dann kam die erste Gruppe Astronauten, auch alles Testpiloten. Das hatte großen Einfluss auf die Verfahren und Methoden und somit auf die Sprache. Es kam nicht selten vor, dass Systeme nicht funktionierten, weil sie ausschließlich von Ingenieuren konstruiert wurden. Wenn ein Mathematiker ein Flugzeug baut, wird es nicht fliegen. Das werden viele bestätigen. Daher war es meiner Meinung nach entscheidend, die Leute einzubeziehen, die sich im Umgang damit auskannten und ihre eigene Perspektive mitbrachten. Dieser Einfluss, diese Kultur hat alles durchdrungen. Falls man so etwas später noch einmal anfangen will und das nur mit Ingenieuren, Mathematikern und Wissenschaftlern tut, wird es sehr, sehr schwierig sein. Denn sie werden lernen müssen, was Piloten und Leute mit praktischer Erfahrung bereits in das Programm eingebracht haben.

    Ein kleines Beispiel am Rande. Ich habe Ihnen vom Fluglageanzeiger erzählt, der 8er-Kugel (FDAINASAFDAIFlight Director Attitude Indicator). Im Verlauf der Raumschiffkonstruktion kamen die Ingenieure auf die Idee, dass der Pilot die Fluglage von drei Anzeigen ablesen sollte, drei Skalen, auf denen die Euler-Winkel dargestellt wurden. Sie können mal versuchen, Euler-Winkel im Kopf in eine Fluglage bezogen auf die Raumschiffachsen zu übersetzen. Unmöglich. Gut, vielleicht nicht unmöglich für Leute wie (Bobby) Fischer oder (Boris) Spasski (beides ehemalige Schachweltmeister), aber völlig unmöglich für jemanden wie mich. Mit Euler-Winkeln funktioniert es einfach nicht. Dann saß ich eines Tages in einer Besprechung, in der die Ingenieure am Ende von den Piloten überzeugt wurden. Die Ingenieure leben in Euler-Winkeln, das ist ihre Welt. Aber sie müssen auch kein Raumschiff oder sonst irgendwas fliegen. Darum war unsere Perspektive so wichtig. Und noch einmal, das war der Grund, warum das Programm funktionierte: die Kombination der verschiedensten Talente und Kulturen. Wenn Joe hier sagt:  3/3 , dann spiegelt es eben diese Kultur wieder und funktioniert auf jeden Fall besser als: Ich kann dich nicht besonders gut hören.

    Jones: Dann haben Joe, Jack und alle anderen Wissenschaftsastronauten etwas Zeit gebraucht, um all das von Ihnen zu lernen.

    Scott: Sie besuchten eine Flugschule. Joe, Jack und die anderen der Gruppe – Henize, Parker, Kerwin, Garriott – schickte man in die Flugschule, um sich damit vertraut zu machen.

    Dieser Ausschnitt unseres Gesprächs erinnerte mich an zwei Begebenheiten im Zusammenhang mit den Reisen des britischen Entdeckers James Cook.

    Die erste seiner Forschungsreisen nahm ihren Anfang als Vorschlag der Royal Society, ein Schiff in den Pazifischen Ozean zu schicken, um den Venustransit am zu beobachten. Dieses seltene Ereignis sollte den Astronomen helfen, absolute Distanzen innerhalb des Sonnensystems zu bestimmen. Die Royal Society schlug als Expeditionsleiter eines ihrer Mitglieder vor, Alexander Dalrymple. Das wurde jedoch, wie vorauszusehen, von der Royal Navy abgelehnt, welche ihrerseits einen Mann mit wesentlich mehr praktischer und nautischer Erfahrung bestimmte, James Cook.

    Während der Vorbereitung auf die zweite Reise begann Sir Joseph Banks seine ansonsten wohlverdiente Reputation etwas zu überschätzen. Banks, eigentlich Naturwissenschaftler, hatte Cook schon bei seiner ersten Reise begleitet und ordnete nun umfangreiche Umbauten bei einem der Expeditionsschiffe an, damit mehr Mitarbeiter und Bedienstete untergebracht werden konnten. Bald wurde klar, dass die Veränderungen das Schiff seeuntüchtig machen würden. Cook veranlasste schließlich den Abriss der zusätzlichen Aufbauten.

    Dem interessierten Leser möchte ich das Buch The Life of Captain James Cook von J. C. Beaglehole empfehlen. Die Biografie behandelt viele Details dieser vermutlich ersten wissenschaftlich orientierten Entdeckungsreisen der Geschichte.

  5. Allen: Wartet kurz, bis ich von INCONASAINCOInstrumentation and Communication Officer ein Weitemachen bekomme.

  6. Scott: (keine Störgeräusche) Okay. (Pause)

  7. Allen: Okay, Dave. Wir haben die Freigabe für (COMMNASACOMMCommunication: MODULATE –) FMNASAFMFrequency Modulation und höhere Leistung (PWR AMPLNASAPWR AMPLPower AmplifierPRIMNASAPRIMPrimary). Alles klar hier unten. (SUR 3-6, Paneel 12)

  8. Scott: Okay. Wir rufen euch gleich.

  9. Unterbrechung des Funkverkehrs.

  10. Scott: (liest die Schritte auf SUR 3-7) (Modus –) VOXNASAVOXVoice Activated Transmission, (VOXNASAVOXVoice Activated Transmission SENSNASASENSSensitivity) MAXNASAMAXMaximum, VHF ANASAVHF AVery High Frequency – System A auf T/RNASATR oder T/RTransmit/Receive, (VHFNASAVHF BVery High Frequency – System B) BNASAVHF BVery High Frequency – System B auf RCVNASARCVReceive. Okay. CB(16)NASACB(16)Circuit Breaker (Panel 16) COMMNASACOMMCommunications: SENASASESystems Engineer (LMP) AUDIO – Offen (Paneel 8, Paneel 16) und du schließt dich an das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Funksystem an. (lange Pause)

  11. An dieser Stelle der Aufnahme hört man deutlich, wie Silben oder ganze Worte nicht übertragen werden, weil das VOXNASAVOXVoice Activated Transmission-System zu langsam anspricht. Ein Problem, welches Buzz Aldrin die ganze Zeit während seiner EVANASAEVAExtravehicular Activity bei Apollo 11 zu schaffen machte. Hier verschwindet es bald und im Großen und Ganzen hören wir die qualitativ beste Übertragung über das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Funksystem, während sich eine Besatzung in der Kabine aufhält.

  12. Scott: (SUR 3-7) Okay. CB(16)NASACB(16)Circuit Breaker (Panel 16) COMMNASACOMMCommunications: SENASASESystems Engineer (LMP) AUDIO – Geschlossen (Paneel 16). PLSSNASAPLSSPortable Life Support System PTTNASAPTTPush-to-Talk [(LMPNASALMPLunar Module Pilot)]MAINNASAMAINMaintain (Rechts), Kontrollieren (RCU-Ansicht). Okay, PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Modus [(LMPNASALMPLunar Module Pilot)] – A, Rad – CCWNASACCWCounterclockwise. (RCU-Ansicht)

  13. Irwin: (lautes Pfeifen) … Modus A. Und das Rad ist am Anschlag entgegen dem Uhrzeigersinn.

  14. Scott: Okay. Warnton – An, Warnanzeige Belüftung – P, Warnanzeige Druck – O, O2 vorübergehend. (SUR 3-7)

  15. Irwin: Okay. Alles da. (RCU-Ansicht)

  16. Scott: Okay. PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-O2-Druckanzeige >85(%). (SUR 3-7)

  17. Irwin: Bestätigt. (RCU-Ansicht)

  18. Scott: Okay. Die Funkverbindung mit mir hast du überprüft. Jetzt ruf Houston. (SUR 3-7)

  19. Irwin: Houston, wie ist der LMPNASALMPLunar Module Pilot zu hören?

  20. Allen: Jim, du bist laut und deutlich zu verstehen. Nur ein Pfeifen im Hintergrund.

  21. Irwin: Verstanden. Ich höre das Pfeifen auch. (Pause)

  22. Allen: Jim, warte. Wir … (hört Jim sprechen)

  23. Irwin: Ich drehe die Rauschunterdrückung etwas runter, vielleicht …

  24. Allen: Verstanden. Jim, warte noch. Wir überlegen hier kurz, was diesen Ton verursachen könnte … (korrigiert sich) dieses Pfeifen im Hintergrund.

  25. Irwin: Okay. Ich warte. (lange Pause)

  26. Allen: Jim, hier ist Houston. Kannst du bitte für uns die Lautstärke etwas verringern? (Pause) Wir meinen die Lautstärke, die am Rad eingestellt wird.

  27. Irwin: Okay. Hab die Lautstärke reduziert.

  28. Allen: Das ist …

  29. Irwin: Okay. Habe das Rad auf etwa drei Viertel zurückgedreht. Wie ist jetzt die Verständigung?

  30. Allen: Jim, so ist es wesentlich besser. Das Pfeifen ist weg und wir hören dich mit 5/5. (Pause) Und wir können mit dem nächsten Schritt weitermachen.

  31. Irwin: Okay. Sehr gut.

  32. Allen: Verstanden. Wir können mit dem nächsten Schritt weitermachen.

  33. Scott: Okay. CB(11)NASACB(11)Circuit Breaker (Panel 11) COMMNASACOMMCommunications: CDRNASACDRCommander AUDIO – Offen. (SUR 3-7, Paneel 11)

  34. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Dave löst seine Verbindung mit der Funkanlage des LMNASALMLunar Module und schließt sich ebenfalls an sein PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Funksystem an.

  35. Scott: Okay. Ich habe Warnton – An, Warnanzeige Belüftung – P und Warnanzeige Druck – O. (PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-)O2-Druckanzeige steht bei ungefähr 94 Prozent (SUR 3-7, RCU-Ansicht). Und wie gut kannst du mich hören, Jim?

  36. Irwin: Ich höre dich laut und deutlich.

  37. Scott: Okay. Dann musst du jetzt die Funkverbindung mit Houston überprüfen. (SUR 3-8)

  38. Irwin: Houston, wie ist der LMPNASALMPLunar Module Pilot zu hören?

  39. Allen: Jim, wir hören dich mit 5/5. (Pause) Und Dave auch mit 5/5. Alles gut zu verstehen.

  40. Irwin: Du ebenfalls.

  41. Scott: (nicht zu verstehen) kann er nicht (nicht zu hören) mit mir sprechen.

  42. Irwin: Klar.

  43. Das Kommunikations­system ist gegenwärtig so konfiguriert, dass beide Astronauten miteinander sprechen können, man Dave und Jim in Houston hören und von Houston aus mit Jim auch sprechen kann, aber nicht mit Dave. Auf Seite SUR 3-8 der Checkliste steht ein entsprechender Hinweis dazu.

  44. Scott: Okay. PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Modus (LMPNASALMPLunar Module Pilot) auf … Jetzt bist du es, der Houston nicht hören kann.

  45. Irwin: Ja.

  46. Scott: PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Modus (LMPNASALMPLunar Module Pilot) auf B, [Scheibe – CCWNASACCWCounterclockwise (Warnton – An)] und CDRNASACDRCommander auf A. (SUR 3-8)

  47. Irwin: (nicht zu verstehen) in (Modus) B. (RCU-Ansicht)

  48. Scott: Okay. Ich bin in (Modus) A. Wie ist die Verständigung? (RCU-Ansicht)

  49. Irwin: Ich höre dich laut und deutlich, Dave.

  50. Scott: Okay. Ich höre dich laut und deutlich. Houston, wie ist der CDRNASACDRCommander zu hören?

  51. Allen: Dave, wir hören dich mit 5/5. Und Jim auch mit 5/5.

  52. Scott: Okay. PLSSNASAPLSSPortable Life Support System Modus (Beide) auf ARNASAARDual Mode (System A) Relay (Warnton – An) (SUR 3-8, RCU-Ansicht)

  53. Irwin: Okay. Bin in ARNASAARDual Mode (System A) Relay.

  54. Scott: Okay. Bin in ARNASAARDual Mode (System A) Relay und höre dich laut und deutlich. Wie hörst du mich?

  55. Irwin: Genauso.

  56. Die Funkverbindung ist jetzt ausgezeichnet.

  57. Scott: Okay, Houston. Wie ist der CDRNASACDRCommander zu hören?

  58. Allen: Dave, wir hören dich laut und deutlich.

  59. Scott: Okay. Jetzt müssen wir die TMNASATLM oder TMTelemetry-Verbindung zu euch überprüfen. Und die Sauerstoffmenge beim CDRNASACDRCommander beträgt 94(%). Gib ihnen deine, Jim. (SUR 3-8, RCU-Ansicht)

  60. Irwin: Okay, bei mir sind es ungefähr 92(%). (RCU-Ansicht)

  61. Allen: Verstanden. Ist notiert. (Pause) Und Falcon, die Daten sehen gut aus. Die TMNASATLM oder TMTelemetry-Verbindung funktioniert.

  62. Sie haben sich versichert, dass die Telemetriedaten in Houston dieselbe Sauerstoffmenge anzeigen wie ihr Druckmesser auf der RCUNASARCURemote Control Unit.

    In der Checkliste geht es auf SUR 3-8 weiter mit dem Abschnitt Letzte Systemeinstellungen.

  63. Scott: Okay. CB(16)NASACB(16)Circuit Breaker (Panel 16) ECSNASAECSEnvironmental Control System: LCGNASALCGLiquid Cooled Garment-Pumpe – Geschlossen. (antwortet Joe) Okay. Verstanden. TMNASATLM oder TMTelemetry-Überprüfung in Ordnung. Gut.

  64. Dies ist eines der wenigen Beispiele, wo sich die bei der Funkübertragung auf den Informationsfluss zwischen Falcon und Houston auswirkt.

    Scott: Als Joe die kurze Pause machte, hat uns die Verzögerung erwischt. Er sprach, hielt für einige Sekunden an und fügte noch etwas hinzu. Wir dachten, er wäre fertig und machten weiter mit unseren Ansagen. Deswegen sollte man in Zukunft überlegen, solche Verzögerungen in die Simulationen zu integrieren. Wir hätten es vielleicht tun sollen, um von vornherein mental darauf eingestellt zu sein.

    Jones: Für einen Flug zum Mars wäre das besonders wichtig. Dabei muss man in dieser Beziehung völlig anders vorgehen.

    Scott: Sicher. Aber für den Mars würde man das nicht machen. Die Entfernung ist zu groß. Ich meine, man wird beim Training keine in die Simulation einbauen.

    Jones: Wird man den Marsaufenthalt nicht vorher auf der Mondoberfläche simulieren müssen?

    Scott: Auf jeden Fall!

    Jones: Mit integrierter Verzögerung.

    Scott: Man würde jedoch mit der Flugüberwachung nicht so zusammenarbeiten wie wir. Das geht nicht.

    Jones: Die Zusammenarbeit müsste sich anders gestalten.

    Scott: Aber nicht auf die Art und Weise. Die Verzögerung ist zu groß. Ich könnte mir einige Wege vorstellen, jedoch keinen unmittelbaren Dialog wie bei uns. Abhängig davon, wo sich der Mars befindet, liegen dazwischen. Man bekommt keine direkten Antworten. Auch deswegen ist eine Mars-Mission so schwierig.

    Jones: Sollte man keinen Weg suchen, damit umzugehen, und verschiedene Möglichkeiten ausprobieren? Oder wird einfach vorausgesetzt, dass man isoliert ist, dass lediglich Nachrichten gesendet und empfangen werden mit Anweisungen oder Vorschlägen.

    Scott: Ja. Ich sage nur ein Wort, um den Unterschied zwischen Mars und Mond zu beschreiben: Entfernung. Der Mars ist ungeheuer weit entfernt. Der Mond nicht. Daher sind bei einem Flug zum Mars ganz andere Verfahrensweisen nötig in Bezug auf die Verbindung zur Erde. Man ist mehr oder weniger auf sich gestellt, weswegen eine Mannschaft auf dem Mars auch ganz anders zusammengesetzt sein wird als eine Mannschaft auf dem Mond.

    Jones: Warum sprechen wir nicht jetzt ein wenig darüber?

    Scott: Okay. Kurz, ein Ansatz wäre ähnlich wie beim Apollo‑Programm. Drei Leute, die jeweils eine primäre und eine sekundäre Disziplin abdecken. Im Verhältnis zum Durchschnitt sind sie in beiden voll qualifiziert, allerdings mit etwas mehr Hintergrund in der Hauptdisziplin. Es gibt einen Kommandanten, in erster Linie verantwortlich für die operative Durchführung und ausgebildet in Geologie. Diese Möglichkeit wurde bei den Mondaufenthalten schon demonstriert: Man kann Piloten weiterbilden, um sinnvolle geologische Arbeit zu leisten. Als zweites Besatzungsmitglied stelle ich mir einen Wissenschaftler vor, einen Geologen, der auch eine medizinische Ausbildung hat. Jemand mit einer prinzipiell wissenschaftlichen Orientierung wird es vermutlich leichter haben, sich medizinische Kenntnisse anzueignen, als jemand, der eher praktisch veranlagt ist. Die dritte Person wird ein Arzt sein, der jedoch ebenfalls operative Aufgaben übernehmen muss. Auch das gibt es bereits. Viele Fliegerärzte, zum Beispiel, sind ausgezeichnete Piloten. Damit vereinigen diese drei Leute drei Disziplinen, die auf dem Mars gebraucht werden: praktische Durchführung, Wissenschaft und Medizin. Man ist weit weg und muss einen Arzt dabeihaben, jemand mit medizinischen Kenntnissen und Fähigkeiten, der ständig zur Verfügung steht. Bis zum Mars und wieder zurück ist man sehr lange unterwegs. Aber so eine Person muss nicht als notwendiges Übel betrachtet werden, so eine Person kann ein ausgezeichneter Pilot sein.

    Das wäre allerdings nur die erste Besatzung, denn es wird ein gigantisches Unternehmen. Ich meine, die Leute sprechen über Expeditionen auf dem Mars mit Strecken von 6000 Kilometern. Irgendwann bestimmt, aber nicht im nächsten Jahrhundert. Vielleicht stellt man eine Mars-Mission auf die Beine, die Leute hinbringt und gleich wieder zurückholt, ohne sie dort lange warten zu lassen. Hinfliegen, sich umsehen und ein paar Proben mitbringen. Ähnlich wie beim Mond. Ausführung und Antriebssystem sind abhängig vom technologischen Entwicklungsstand zu der Zeit. Aber was die Lebenserhaltung betrifft, wenn man so weit weg will, muss die Mannschaft absolut autark sein. Dafür braucht man Leute, die ohne fremde Hilfe Tag für Tag alle anstehenden Aufgaben erledigen können und mit jedem Notfall zurechtkommen. Sicher, man ist nicht ganz allein. Man kann einen Funkspruch absetzen und eine später kommt die Antwort, also hat man etwas Hilfe. Im Notfall wäre das jedoch zu langsam.

    Nachdem ich mir für ein Seminar ein paar Gedanken dazu gemacht habe, halte ich drei Besatzungsmitglieder für keine schlechte Lösung. Es hat gut funktioniert. Beim Mars wird man die dritte Person vermutlich mitnehmen nach unten, die zwei Kompetenzen sind unverzichtbar. Man braucht einen Wissenschaftler auf der Oberfläche, ebenso den Kommandanten. Und weil der Aufenthalt vermutlich mindestens einen Monat dauert, braucht man dort auch den Arzt, der außerdem für den Kommandanten einspringen kann. So eine Besatzung scheint mir vernünftig, meiner bescheidenen Meinung nach, basierend auf den Erfahrungen im Apollo‑Programm. Wie Sie vielleicht wissen, wurde zu Beginn eine 3-Mann-Besatzung sehr kritisch gesehen. Man sagte voraus, es würde Konflikte geben, und dieser ganze psychologische Kram. Aber natürlich passierte das nicht. Wenn wir alle unterwegs waren, rückten persönliche Differenzen, die es möglicherweise gab – von denen ich wusste – in den Hintergrund und spielten keine Rolle mehr.

    Jones: Von einem gewissen Al Harrison stammt eine interessante Abhandlung. Er arbeitet an der Universität von Südkalifornien (USCNASAUSCUniversity of Southern California) und hat sich mit diesem Thema beschäftigt. Zum allerersten Mal habe ich von einem Psychologen etwas gelesen, das für mich Sinn ergibt. Darin meint er: Sie haben eine Gruppe hoch motivierter Leute, die unbedingt wollen, dass die Sache ein Erfolg wird. Nutzen Sie diese Tatsache. Er meint, dass die meisten Psychologen mit zukünftigen Besatzungen in solchen Programmen völlig falsch umgehen. Sie wollen sehen, wo die Leute ihre Fehler haben, was schiefläuft bei der Zusammenarbeit, welche Konflikte entstehen. Auf die Art werden sie – die Psychologen – mehr oder weniger als Bedrohung wahrgenommen. So ein Seelenklempner kann höchstens eins tun, dich für den Flug disqualifizieren.

    Scott (lachend): Stimmt!

    Jones: Die Piloten sagen also: Ich bin so normal wie John Wayne. Tatsächlich sind sie so auf einen Erfolg aus, dass alle sich zusammenreißen und einen Weg finden, wie sie miteinander arbeiten können. Egal welche Probleme es gibt. Sie werden alles tun, ihr persönliches Ziel zu erreichen.

    Scott: Richtig. Das wurde ebenfalls schon bewiesen. Im Apollo‑Programm gab es zu Beginn Flüge mit drei Persönlichkeiten, die man sich nicht zusammen in einem Raum vorstellen wollte. Aber es hat funktioniert. Noch etwas wird im Zusammenhang mit einer Reise zum Mars diskutiert, dass bei einem so langen Flug Langeweile aufkommt. Ich denke, wenn sie die richtige Mannschaft auswählen, wird es keine Langeweile geben. Jim und ich wünschten, wir hätten mehr Tage, vielleicht sogar Wochen gehabt, um die Geologie im Hadley‑Landegebiet zu studieren, bevor wir dort ankommen. Ich wäre gern bei einer Mars-Mission dabei. Sechs Monate ohne Termine und mit zwei hoch motivierten intelligenten Leuten stundenlang interessante Gespräche führen. Ein Flug zum Mars – Um Himmels Willen! – wie kann einem da langweilig werden. Es gibt so viel vorzubereiten. Alles muss hergerichtet sein. Außerdem kann man die Sterne betrachten und unterwegs jede Menge Experimente durchführen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei so einer Reise Langeweile entsteht. Uns war jedenfalls nie langweilig.

    Jones: Und es besteht eine Kommunikationsverbindung mit hinreichender Datenübertragungsgeschwindigkeit, über die man sich an entsprechende Leute wenden kann, dem Äquivalent zu Flagstaff (dem USGSNASAUSGSUnited States Geological Survey-Zentrum für Astrogeologie in Flagstaff, Arizona). Man teilt Ihnen die aktuellen Überlegungen mit und schickt hochaufgelöste Fotos und Karten. Ebenso können Sie Ihre Gedanken äußern und Vorschläge machen. Ein Dialog ist also möglich.

    Scott: Natürlich. Die letzten 6 Monate des Trainings werden unterwegs absolviert. Genauso finden die ersten 6 Monate der Missionsanalyse auf dem Heimflug statt. Ich wünschte wirklich, wir hätten uns für 6 Monate hinsetzen können, mit unserer Ausbeute und allen Experten, die wir so lange an unserer Seite hatten, um alles noch einmal in Ruhe durchzugehen und aufzuarbeiten. Auf dem Rückflug vom Mars kann man das tun.

    Wenn also jemand Sorgen hat wegen der Reisedauer und der Langeweile … ich sehe da kein Problem. Ich denke, für die Leute wird es eher eine kurze Reise. Wenn sie nach 18 Monaten oder so wieder nach Hause kommen, werden sie sich sagen: Mann, die Zeit ist wirklich wie im Flug vergangen.

    Jones: Haben Sie diese Gedanken jemals zu Papier gebracht?

    Scott: Nicht wirklich. Bei einem Seminar am Caltech hielt ich einen kurzen Vortrag zum Thema Möglichkeiten zur Steigerung der Leistungsfähigkeit bei den ersten Menschen auf dem Mars (Maximizing the Effectiveness of the First Humans on Mars) mit sechs oder acht Grafiken für den Projektor. Dort saßen haupt­sächlich Wissenschaftler, die meisten dachten an einen Aufenthalt von 6 Monaten. Möglicherweise bleibt man so lange. Aber ich denke, die Öffentlichkeit und die Verantwortlichen werden das nicht zulassen. Es wird heißen: Schickt sie hin und holt sie wieder zurück. Danach kann man für 6 Monate bleiben. Wie bei Apollo. Man muss die Ausrüstung erproben, die Verfahrensweisen, das ganze Konzept. Es muss nachgewiesen werden, dass die Leute dort so lange überleben können und es ohne große Probleme wieder nach Hause schaffen. Oder, selbst wenn es Schwierigkeiten gibt, dass man Konzepte und Methoden hat, auch größere Probleme zu lösen.

    Läge die Verantwortung bei mir, würde ich vom rein praktischen Standpunkt her sagen, dass die Wissenschaft beim ersten Flug im Hintergrund steht. So muss es sein. Und danach, Gott, ja! Lasst uns die 6000 Kilometer fahren. Wie im Apollo‑Programm. Als wir zu den J-Missionen kamen (Apollo 15, 16 und 17) war die Ausrüstung erprobt. Sobald wir im Anzug steckten und unser PLSSNASAPLSSPortable Life Support System lief, haben wir darüber nicht mehr nachgedacht. Pete (Conrad) und Al (Bean) mussten sich bei Apollo 12 noch um die Systeme sorgen, von denen ihr Leben abhing. Zu dem Zeitpunkt gab es noch Unsicherheiten, was Ausrüstung und Verfahrensweisen betrifft. Aber als wir an die Reihe kamen, war alles erprobt. Und für den Mars gilt genau das Gleiche. Selbst wer das nicht liest, wird es herausfinden. Es dauert nur länger. Man schickt sie hin und holt sie zurück, dann kommt der nächste Schritt. Er wird schneller kommen und größer sein, weil man auf die Erfahrungen (des Apollo‑Programms) zurückgreift, hoffentlich, ebenso wie auf die Erfahrungen der ersten Mars-Mission.

    Unter Umständen startet der erste Flug zum Mars sogar vom Mond. Vielleicht auch vom Erdorbit aus. Wer weiß? Das spielt keine so große Rolle im Verhältnis zur Aufgabe, Menschen zum ersten Mal auf den Mars zu bringen, die eine Weile dort bleiben. Und nur darüber sollte man derzeit nachdenken, am Anfang der ultimativen Herausforderung für die kommenden Generationen. Eine 6000 Kilometer lange Erkundungsfahrt? Möglicherweise 10 Jahre später. Denn die Startfenster für den Mars liegen weit auseinander. Zum Mond ging es Schlag auf Schlag. Neil (Armstrong) ist im Juli gestartet, Pete (Conrad) im November. Bam, bam, bam. Das geht nicht bei Flügen zum Mars, außer man hat unheimlich leistungsfähige Antriebsysteme. Die wird es jedoch sobald nicht geben. Aber es lohnt sich, jetzt schon darüber nachzudenken. Diese Arbeit (das ALSJNASAALSJApollo Lunar Surface Journal zusammenzustellen und herauszugeben) kommt nicht nur zukünftigen Forschern auf der Mondoberfläche zugute, sondern allen, die den Weltraum auf die Art erforschen wollen. Wie hat man es damals gemacht?

  65. Irwin: Okay. (Sicherungsschalter) LCGNASALCGLiquid Cooled Garment-Pumpe wird jetzt gschlossen. (Paneel 16)

  66. Scott: Okay. Ich höre die Pumpe.

  67. Scott: Okay. LCGNASALCGLiquid Cooled Garment – Kalt, nach Bedarf. (SUR 3-8, LCG-Paneel)

  68. Irwin: Ich merke schon etwas. Schönes Gefühl.

  69. Scott: Ja. Auf jeden Fall.

  70. Sie lassen noch einmal Wasser vom LMNASALMLunar Module durch ihre LCGsNASALCGLiquid Cooled Garment laufen, um sich so weit wie möglich abzukühlen. Diese Kühlwasserverbindung wird später getrennt. Danach bekommen sie erst wieder kaltes Wasser vom PLSSNASAPLSSPortable Life Support System, wenn die Kabine dekomprimiert ist.

  71. Scott: Okay. CB(16)NASACB(16)Circuit Breaker (Panel 16) ECSNASAECSEnvironmental Control System: Kabinendruckwiederherstellung – Geschlossen (Kontrollieren). (SUR 3-8)

  72. Irwin: Bestätigt. (Paneel 16)

  73. Scott: (CB(16)NASACB(16)Circuit Breaker (Panel 16) ECSNASAECSEnvironmental Control System:) Anzugventilator ΔPNASAΔP (Delta-P)Pressure Difference – Offen. (SUR 3-8)

  74. Irwin: Ist offen. (Paneel 16)

  75. Damit wird ein Sensor deaktiviert, der im ECSNASAECSEnvironmental Control System den Druckunterschied vor und hinter dem Flügelrad misst, wenn die Belüftung eingeschaltet ist.

  76. Scott: (CB(16)NASACB(16)Circuit Breaker (Panel 16) ECSNASAECSEnvironmental Control System:) Anzugventilator 2 – Offen (SUR 3-8)

  77. Irwin: Ist offen. (Paneel 16)

  78. Anzugventilator Nr. 2 ist deaktiviert.

  79. Scott: Wahlschalter Anzugventilator – 2 (SUR 3-8). Ich mach das (Paneel 2). (Kontrolle) Warnleuchten für ECSNASAECSEnvironmental Control System H2O SEPNASASEPSeparator – An [(nach  ≈1 min)]. (Pause)

  80. Nachdem sie Ventilator Nr. 2 bereits von der Stromversorgung getrennt haben (), wurde Ventilator Nr. 1 auf diese Art ausgeschaltet. Es dauert , bis der Rotor im Wasserabscheider und der Anzugventilator zum Stillstand gekommen sind. Dann werden die Warnleuchten aufleuchten, eine willkommene Gelegenheit für einen Funktionstest bei Sensor und Warnsystem.

  81. Scott: Okay. Und ich habe Warnanzeige Druck – O und Warnanzeige Belüftung – P. (RCU-Ansicht)

  82. Irwin: Ich ebenfalls.

  83. Die Warnanzeigen erscheinen, weil sie jeweils ihren PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Ventilator noch nicht eingeschaltet haben. Und sie bestätigen, wie eben beim LMNASALMLunar Module, dass mit dem Warnsystem des PLSSNASAPLSSPortable Life Support System alles in Ordnung ist.

    Als nächstes werden drei ECSNASAECSEnvironmental Control System-Ventile kontrolliert (SUR 3-8).

  84. Scott: Okay. Sind weg. Okay. Warnleuchten ECSNASAECSEnvironmental Control System (und H2O SEPNASASEPSeparator) sind (noch) aus. (Pause) Okay. Verteilerventil für Anzugsauerstoffversorgung – Ziehen-Aussteigen (Kontrollieren).

  85. Irwin: Ist kontrolliert. (ECS-Paneel)

  86. Scott: Okay. (Ventil) Kabinenluftrückführung auf Aussteigen (Kontrollieren).

  87. Irwin: Ist kontrolliert. (ECS-Paneel)

  88. Scott: Anzugkreislauf-Überdruckventil – AUTONASAAUTOAutomatic (Kontrollieren).

  89. Irwin: Ist kontrolliert. (ECS-Paneel)

  90. Scott: Okay. OPSNASAOPSOxygen Purge System Anschließen. (SUR 3-9). Anzug-Sperrventil auf Anzug Getrennt. Dann LMNASALMLunar Module-O2-Schläuche lösen und (vorerst) am PGANASAPGAPressure Garment Assembly fixieren. (Pause)

  91. Mit einem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System auf dem Rücken ist es schwierig, sich in der Kabine zu bewegen. Daher sollen sie die Schläuche vorläufig am Anzug fixieren, vermutlich unter einem Gurt. Wenn später auch noch die Kühlwasserversorgung getrennt wird, können jeweils alle drei LMNASALMLunar Module-Schlauchverbindungen zusammen an einer Stelle abgelegt werden, wo sie nicht im Weg sind (). Der folgende Dialog legt jedoch nahe, dass beide ihre Schläuche jetzt schon endgültig verstauen.

  92. Irwin: Okay. Dave, nehmen wir sie einen nach dem anderen.

  93. Scott: Upps. Ein Hauptalarm. Mal sehen, was los ist.

  94. Irwin: Ist vermutlich der Zweite für den Ventilator. ECSNASAECSEnvironmental Control System. Mal sehen. Wasserabscheider (inzwischen so langsam, dass der Sensor anspricht). (Paneel 2)

  95. Allen: (Während im LMNASALMLunar Module gesprochen wird, was jedoch nicht zu verstehen ist.) Jungs, alles in Ordnung. Ist nur die Warnleuchte für den Wasserabscheider.

  96. Irwin: Ja. Lies die nächsten Schritte vor, Dave. Ich hatte nicht … einen nach dem anderen.

  97. Scott: Ja, okay. (Pause) Den OPSNASAOPSOxygen Purge System-O2-Schlauch an PGANASAPGAPressure Garment Assembly anschließen BNASABBlue/BNASABBlue. (SUR 3-9)

  98. Der Sauerstoffschlauch vom OPSNASAOPSOxygen Purge System wird mit dem entsprechenden Anschluss an der Vorderseite des Anzugs (Modell A7LB) verbunden.

  99. Irwin: Okay, ich muss den Richtigen finden. Vielleicht sollte ich mich drehen, und dich das machen lassen.

  100. Scott: Ja, ich kann ihn anschließen. Hier. (Pause)

  101. Irwin: Ist wirklich …

  102. Scott: Ja. Komm, dreh dich zu mir.

  103. Irwin: Ja. (nicht zu verstehen) (Pause)

  104. Scott: Hey, die Kühlung funktioniert gut, nicht?

  105. Irwin: Angenehm.

  106. Scott: Reicht es dir? (Beide lachen.)

  107. Irwin: Ich drehe das (nicht zu verstehen) hoch. Ja, ist nötig. Wir müssen uns abkühlen, so gut wir können (vor dem Trennen von der LMNASALMLunar Module-Kühlwasserversorgung).

  108. Scott: Ja. (nicht zu verstehen) (Pause)

  109. Scott: Wir sprachen darüber, wie gut uns die LCGNASALCGLiquid Cooled Garment kühlte. Unter Umständen hat man sogar gefroren. Zu heiß war uns jedenfalls nie, und wir mussten die Kühlung auch nie auf Maximum stellen. Ein großartiger Anzug.

    Jones: Hier lassen Sie noch etwas Wasser vom LMNASALMLunar Module durch die LCGNASALCGLiquid Cooled Garment laufen, bevor Sie den LMNASALMLunar Module-Kühlwasserschlauch vom Anzug trennen. Denn es dauert eine Weile, bis die Luke offen ist und die Kühlung vom PLSSNASAPLSSPortable Life Support System funktioniert.

    Scott: Richtig. Und das Konzept der Kühlunterwäsche ist noch so hervorragendes Beispiel für diese optimalen Lösungen, die das Arbeiten auf der Mondoberfläche ermöglichten.

    Wir unterhielten uns dann über Anzüge mit Luftkühlung, die mit wechselndem Erfolg bei den Gemini-Flügen zum Einsatz kamen. Dave sollte bei Gemini VIII die erste längere EVANASAEVAExtravehicular Activity durchführen. Dazu kam es jedoch nicht, weil die Mission wegen der Fehlfunktion bei einer Manövrierdüse vorzeitig abgebrochen wurde. Bei Gemini IX bekam Gene Cernan große Probleme, als es im Anzug zu warm wurde, er sich überanstrengte und sein Visier so stark beschlug, dass er am Ende nichts mehr sehen konnte. Während unseres Gesprächs über Apollo 17 machte Gene haupt­sächlich das Fehlen von Handgriffen und festem Halt für die Füße verantwortlich. Er war außerdem der Meinung, dass ein Luftkühlsystem für solche Aufgaben ungeeignet ist. Dave wies darauf hin, dass Mike Collins, Dick Gordon und Buzz Aldrin bei den folgenden Flügen ihre EVAsNASAEVAExtravehicular Activity dank der Handgriffe und Fußhalterungen ohne Schwierigkeiten durchgeführt haben. Mike Poliszuk erwähnt jedoch, dass Dick Gordon bei seiner Gemini-EVANASAEVAExtravehicular Activity ebenfalls überhitzte und zu schwitzen begann. Er hatte zunächst Probleme, sein Sonnenschutzvisier zu installieren, und später große Schwierigkeiten bei der Befestigung einer Leine am Andockziel der Agena. Ihm fehlte ein Halt für die Füße. Buzz Aldrin absolvierte als Erster im Gemini‑Programm produktive und in allen Punkten erfolgreiche EVAsNASAEVAExtravehicular Activity.

    Scott: Es hängt immer davon ab, wer was wie macht. Und wo man sich befindet. Ich denke, das System hätte funktioniert. Hat Gene Antibeschlagmittel aufgetragen? (Nein.) Weil nachher (für Mike Collins bei Gemini X) alle meinten: Mensch, verteilen wir doch Antibeschlagmittel auf dem Visier, wäre das nicht eine gute Idee? Ja, eben, als ich mit Gemini VIII geflogen bin, hatten wir Antibeschlagmittel für das Visier dabei. Das gab es bereits ziemlich früh. Bei den Tests in der Vakuumkammer für Gemini VIII bin ich auch alles durchgegangen, mit kompletter Ausrüstung, und die Luftkühlung war gut. Vielleicht hatte Gene ein Gerät, das nicht ganz in Ordnung war. Offensichtlich konnte er es nicht zurückbringen für eine Überprüfung. Es muss also nicht unbedingt ein grundsätzliches Problem gewesen sein. Meine Erfahrungen mit derselben Ausrüstung für Gemini VIII waren jedenfalls ausgezeichnet.

    Nach dem Lesen des Entwurfs zu diesem Kapitel fügte Dave hinzu: Gemini IX wurde abgebrochen, weil das Visier beschlug. Man ging dem nach und konnte bestätigen, dass es am fehlenden Antibeschlagmittel gelegen hat. Siehe Auf den Schultern von Titanen: Eine Geschichte des Projekts Gemini (On the Shoulders of Titans: A History of Project Gemini, NASA SP-4203) auf Seite 338. Als das Antibeschlagmittel aufgetragen wurde und man die Anzugsysteme in der Vakuumkammer testete, funktionierten sie einwandfrei. Dave schrieb auch, dass der grundsätzliche Entwurf einer Apollo-EMUNASAEMUExtravehicular Mobility Unit inklusive der Flüssigkeitskühlung schon vorgestellt und genehmigt war, bevor Ed White bei Gemini IV die erste EVANASAEVAExtravehicular Activity absolvierte.

    Scott: Am Anfang (der Planung für Gemini VIII) begannen wir mit einer Versorgungseinheit vor der Brust, die eine weiterentwickelte Version der Einheit von Ed White war. Allerdings lag bei dem Gerät einiges im Argen. Tatsächlich hatten wir deswegen einen Schwarzen Freitag. Neil (Armstrong) war der Kommandant und wir besuchten AiResearch in Kalifornien, den Hersteller, um es technisch unter die Lupe zu nehmen. Pete (Conrad, Ersatzkommandant), Dick (Gordon, Ersatzpilot), Neil und ich. Am Ende zählten wir 126 Mängel. Daraufhin gab es in Houston ein großes Treffen, um diese Probleme zu besprechen. Sie sind bei der Weiterentwicklung übereilt vorgegangen. Zum Beispiel hatte die Einheit Düsen, die zufrieren würden, weil sie zu klein waren. So konnte man das Ding nicht gebrauchen. Doch sie bekamen alles hin. Die Einheit wurde einige Male getestet. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich sie sogar selbst in der Vakuumkammer ausprobiert und sie funktionierte hervorragend.

    Wie gesagt, vieles hatte bereits eine lange Geschichte und etliche Ideen entstanden, lange bevor wir mit unserem Programm anfingen. Von Braun baute Peenemünde und Cape Kennedy sah ganz ähnlich aus. Was unsere Druckanzüge betrifft, besonders die Luftwaffe hatte große Erfahrung mit ihren Anzügen für große Flughöhen. In der U-2 flog man stundenlang in extremer Höhe. Sie trugen auch Teildruckanzüge. Als die NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration begann, existierte schon eine Menge Erfahrung. Und als ich in Edwards (Luftwaffenstützpunkt in Kalifornien) die 104 in den Himmel jagte, trugen wir Druckanzüge, die wir ebenfalls vorher in der Druckkammer getestet hatten. Diese Anzüge waren auch schon ganz gut.

    Harald Kucharek weist darauf hin, dass mit 104 die Lockheed F-104 Starfighter gemeint ist. Im fragte ich Dave per , ob er von der NF-104 gesprochen hat. Eine speziell für Steigflüge modifizierte Version des Starfighters, zusätzlich ausgerüstet mit einem Flüssigkeitsraketenantrieb, der bis zu 6000 Pfund (26,7 kN) Schub erzeugte. Dave antwortete: Nein, das war noch vor der NF-104. Aber auch die Standard-F-104 hat viel geleistet, oft bis auf 90.000 Fuß (27.432 m) Flughöhe, manchmal sogar 100.000 Fuß (30.480 m). Die erste NF-104 kam nach Edwards, das Jahr, in dem Dave Astronaut wurde.

    Zurück zum Thema Druckanzüge und Probleme bei der Kühlung.

    Scott: Auf dem Mond konnten man damit (Druckanzügen für Flugzeuge) natürlich nichts anfangen, aber man konnte auf jeden Fall im Cockpit eines Flugzeugs sitzen und unter Normaldruckbedingungen sehr gut arbeiten.

    Jones: Oder auch in einem Gemini-Raumschiff. Ich glaube, Sie haben während einer der EVAsNASAEVAExtravehicular Activity bei Apollo 15 die Kühlung einmal auf Maximum gestellt. Beim Bohren (tatsächlich etwas später bei ). Aber die meiste Zeit waren Sie auf Minimum.

    Scott: Tatsächlich? Durchaus möglich. Das war anstrengend.

    Generell mussten Astronauten im Apollo‑Programm körperlich sehr viel mehr leisten als bei Gemini-Flügen. Deshalb war die effektivere Wasserkühlung so wichtig.

  110. Irwin: Warte.

  111. Scott: Hänge ich fest?

  112. Irwin: Ja. Hier, ich mach das. Du hängst am Griff für das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System. Kannst du etwas nach unten kommen?

  113. Technische Nachbesprechung am

    Scott:Hier begannen die Probleme, dass wir ständig irgendwo hängen blieben. Vermutlich noch verstärkt durch die geringere Schwerkraft, in der die Anzüge weniger zusammengedrückt wurden als bei 1 g. Dadurch nahmen wir eine etwas höhere Position ein und waren auch leichter. Sich in der Kabine zu drehen, war sehr umständlich und ich blieb oft an dem Hebel oder Griff hängen, der das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System in der Nachfüllstation hält. Jim ist es schließlich aufgefallen und wir haben den Hebel vor den folgenden EVAsNASAEVAExtravehicular Activity mit Klebeband befestigt. Das half. Auch die relativ scharfe Ecke oben am Handbuchregal war so eine Stelle, ebenso die Kabelröhre vom DSEANASADSEAData Storage Electronics Assembly. Es ist sehr eng in der Kabine. Wenn man ständig aufpassen muss, nicht hängen zu bleiben, geht viel Zeit verloren. Alles in allem haben wir (bei den Vorbereitungen auf drei EVAsNASAEVAExtravehicular Activity) vielleicht eine halbe Stunde verloren, würde mich nicht überraschen. (Zu Jim) Bist du auch öfter hängen geblieben?

    Das Handbuchregal befindet sich hinter Daves Station an der linken Wand der Mittelsektion, über dem Platz für das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System. Frank O’Brien hat den LMNASALMLunar Module-Simulator im Cradle of Aviation Museum fotografiert, also auch das Handbuchregal. Darunter hängt eine PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Attrappe und am rechten Bildrand sieht man die scharfe Ecke des Regals. Aus dieser Perspektive wäre die Kabinenfront rechts.

    Technische Nachbesprechung am

    Irwin:Einmal am Wasserschlauch (des Wasserspenders, ). Das andere Mal – nachdem deine Schläuche abgezogen waren, haben wir sie nicht weit genug nach hinten geschoben.

    Dave blieb an den Schläuchen hängen, als er sich bei vor der Luke in Position bringen wollte, um auszusteigen.

    Technische Nachbesprechung am

    Scott:Beim zweiten Mal (der Vorbereitung auf die zweite EVANASAEVAExtravehicular Activity) ist uns das nicht mehr passiert.

    Irwin:Ja, wir schoben sie ganz nach hinten und alles war in Ordnung.

  114. Scott: Okay.

  115. Irwin: Mal sehen, ob wir das …

  116. Scott: Hängt ganz drin.

  117. Irwin: (nicht zu verstehen) es raus. Du hast dich mit dem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Werkzeuggurt am Griff eingehakt.

  118. Scott: Ja, okay. (lacht) Okay. Hier durch und ich schließe dich an. PLSSNASAPLSSPortable Life Support System/OPSNASAOPSOxygen Purge System-O2.

  119. Der Sauerstoffschlauch vom OPSNASAOPSOxygen Purge System geht unter dem linken Arm hindurch.

  120. Irwin: Ich muss noch auf Anzug Getrennt stellen.

  121. Jim ist gerade aufgefallen, dass er sein Anzug-Sperrventil für die Sauerstoffversorgung vom ECSNASAECSEnvironmental Control System noch nicht umgestellt hat.

  122. Scott: Okay, ich mach das. (Dave greift nach dem Ventil hinter Jim) Okay, dein Anzug ist getrennt (ECS-Paneel). (lange Pause) Okay, (der Sauerstoffschlauch vom OPSNASAOPSOxygen Purge System) ist angeschlossen und gesichert.

  123. Irwin: Okay. Jetzt ziehen wir die (LMNASALMLunar Module-)O2-Schläuche ab. (Pause)

  124. Scott: Okay, sind ab.

  125. Irwin: Okay, am PGANASAPGAPressure Garment Assembly fixieren. (SUR 3-9)

  126. Scott: (nicht zu verstehen) Okay.

  127. Irwin: Okay. OPSNASAOPSOxygen Purge System-O2-Schlauch an … Okay, schon erledigt. Auslassventil herausnehmen [(Handtasche) – Kontrollieren: Geschlossen, Sicherungsstift eingesetzt u. LONASALOLow Flow]. (SUR 3-9)

  128. Scott: Okay. (Pause)

  129. Irwin: (kontrolliert das Ventil, bevor er es Dave gibt) Okay. Ist geschlossen und steht auf LONASALOLow Flow.

  130. Das Auslassventil hat zwei Stellungen, nachdem das OPSNASAOPSOxygen Purge System aktiviert ist. Falls der Anzug beschädigt wird oder im PLSSNASAPLSSPortable Life Support System ein Defekt beim Ventilator oder dem Druckregler auftritt, bleibt das Ventil auf niedrige Durchflussgeschwindigkeit gestellt. Dabei strömen 4 Pfund (1,8 kg) Sauerstoff pro Stunde durch den Anzug, ausreichend für . Sollte auch das Kühlsystem ausfallen, würde Jim die große Öffnung wählen. Dann liegt die Durchflussmenge bei 8 Pfund (3,6 kg) pro Stunde. Das gewährleistet zwar nur für Sauerstoff, dafür allerdings auch Kühlung.

  131. Scott: Setze es ein. Okay. Auslassventil in PGANASAPGAPressure Garment Assembly einsetzen – Rot zu Rot (SUR 3-9). (Pause)

  132. Irwin: Ordentlich ausgerichtet?

  133. Das rote Auslassventil wird in einen roten Anschluss eingesetzt, der sich rechts an der Vorderseite des Anzugs befindet. Daher Rot zu Rot (RNASARRed/RNASARRed). Im Notfall zieht Jim zunächst den Sicherungsstift heraus. Der Stift hängt an einem kurzen Kabel, an dessen anderem Ende eine rote Kugel befestigt ist, die sich gut greifen lässt, der sogenannte Rote Apfel. Danach kann das Ventil geöffnet werden.

    Scott: Für den Schleudersitzausstieg in großer Höhe gibt es im Fallschirmgurt eine Sauerstoffflasche, die ähnlich aktiviert wird, durch Ziehen am Grünen Apfel.

  134. Scott: Ja, alles richtig. (lange Pause, Dave setzt Jims Auslassventil ein) Okay, Auslassventil ist drin. Sitzt fest und ist gesichert.

  135. Irwin: Okay. Verteilerventil am PGANASAPGAPressure Garment Assembly – Vertikal (SUR 3-9). (Pause) Okay, du wiederholst jetzt (den Abschnitt) OPSNASAOPSOxygen Purge System Anschließen.

  136. Scott: Okay.

  137. Wie Abbildung 1-23 im Handbuch zur EMUNASAEMUExtravehicular Mobility Unit bei Apollo 14, Band 1 (Apollo Operations Handbook: Extravehicular Mobility UnitVolume 1Apollo 14) zeigt, ist das Verteilerventil Teil der Anschlüsse für den Sauerstoffeinlass am PGANASAPGAPressure Garment Assembly. Es gibt zwei mögliche Einstellungen: Horizontal und Vertikal. In der horizontalen Stellung wird der Sauerstoff auf zwei Kanäle verteilt in Helm und Rumpf geleitet. Auf dieser Position steht das Ventil eigentlich nur in der Kabine, um den Anzug innen etwas zu trocknen. Außerhalb des LMNASALMLunar Module steht das Ventil vertikal und der gesamte Sauerstoff wird in den Helm geleitet. Abbildung 1-10 zeigt, wo die Lüftungskanäle im Anzug verlaufen. Der Anzug für die J-Missionen – Modell A7LB – hat nur ein Verteilerventil und es befindet sich an einer anderen Stelle, die Funktionsweise ist jedoch dieselbe.

    Entsprechend SUR 3-9 wiederholen sie den letzten Abschnitt und schließen Daves OPSNASAOPSOxygen Purge System an.

  138. Irwin: Okay. Du stellst jetzt dein Anzug-Sperrventil auf Anzug Getrennt.

  139. Scott: Okay. Anzug-Sperrventil – Anzug Getrennt (ECS-Paneel).

  140. Irwin: Ich ziehe deine O2-Schläuche aus den Anschlüssen. (lange Pause) Okay, und zum Schutz des PGANASAPGAPressure Garment Assembly fixieren wir sie hier. (Pause)

  141. Irwin: Okay. Jetzt schließe ich den OPSNASAOPSOxygen Purge System-O2-Schlauch an. (Pause) Okay. (nicht zu verstehen)

  142. Scott: Ja. (Pause)

  143. Irwin: Angeschlossen und gesichert.

  144. Scott: Okay?

  145. Irwin: Okay. Auslassventil herausnehmen [(Handtasche)]Kontrollieren: Geschlossen, Sicherungsstift eingesetzt u. LONASALOLow Flow. (Pause)

  146. Scott: (kontrolliert sein Auslassventil) Okay. Auf LONASALOLow Flow gestellt, Sicherungsstift ist drin und es ist geschlossen. (lange Pause)

  147. Scott: Das alles geduldig abzuarbeiten, ist gar nicht so einfach gewesen, angesichts der Tatsache, dass wir gleich für unsere erste EVANASAEVAExtravehicular Activity aussteigen! Aber es war lebenswichtig. Man fühlt sich wie ein kleines Kind am Weihnachtsabend. Wie kann man hier ruhig arbeiten bei dem, was draußen alles auf einen wartet. Doch es muss sein. Mann, stülp mir den Anzug einfach über, damit ich endlich raus kann, um loszulegen!

    Jones: Lasst mich in den Anzug steigen wie in einen Schrank und einfach eine Klappe schließen.

    Scott: Noch eine kleine Anmerkung. Darum habe ich so gern mit Jim zusammengearbeitet, weil er so geduldig, so ruhig, so sicher und so beharrlich war. Er hielt ein angemessenes Tempo, was es leicht machte, den ganzen langweiligen Kram zu erledigen. Ich dagegen wäre bestimmt hastiger vorgegangen. Jim blieb immer auf Kurs, egal was kam, und man konnte wirklich gut mit ihm zusammenarbeiten.

  148. Irwin: Okay, ist drin.

  149. Scott: Okay. (Pause) (nicht zu verstehen) (Pause)

  150. Irwin: Drin und gesichert.

  151. Scott: Okay. Jetzt …

  152. Irwin: Verteilerventil am PGANASAPGAPressure Garment Assembly – Vertikal. Ist vertikal (PGA-Verteilerventil). Okay, einen Schluck trinken. (SUR 3-9)

  153. Scott: Einen Schluck trinken. Und ich denke, es reicht jetzt mit der LCGNASALCGLiquid Cooled Garment(-Kühlung), oder?

  154. Irwin: Lass uns … (Pause)

  155. Sie nehmen den Wasserspender, um noch einmal etwas zu trinken. Danach schließt Jim das Ventil am Wassertank der Landestufe.

  156. Scott: Komm, ich mach es. Das Ding hängt …

  157. Irwin: Hat sich im Netz verfangen.

  158. An verschiedenen Stellen in der Kabine gibt es Netze, um Gegenstände aufzufangen, bevor sie in schwer zugängliche Ecken fallen.

  159. Scott: Ja. Ich weiß nicht, wofür dieser kleine Haken … Ach, ist ein Sicherungskabel. (lange Pause)

  160. Irwin: Jetzt du.

  161. Scott: Ja. (lange Pause) Okay, ich mach das. (Pause) Okay, (der Wasserspender) ist an seinem Platz.

  162. Irwin: Okay, (Ventil am) Wassertank der Landstufe wird geschlossen. (SUR 3-9, Wasserkontrollpaneel). (Pause) Okay. Weiter mit (Abschnitt) Helm Aufsetzen/Handschuhe Anziehen (SUR 3-9).

  163. Scott: Okay.

  164. Irwin: Mikros in Position bringen [(Beide)].

  165. Scott: Ja, Dick bekommt sie heute.

  166. Hier ist auf jeden Fall Dick Gordon gemeint, Kommandant der Ersatzmannschaft von Apollo 15. Nach mehr als 20 Jahren kann sich Dave jedoch nicht mehr erinnern, was er damit sagen wollte.

  167. Irwin: Okay. PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Ventilator – An, [Rechts (Belüftungswarnung – Leer)]. (SUR 3-9)

  168. Astronauten: (beide gleichzeitig und nicht zu verstehen)

  169. Scott: PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Ventilator auf An.

  170. Irwin: PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Ventilator – An, [Rechts] (Belüftungswarnung – Leer). (Fenster) Ist leer. (RCU-Ansicht)

  171. Scott: Okay, meins ist leer.

  172. Irwin: Helme samt LEVAsNASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly aufsetzen, Position des Trinkbeutels kontrollieren. (SUR 3-9)

  173. Scott: Okay. Wie sieht es aus? (Pause)

  174. Beide haben innen am Helmverschlussring einen Trinkbeutel hängen, aus dem sie während der EVANASAEVAExtravehicular Activity gelegentlich einen Schluck Wasser trinken können. Die richtige Position des Beutels muss beachtet werden, damit das Trinkröhrchen auch noch zu erreichen ist, wenn der Anzug unter Druck steht und sich aufgebläht hat. Auf 71-HC-724 (Ausschnitt), ein Foto von Jim beim Training, sieht man das Trinkröhrchen.

  175. Irwin: Okay. (nicht zu verstehen) müsste zu erreichen sein. (Pause)

  176. Scott: Okay. (Pause) (Lachen) Hier ist mein Trinkröhrchen. Und Mittagessen. (Pause) Okay. (Pause)

  177. Das Mittagessen ist ein mehrere Zentimeter langer Nahrungsriegel in einer kleinen Tasche, die ebenfalls innen am Helmverschlussring hängt. Entsprechend zum Trinkbeutel kann man hin und wieder etwas abbeißen, wobei er jedes Mal gleich ein Stück herausgezogen wird, um in Reichweite zu bleiben.

  178. Irwin: Lass, ich kann es ausrichten.

  179. Scott: Ja, mach du es. (Pause)

  180. Irwin: An der Stelle sollte es passen.

  181. Scott: Okay. (lange Pause)

  182. Scott: Wir bringen unsere Trinkbeutel und Fruchtriegel an die richtige Stelle. Ebenfalls eine Neuerung für den längeren Aufenthalt, den der leistungsfähigere Tornister ermöglichte, wie so vieles. Wenn man im Anzug steckt, muss man essen und trinken. Diese Verdoppelung der Zeit (der Länge einer EVANASAEVAExtravehicular Activity) brachte einige Veränderungen mit sich, wie man auf dem Mond lebt und arbeitet. Das ist ein Beispiel dafür.

    Wie Sie wissen, hatten wir zwei Methoden, um uns auf die geologische Arbeit vorzubereiten. Einmal die Feldexkursionen, bei denen wir keine Anzüge trugen. Dann die Arbeit am Steinhaufen im Raumanzug, wo wir mit Ausrüstung die Vorgehensweisen trainierten. Egal welche Methode, die Trainingseinheiten dauerten oft bis zu und wir merkten, dass man wirklich Durst bekam. Also meldete ich mich: Hey, Anzug-Leute, wisst ihr was? Ich hab ziemlichen Durst. Könntet ihr euch mal überlegen, wie wir etwas zu trinken bekommen? Daraufhin kamen sie nicht nur mit einem Trinkbeutel – und meiner hat gut funktioniert – sondern hatten auch noch die Idee mit dem Fruchtriegel, ganz hervorragend. Dieses kleine Stück Energie – ein paar Bissen um Ihre Batterie wieder aufzuladen, gewissermaßen – brachte wirklich einen Schub.

    Jones: Irgendwann im Apollo‑Programm hatte man den Einfall, beim Training eisgekühltes Wasser durch die LCGNASALCGLiquid Cooled Garment zu leiten. Jemand lief mit einem Kanister auf dem Rücken hinterher und Eiswasser wurde durch die Schläuche im Anzug gepumpt. Jack meinte, die Jungs waren wirklich gut, sie standen kaum im Weg. Können Sie sich erinnern, ob es das beim Training für Apollo 12 oder Apollo 15 ebenfalls gab?

    Nach meinem Gespräch mit Dave erfuhr ich, dass man erst beim Training für Apollo 16 begann, kaltes Wasser in den Anzug zu leiten.

    Scott: Nein. Unser Training im Anzug dauerte nie so lange. Bei Apollo 12 haben wir überhaupt nicht im Anzug trainiert, was geologische Arbeit betrifft. Bei Apollo 15 dafür umso mehr, dafür hatte man am Kap den Steinhaufen hergerichtet. Wir mussten uns mit viel mehr Dingen auseinandersetzen, es erschien uns notwendig, dort auch im Anzug zu trainieren. Aber für Apollo 12 kann ich mich daran nicht erinnern. Für die geologische Arbeit sind wir immer normal gekleidet unterwegs gewesen. Bei Apollo 15 kam dann so viel hinzu und man hatte so viel mehr Ausrüstung, es war sehr wichtig, Ausrüstung und Vorgehensweisen aufeinander abzustimmen. Bei Apollo 12 gab es Beutel und eine Greifzange. Da konnte man auch so trainieren. Doch nun hingen die Beutel am PLSSNASAPLSSPortable Life Support System und so weiter. Der Anzug wurde integraler Bestandteil bei allen Arbeiten, man musste ihn anziehen, um sinnvoll zu trainieren, sich vernünftig vorzubereiten und Vorgehensweisen zu erproben.

    Wesentliches Ziel des Trainings beim Steinhaufen am Kap – oder in Houston, dort gab es auch einen – war es, die Verfahren und Vorgehensweisen zu erarbeiten. Denken Sie daran, wir haben (bei der Planung für Apollo 15) mit einem weißen Blatt Papier begonnen, aufbauend auf den Erfahrungen von Apollo 11, Apollo 12 und Apollo 14. Eine der Hauptaufgaben für uns bestand darin, die ganze Ausrüstung in einem flüssigen Arbeitsablauf unterzubringen, und nachdem alles aufgeschrieben war, die Abläufe zu testen. Dafür gab es nur einen Weg, jedes Teil musste zur Verfügung stehen. Fehlt etwas, gibt es vielleicht ein kleines Problem, dass man so erst auf dem Mond entdeckt. Und dort ist es dann ein Großes. Vom verfahrenstechnischen Standpunkt her – das haben wir im Apollo‑Programm immer wieder festgestellt – funktioniert es nicht, einfach hinzufliegen und alles nur zusammenzustecken. Man muss Vorgehensweisen festlegen, die sich am praktischen Ablauf orientieren und mit der originalen Ausrüstung erarbeitet wurden. Darum der Steinhaufen und das Wasser. Im Juni oder Juli am Kap draußen in der Sonne zu arbeiten … Wir müssen literweise Gatorade getrunken haben. Ich kann mich erinnern, wenn wir an einem schattigen Plätzchen unsere Pause machten, haben sie uns damit versorgt und wir schütteten das Zeug einfach rein. Ich mache hier keine Werbung. Ich will damit nur sagen, es war ein großartiges Getränk, das dem Körper ordentlich Nährstoffe zuführte. Leider kein Kalium. Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie wichtig Kalium ist. Aber ich weiß noch, wie gut man sich erholte. Einfach hinsetzen, reichlich Gatorade trinken, alles wieder anlegen, rausgehen und weitermachen.

    Im Verlauf der Mission bekamen sowohl Dave als auch Jim vorübergehend leichte Herzprobleme, die später auf einen Kaliummangel zurückgeführt wurden.

    Dean Eppler arbeitete als Experte für Raumanzüge und Außenbordeinsätze mit dem JSCNASAJSC(Lyndon B.) Johnson Space Center zusammen. Er schreibt im in einer : Beim Training am Steinhaufen standen die Anzüge unter Druck, um die Steifigkeit zu imitieren, die sie auf dem Mond haben würden. Solche Trainingseinheiten fanden in regelmäßigen Abständen am Kap, in Houston oder an anderen Orten statt. Es gab auch Flüge in einer KC-135, um den Astronauten eine Vorstellung zu vermitteln, wie sich Arbeiten in einem steifen Anzug bei 1/6 g anfühlt. Dabei ging es insbesondere darum, inwiefern sich die fehlende Erdschwerkraft nachteilig auf das Verhalten des Anzugs auswirkt, beim Einsteigen in das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle zum Beispiel. (Wiegt man 75 Kilo drückt einen das Gewicht in eine andere Sitzposition als bei den 12 Kilo auf dem Mond.) Der Anzugdruck wurde gegenüber dem normalen atmosphärischen Druck um den Faktor erhöht, der dem geplanten Druck für die Arbeit im Vakuum, genauer gesagt auf der Mondoberfläche, entsprach. (Ich glaube 3,75 psi [0,258 bar], obwohl ich gelegentlich auch 3,5 bis 45 psid [0,241 bzw. 0,276 bar] gesehen habe.) So erreichte man die erforderliche Steifigkeit.

    Das Arbeiten in einem der Anzugmodelle A7L oder A7LB ist wirklich anstrengend gewesen, egal unter welchen Schwerkraftbedingungen. Ich habe einen ähnlichen Anzug angehabt (einen D-Anzug der Firma David Clark), und es war kein Vergnügen. Im Prinzip hat man das 200-Kilo-Gorilla-Problem. (Wo legt sich ein 200-Kilo-Gorilla hin? Wo er will. Was macht ein relativ unbeweglicher Druckanzug mit jemandem, der ihn trägt? Was er will!). Darum beschränkte man sich bei diesem Training auf Dinge, für die der Astronaut ein gewisses Bewegungsgedächtnis entwickeln musste, sodass ihm die motorischen Abläufe zwar nicht unbedingt zur zweiten Natur wurden, aber doch wenigsten vertraut waren auf der Mondoberfläche. Die Rede ist vom Ein- und Aussteigen beim Fahrzeug, Ausladen des ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package, Transport der ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package-Paletten zum Standort und Aufbau aller Experimente. Gemeint ist ebenso die Vorgehensweise beim Sammeln von dokumentierten Proben, wenn beide Astronauten zusammenarbeiten und ihre Bewegungen gut koordinieren müssen. Selbst darauf konnte das Training bei 1 g nicht immer angemessen vorbereiten. Ich habe einige Fernsehaufnahmen gesehen, wie jemand eine Bodenprobe nimmt und sie in den Beutel schütten will, den der andere bereithält. Dabei unterschätzt er das Trägheitsmoment des Materials, wenn es von der Schaufel fällt, und verteilt alles auf seinem Partner! Weil es eben so anstrengend war, vor allem auf der Erde bei 1 g (insgesamt wog der Anzug etwa 90 Kilogramm), den Körper zu sehr auslaugte und sich der Lernerfolg unter diesen Schwerkraftbedingungen in Grenzen hielt, reduzierte man dieses Training auf das Notwendigste. Alles andere, sich grundsätzlich mit dem ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package vertraut machen, die geologische Ausbildung und simulierte Erkundungen, wurde normal gekleidet absolviert. Allerdings trug man ab und zu die EV‑Handschuhe, um wenigstens einen ungefähren Eindruck zu bekommen, wie sich etwas anfühlt, das mit diesen Handschuhen gegriffen wird. (Auch das habe ich ausprobiert. Sogar wenn die Handschuhe nicht unter Druck stehen, vermitteln sie ein gutes Gefühl dafür, nun ja, wie wenig Gefühl man in solchen Handschuhen haben muss, wenn sie dann unter Druck stehen.)

    Joe Kosmo, Mentor von Dean Eppler, fügt hinzu:Sie haben recht, der Druck im Anzug lag bei 3,75 psig [0,258 bar]. Mir gefiel Ihre Beschreibung der Beweglichkeit im Anzug – es war definitiv kein Spaziergang. Aber ob Sie es glauben oder nicht, es war das Beste, was wir an wirklich flugtauglichen und funktionierenden Raumanzügen hatten. Später konnten wir bessere und volumenbeständigere Gelenkverbindungen entwickeln, die wir für die RX-Serie, die Shuttle-EMUNASAEMUExtravehicular Mobility Unit und die MK-III-Anzugkonfigurationen verwendeten. Zur damaligen Zeit, in den frühen 1960ern, wurde unsere Konstruktionsweise der beweglichen Gelenkverbindungen sogar als Geheim eingestuft und ich glaube, erst freigegeben.

    Den Hauptgrund, warum die Modelle A7L und A7LB so gut funktionierten, sehe ich in der geringen Schwerkraft auf dem Mond. Das war sozusagen die Rettung. Auf jeden Fall half es, die Ausrüstung zu bewegen und zu tragen. Bücken war immer noch schwierig (wenn nicht unmöglich), also nahmen sie die Greifzange, um etwas aufzuheben.

    Es gibt eine schöne Aufzeichnung von Charlie Duke bei Apollo 16, als er eine verdoppelte Kernprobenröhre in den Boden schlägt. Dabei fällt ihm der Hammer aus der Hand. Aus heutiger Sicht wirkt es fast komisch, wie Charlie sich verzweifelt bemüht, auf den Boden zu kommen, um den Hammer aufzuheben. Schließlich gibt er auf und nimmt die Greifzange.

    Noch eine abschließende Bemerkung zum Training im Anzug. Zwar trugen Dave und Jim dabei leichtere PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Versionen auf dem Rücken, trotzdem war alles zusammen noch relativ schwer. Wenn beide in einem Trainingsmodell des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle eine Station am Steinhaufen erreichten, brauchten sie Hilfe beim Aussteigen. Filmaufnahmen vom Training zeigen, wie Jim Irwin die Unterstützung von drei Männern benötigt, um aus dem Fahrzeug zu kommen.

    Nachdem sich Jims Trinkbeutel und Nahrungsriegel nun an der richtigen Stelle befinden, bekommt er von Dave den Helm aufgesetzt.

  183. Scott: (Das Einrasten von Jims Helmverschluss ist zu hören.) Ja, das klingt richtig. Klick und gesichert. Jetzt noch deinen Kragen hier hinten. (Pause)

  184. Der Kragen ist an den unteren Rand der LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly genäht. Er reicht bis zur Schulter und soll den Helmverschlussring vor Hitze schützen.

  185. Scott: Ich habe einen hohen Ton im Hörer. Du auch?

  186. Irwin: Ich höre … Doch, ich habe ihn auch. Aber sehr weit im Hintergrund.

  187. Scott: Ja.

  188. Irwin: Ja. Sehr leise.

  189. Scott: Okay, du bist zurechtgemacht. (Pause)

  190. Irwin: Okay …

  191. Scott: Jetzt noch dein …

  192. Irwin: Die Bänder (vom Werkzeuggurt).

  193. Scott: … Band hier. Okay, eins. (Pause) Da ist das Zweite. Okay. (nicht zu verstehen)

  194. Irwin: (Nicht zu verstehen, weil Dave spricht.) Jetzt deiner. (lange Pause)

  195. Dave ist nun an der Reihe, den Helm aufzusetzen. Anscheinend hebt er ihn selbst erst über den Kopf, während Jim beim Absenken den LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly-Kragen vom Verschlussring fernhält.

  196. Scott: Ich richte ihn für dich aus.

  197. Irwin: Halte ihn, Dave. Ich will erst … Weiter runterlassen. Ich setze ihn ein.

  198. Scott: Okay.

  199. Irwin: Okay, alles frei am Anzug.

  200. Scott: Okay, ist ausgerichtet. Wenn du …

  201. Irwin: Sollte ganz drin sein. (Das Einrasten von Daves Helmverschluss ist zu hören.) Okay, geschlossen.

  202. Scott: Okay.

  203. Irwin: Die LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly ist nur noch nicht fest. (Pause) Wenn die LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly fest sitzt, muss ich deinen Helm drehen.

  204. Scott: Okay. (Pause) Okay.

  205. Irwin: Noch ausgerichtet?

  206. Scott: Ja, alles in Ordnung. (Pause) Den Kragen zuerst hinten? (lange Pause)

  207. Irwin: Okay. (Pause) Okay, jetzt die Bänder vom Werkzeuggurt

  208. Scott: Ja. (Pause)

  209. Irwin: Das Rechte. (Pause) Und das Linke. (Pause) Okay. LCGNASALCGLiquid Cooled Garment – Kalt, nach Bedarf (SUR 3-9).

  210. Scott: Ist es auf jeden Fall.

  211. Irwin: Okay, ich drehe mich um und …

  212. Scott: Okay.

  213. Irwin: … erledige das. (Entsprechend SUR 3-9 den Sicherungsschalter ziehen.) (Pause) Okay, (Sicherungsschalter) LCGNASALCGLiquid Cooled Garment-Pumpe wird gezogen. (Paneel 16)

  214. Scott: Okay. (Pause)

  215. Scott: Wir lesen die einzelnen Schritte auch deshalb vor, damit man auf der Erde alles verfolgen und uns überwachen kann. Sie hören zu und gehen in der Checkliste mit – vor allem die Leute, mit denen wir im Training zusammengearbeitet haben. Sie gehen die Liste mit Anweisungen durch, um aufzupassen, dass wir alles ansagen, was wir machen, und nichts übersehen. So haben wir eine doppelte Kontrolle. Jim kontrolliert mich, ich kontrolliere ihn, und ich weiß nicht wie viele Leute im Anzug-Raum kontrollieren uns beide noch einmal.

    Jones: Leute, die nicht nur beim Training dabei waren, sondern vermutlich auch selbst alles schon gemacht haben.

    Scott: Stimmt genau. Es gab jemanden, mit dem ich oft zusammengearbeitet habe, John Covington. Er hat sich beim Erarbeiten der Verfahrensweisen selbst intensiv mit dem Anzug befasst. Jetzt sitzt er da und achtet darauf, dass wir jeden Schritt genau so machen wie vorgesehen. Diese Kontrolle vermittelt ein gutes Gefühl. An der Stelle will man bestimmt nicht vergessen, irgendetwas einzuhaken, anzuschließen oder zu blockieren. Wenn alles erledigt ist, kann man sicher sein, jeder hat mit aufgepasst. Man kann beruhigt aussteigen und braucht nicht mehr daran zu denken. Es ist abgehakt. Was damit zusammenhängt, schiebt man beiseite und konzentriert sich auf Geologie, zumindest, bis ein Warnsignal ertönt. Dann kümmert man sich natürlich um was immer es ist. Dieses Verfahren, dass jeder jeden kontrolliert, war sehr beruhigend. Sowohl bei den Vorbereitungen als auch anschließend bei der Arbeit. Ich sagte es bereits: Wir schlafen besser, wenn wir sicher sein können, dass ihr uns bei einem Problem weckt. Gegenseitige Kontrolle. Hat gut funktioniert.

    Jones: Das bringt mich wieder auf den Flug zum Mars.

    Scott: Ganz anderes Problem.

    Jones: Diese drei Leute müssen dann alles selbst machen, und das 30 Tage lang täglich.

    Scott: Was bedeutet, jeder hat zwei Partner, die ihn kontrollieren. Was auch bedeutet, mindestens drei Leute sind nötig, denn man braucht eine Kontrolle der Kontrolle. Zwei Leute, ein Partnersystem, funktioniert immer gut. Mit einer dritten Person bekommt man jedoch deutlich mehr Sicherheit.

  216. Irwin: Okay. Weiter.

  217. Scott: Okay. CB(16)NASACB(16)Circuit Breaker (Panel 16) ECSNASAECSEnvironmental Control System: LCGNASALCGLiquid Cooled Garment-Pumpe ist Offen, jetzt LMNASALMLunar Module-Wasserschläuche lösen und PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Wasserschläuche anschließen (SUR 3-9).

  218. Irwin: Okay, bin dabei. (lange Pause) Okay, meiner ist angeschlossen, Dave.

  219. Scott: Okay, meiner ist angeschlossen. (Pause) Okay. LMNASALMLunar Module-Schläuche weglegen [(CDRNASACDRCommander-Schläuche zum ECSNASAECSEnvironmental Control System-Handgriff)] (SUR 3-9).

  220. Irwin: Bin dabei.

  221. Scott: Okay, meine kommen hier an den … zum Handgriff. Wo sie dich nicht stören. Gleich hier beim ISSNASAISSInterim Stowage Shelf, das funktioniert gut. (lange Pause)

  222. Irwin: Okay, meine sind an ihrem Platz.

  223. Scott: Okay, Moment. (Pause) Okay, meine sind an ihrem Platz. (Pause) Folgendes kontrollieren: (SUR 3-9).

  224. Irwin: Ich drehe mich um.

  225. Scott: Okay. (Pause) Woher kommt eigentlich dieser Luftzug?

  226. Irwin: Vom (PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-)Ventilator.

  227. Scott: Ach ja. Direkt aus der Kabine. Stimmt. (Pause)

  228. Bei haben Dave und Jim die PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Ventilator eingeschaltet. Da sie noch keine Handschuhe tragen, wird vermutlich Kabinenluft durch die Anzugärmel gesaugt.

  229. Scott: Okay. Helm u. Visiereinheit [(1)] – Ausgerichtet u. Eingestellt.

  230. Irwin: Sind sie. It kontrolliert.

  231. Scott: Okay. O2-Anschlüsse alle drei Gesichert.

  232. Irwin: Okay. Und ich schiebe noch die Schutzhauben über deine Anschlüsse.

  233. Scott: Ja. (Pause)

  234. Kleine Stoffhauben über den Schlauchanschlüssen sollen vor Verschmutzung schützen.

  235. Irwin: Okay, alle drei sind gesichert.

  236. Die drei Sauerstoffanschlüsse sind für die Schläuche vom:

    • OPSNASAOPSOxygen Purge System zum PGANASAPGAPressure Garment Assembly,
    • PLSSNASAPLSSPortable Life Support System zum PGANASAPGAPressure Garment Assembly,
    • PGANASAPGAPressure Garment Assembly zurück zum PLSSNASAPLSSPortable Life Support System.

    Grafik der Anschlüsse am PGA.

  237. Scott: Okay. Auslassventile (1) – Gesichert.

  238. Irwin: Gesichert.

  239. Scott: H2O-Anschluss [(1)] – Gesichert.

  240. Irwin: Okay. Ist gesichert.

  241. Scott: COMMNASACOMMCommunications-Anschluss [(1)] – Gesichert.

  242. Irwin: Gesichert.

  243. Scott: Verteilerventil am PGANASAPGAPressure Garment Assembly [(1)] – Vertikal.

  244. Irwin: Vertikal. (PGA-Verteilerventil)

  245. Scott: Okay. Dann lies mir jetzt vor.

  246. Irwin: Okay. Helm u. Visiereinheit [(1)] – Ausgerichtet u. Eingestellt.

  247. Scott: Okay. Ist kontrolliert.

  248. Irwin: O2-Anschlüsse (3) – Gesichert.

  249. Scott: Okay. Eins, zwei, die Schutzhaube drüber. Drei, und Schutzhaube ist drüber.

  250. Irwin: Okay. Auslassventil (1) – Gesichert.

  251. Scott: Auslassventil ist eingesetzt und gesichert.

  252. Irwin: Okay. Wasser-Anschluss (1) – Gesichert.

  253. Scott: Gesichert.

  254. Irwin: COMMNASACOMMCommunications-Anschluss [(1) – Gesichert].

  255. Scott: Steckt und ist gesichert.

  256. Irwin: Verteilerventil am PGANASAPGAPressure Garment Assembly [(1)] – Vertikal (PGA-Verteilerventil)

  257. Scott: Verteilerventil steht vertikal.

  258. Irwin: Okay. Kontrolle der CBNASACBCircuit Breaker-Stellungen: Schema EVANASAEVAExtravehicular Activity [(weiße Punkte: Offen + EVANASAEVAExtravehicular Activity-Ergänzung)]. (SUR 3-9)

  259. Scott: Okay. (lange Pause) Okay. Meine sind kontrolliert. (SUR 1-7, Paneel 11)

  260. Irwin: Warte kurz. Ich kontrolliere meine.

  261. Scott: Okay. (Pause)

  262. Irwin: Okay. Meine sind kontrolliert. (SUR 1-8, Paneel 16)

  263. Jones: Eben kommt mir der Gedanke, die EVANASAEVAExtravehicular Activity-Konfiguration der Sicherungsschalter wird hier kontrolliert, weil Sie sich beide mit einem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System auf dem Rücken in der Kabine bewegen. Es gibt Beispiele dafür, dass Schalter verstellt wurden oder sogar abgebrochen sind, nachdem jemand mit einem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System angestoßen ist.

    Scott: Das stimmt. Aber man will auch vor dem Aussteigen noch einmal kontrollieren, dass alles seine Ordnung hat – sozusagen die letzte Überprüfung vor dem Start. Ich meine, wie man auch im Flugzeug vorher die Klappen und so weiter überprüft. Vermutlich hätten wir diese Kontrolle auf jeden Fall gehabt, selbst wenn es bei den vorangegangenen Missionen keine Probleme gegeben hätte.

  264. Scott: Okay. EVNASAEVExtravehicular-Handschuhe anziehen ( kontrollieren:). (SUR 3-9)

  265. Irwin: Okay. Bin dabei. (lange Pause)

  266. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Es ist bereits eine Weile her, seit Joe Allen sich das letzte Mal gemeldet hat (). In Houston verfolgt man alles ganz genau, aber Dave und Jim sind bis jetzt keine Fehler unterlaufen. Wie Dave sagte, Jim Irwin war ein sehr akribischer Mensch und seine methodische Vorgehensweise sorgte haupt­sächlich für die mustergültige Vorstellung in diesem Abschnitt.

    Audiodatei (, MP3-Format, 1,3 MB) Beginnt bei .

  267. Scott: Hast du deine schon an?

  268. Irwin: Ja. Ja.

  269. Scott: Okay.

  270. Irwin: Ich wart auf dich.

  271. Scott: Okay, Sekunde. (lange Pause) Bitte jetzt nicht anrempeln, (fügt amüsiert hinzu) wenn es geht. (Pause) Du musst dich umdrehen und mir hier mal helfen.

  272. Irwin: Okay. (lange Pause)

  273. Scott: Den Handschuh einfach halten.

  274. Irwin: Klar, aber er ist nicht in der Verschlussposition.

  275. Scott: Ja, ich weiß. Aber …

  276. Irwin: Okay.

  277. Scott: Ich bekomme einfach nicht … (Pause)

  278. Irwin: Komm, lass mich das machen. (Pause)

  279. Scott: Okay. (Pause)

  280. Irwin: Okay. Drücken. (Pause) Okay?

  281. Scott: Okay. Gut. Okay. Du kontrollierst meine, ich kontrolliere deine. Bei dir ist alles gesichert und gesichert.

  282. Irwin: Bei dir ist auch alles gesichert.

  283. Scott: Okay. (Pause)

  284. Irwin: Noch die Manschetten hochkrempeln. An die Arbeit.

  285. Scott: (lacht) Genau. (Pause) Okay. (Hinweis:) Falls PGANASAPGAPressure Garment Assembly zu eng wird, PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-O2 – An/Aus. Nein, ist er nicht. PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Verteilerventil auf MINNASAMINMinimum (Kontrollieren). (Pause) (SUR 3-9)

  286. Der Hinweis in der Checkliste bedeutet, falls der Anzug irgendwo kneift, können sie für einen kurzen Moment Sauerstoff aus dem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System einleiten, um ihn etwas aufzublasen. Das PLSS-Verteilerventil – im Gegensatz zum PGA-Verteilerventil – befindet sich unten rechts an der vorderen Ecke des Tornisters. Es regelt die von der LCGNASALCGLiquid Cooled Garment zum Sublimationskühler fließende Kühlwassermenge und somit die Temperatur im Anzug.

  287. Irwin: Ist kontrolliert.

  288. Scott: Okay, habe meins auch kontrolliert. PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Pumpe – An (Rechts). (SUR 3-9)

  289. Irwin: Okay, schalte meine Pumpe jetzt ein. (RCU-Ansicht)

  290. Die Pumpe lässt Wasser im geschlossenen Kreislauf, der einen Sublimationskühler passiert, durch die LCGNASALCGLiquid Cooled Garment zirkulieren.

  291. Scott: Meine ist an. Druckregler A B auf Aussteigen. (SUR 3-9)

  292. Irwin: A B auf Aussteigen. (ECS-Paneel)

  293. Die bedarfsgesteuerten Druckregler sind nun inaktiv und werden keinen Sauerstoff in die Kabine leiten, um den Druckverlust während der Kabinendekompression auszugleichen.

  294. Scott: Okay. Jetzt führen wir die Dichtheitsprüfung durch. Okay. PLSSNASAPLSSPortable Life Support System O2 – Auf [(Warnton – An, Warnanzeige O2 – O)]. (SUR 3-10)

  295. Irwin: Okay. (Pause) O2 ist Auf. (Pause) Mein Druck steigt.

  296. Scott: Okay, mein O2 ist Auf. Mein Druck steigt. Okay, habe eine Warnanzeige für Druck (wie erwartet). (Pause) Okay. (lange Pause) (RCU-Ansicht)

  297. Die Anzeige warnt vor zu geringem Sauerstoffdruck im Anzug. Hier ist es allerdings auch eine Bestätigung, dass der Sensor funktioniert.

  298. Irwin: Okay, der Zeiger in meinem Druckmesser bewegt sich.

  299. Scott: Okay. (Pause) Bei mir bewegt sich der Zeiger auch. (Pause) Meine Warnanzeige für Druck ist (wie erwartet) verschwunden bei 3,2 (psid/0,221 bar). (lange Pause) (Druckmesser, RCU-Ansicht)

  300. Scott: Okay, bleibt jetzt stehen bei 3,8 (psig/0,262 bar), und die O2-Warnung ist verschwunden. (Druckmesser, RCU-Ansicht)

  301. Irwin: Bei mir dasselbe.

  302. Scott: Okay. Dann ist nun das verzwickte kleine Manöver mit dem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-O2 dran. (SUR 3-10)

  303. Sie schließen das Sauerstoffventil am PLSSNASAPLSSPortable Life Support System für und beobachten ihren Druckmesser. Der Druck wird aufgrund von minimalen Undichtigkeiten, dem Auffüllen der letzten Winkel und Falten im Anzugfutter sowie durch Abatmen des Kohlendioxids leicht abnehmen. Solange diese Verringerung jedoch unter 0,3 psig (0,02 bar) bleibt, ist alles in Ordnung.

  304. Irwin: (PLSS-O2-Ventil) Wird geschlossen.

  305. Scott: Okay. Wird jetzt geschlossen.

  306. Irwin: Okay, meins ist zu.

  307. Scott: Okay, meins ist zu. Jetzt. Stoppt , Houston.

  308. Allen: Verstanden. (lange Pause)

  309. Scott: Mensch, ist kaum zu überhören, dass die Pumpe läuft, nicht?

  310. Irwin: Hm-hm. Hört sich an wie ein Flugzeug – wa-wah – kurz vor dem Start.

  311. Scott: Ja. (lange Pause)

  312. Irwin: Die Minute sollte jetzt eigentlich um sein, Dave. Ich bin bei 37 (3,7 psig/0,255 bar). (Druckmesser)

  313. Scott: Ja. Sie sagen Bescheid.

  314. Allen: Zeit ist um.

  315. Scott: Okay, das war unsere Minute, und ich lese 37 (3,7 psig/0,255 bar). Okay. PLSSNASAPLSSPortable Life Support System O2 – Auf [(Anzugdruckmesser 3,7–4,0 psig [0,255–0,276 bar], evtl. Warnton O2-Warnanzeige)]. (SUR 3-10)

  316. Irwin: O2(-Ventil) wird geöffnet.

  317. Scott: Okay. Prüfen:  … Okay, ich habe den Warnton und bestätige: O2-Warnanzeige ist leer. (Pause) (SUR 3-10, RCU-Ansicht)

  318. Scott: Okay, Houston. Dann würde ich sagen, Basis Hadley erwartet eure Freigabe für die Kabinendekompression. (SUR 3-10)

  319. Allen: Verstanden, Falcon. Ihr habt Grünes Licht für die Kabinendekompression. Sehen wir uns im Hadley‑Landegebiet mal etwas um.

  320. Scott: Ausgezeichnet. Okay, Jim. Bereit für die Sicherungsschalter?

  321. Irwin: Ja.

  322. Scott: Genau . Auf die Minute. Er hat uns die Freigabe bei erteilt und angefangen hatten wir bei . Seit unserer Meldung, dass wir mit dem Anziehen beginnen, sind also bis auf ein paar Sekunden fast genau vergangen. Ich weiß nicht mehr, wie viel Zeit eigentlich dafür geplant war.

    In der Checkliste stehen keine exakten Zeitangaben für den Beginn einer EVANASAEVAExtravehicular Activity. Auf Nachfrage von Dave bei antwortete Houston, dass man dort mit einem Beginn der EVANASAEVAExtravehicular Activity gegen bzw. rechnet. Demnach haben Dave und Jim etwa

  323. Scott: CB(16)NASACB(16)Circuit Breaker (Panel 16) ECSNASAECSEnvironmental Control System: Kabinendruckwiederherstellung – Offen. (SUR 3-10)

  324. Irwin: Kabinendruckwiederherstellung offen. (Paneel 16)

  325. Scott: CB(16)NASACB(16)Circuit Breaker (Panel 16) COMMNASACOMMCommunications: TVNASATVTelevision – Geschlossen. (SUR 3-10)

  326. Irwin: COMMNASACOMMCommunications: TVNASATVTelevision geschlossen. (Paneel 16)

  327. Die Fernsehbilder sollten bei Apollo 15 deutlich besser sein, als bei allen bisherigen Missionen. Hier der kurze Bericht Die Mondspaziergänge im Fernsehen (Shooting the Apollo Moonwalks) von Sam Russell, Projektingenieur bei RCANASARCARadio Corporation of America für Apollo 15 bis 17.

    Bill Wood hat eine Bibliografie zu den verschieden Übertragungs- und Kamerasystemen zusammengestellt.

  328. Scott: Okay, Ventil Kabinendruckwiederherstellung auf Geschlossen. (SUR 3-10)

  329. Irwin: Ventil Kabinendruckwiederherstellung geschlossen. (ECS-Paneel)

  330. Scott: Okay, dann kannst du jetzt rumkommen für das Dekompressionsventil.

  331. Irwin: Okay. (Pause)

  332. Für die beiden Sicherungsschalter musste Jim sich mit dem Gesicht zu Paneel 16 drehen, das er normalerweise neben seiner rechten Schulter hat. Anschließend macht er eine Vierteldrehung nach rechts, um das Ventil Kabinendruckwiederherstellung am ECSNASAECSEnvironmental Control System zu schließen, welches er normalerweise hinter sich hat. Jetzt muss Jim eine 180°-Drehung machen, damit er wieder mit dem Gesicht nach vorn steht und das Dekompressionsventil an der vordere Luke erreichen kann. Dieses Ventil befindet sich näher an seiner Station, deswegen kommt er leichter nach unten an den Griff als Dave.

  333. Scott: Okay, ich höre einen Warnton. Du auch?

  334. Irwin: Ich auch.

  335. Scott: Aha. Ist weg.

  336. Irwin: (nicht zu verstehen)

  337. Scott: Kommst du gut rum?

  338. Irwin: Geht.

  339. Scott: Ich versuche, dir noch mehr Platz zu machen.

  340. Irwin: Ah, warst du mir da im Weg?

  341. Scott: Ja. Geh zurück in die Ecke (vermutlich nach hinten rechts).

  342. Irwin: Okay.

  343. Mit beiden Astronauten in aufgeblähten Anzügen und je einem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System auf dem Rücken, gibt es fast gar keine Bewegungsfreiheit mehr in der Kabine. Dave steht hier scheinbar ungünstig und will etwas Platz machen, doch selbst dafür muss Jim sich zunächst rechts hinten in die Ecke quetschen, wo das ECSNASAECSEnvironmental Control System‑Abteil mit der rechten Kabinenwand abschließt. Erst dann kann Dave seine Position ändern. Bei all dem geht es vermutlich nur um Zentimeter.

    Jones: Möchten Sie ein wenig die Problematik beschreiben, sich in der engen Kabine mit einem unter Druck stehenden Anzug zu bewegen?

    Irwin: Nun, es war doch ziemlich eng. Wir hatten ständig Angst, irgendwelche Sicherungsschalter zu treffen, oder irgendwo etwas abzubrechen. Man fühlt sich beinah wie in einer Rüstung und so unempfindlich ist man auch für alles um einen herum.

    Jones: Man merkt nicht, wo man mit dem Anzug anstößt.

    Irwin: Nein. So weit ich weiß, haben es alle geschafft, irgendetwas abzubrechen. Sicherungsschalter oder Ventilknöpfe. Man hat absolut kein Gefühl.

    Jones: Gab es Schutzbügel an den Schaltern?

    Irwin: Ja, zum Glück, aber nur bei einigen. Und trotz der Bügel passierte es. Man ist ein Elefant im Porzellanladen. Alles unmittelbar neben einem ist so empfindlich und es gelingt einfach nicht, darauf Rücksicht nehmen.

    Jones: Sie stehen auf der rechten Seite und Dave steht links. Nebeneinander füllen sie die Kabine komplett aus.

    Irwin: Richtig.

    Jones: Dann befindet sich die Luke in der Mitte vor Ihnen. Also müssen Sie, wenn Dave nach unten geht, um die Luke zu …

    Irwin: So weit es geht auf meine Seite, den Rücken gegen das Paneel mit den Sicherungsschaltern (Paneel 16) an der rechten Kabinenwand gelehnt.

  344. Scott: Damit ich mich hier etwas drehen drehen kann. (Pause) Okay, so dürfte ich dir weniger im Weg sein.

  345. Irwin: Okay. Dann gehe ich runter (zum Dekompressionsventil).

  346. Scott: Okay.

  347. Jones: Es gab zwei Dekompressionsventile, eins oben an der Umstiegsluke und eins etwa auf Kniehöhe vorn an der Ausstiegsluke. Hier wollen Sie nach unten, um das Ventil an der Ausstiegsluke zu öffnen?

    Irwin: Richtig. Das meinte ich mit Dann gehe ich runter. Physisch mit dem Arm nach unten gehen, nicht den Kabinendruck senken.

    Jones: Der Anzug stand unter Druck in der Situation. Wie schwer war es, sich zu beugen? Ging es im LMNASALMLunar Module besser, weil man sich vielleicht irgendwo festhalten und nach unten ziehen konnte?

    Irwin: Sicher. Und man musste auch nicht so weit runter. Das Dekompressionsventil … lassen Sie mich kurz nachdenken. Ich glaube, es war ungefähr mittig an der Luke (was die Höhe betrifft), also vielleicht 1½ Fuß (46 cm) über dem Kabinenboden. Weiter runter musste man nicht.

    Jones: Das heißt, im Stehen brauchten Sie sich nur ein paar Zentimeter vorbeugen.

    Irwin: Richtig.

    Dessen ungeachtet sei hier angemerkt, dass mehrere Astronauten durchaus Schwierigkeiten hatten, an das Ventil dort unten heranzukommen.

    Irwin: Wenn ich heute so daran denke, stellt sich mir die Frage, warum wir für die Dekompression nicht das obere Ventil geöffnet haben.

    Jones: War es einfacher zu erreichen? Konnten sie den Arm über den Kopf bringen, wenn der Anzug unter Druck stand? War das machbar?

    Irwin: Es ging. Trotzdem denke ich, man kam leichter nach unten als nach oben.

    Gene Cernan, einer der größeren Astronauten, öffnete bei Apollo 17 das obere Ventil. Ebenso Charlie Duke bei Apollo 16.

  348. Irwin: Ich bin am Dekompressionsventil.

  349. Scott: Okay, dann beobachte ich hier den Kabinendruck.

  350. Irwin: Okay.

  351. Dave beobachtet zunächst die Druckanzeige auf Paneel 2. Jim öffnet das Dekompressionsventil und schließt es wieder, wenn der Druck auf 3,5 psia (0,241 bar) gefallen ist. Dann beobachten sie, wie sich der Anzugdruck relativ zum Kabinendruck verhält.

  352. Scott: (Oberes oder Vorderes Dekompressionsventil –) Offen und bei (psia/0,241 bar) auf AUTONASAAUTOAutomatic. (SUR 3-10)

  353. Irwin: Okay, steht auf Offen. (Ventilstellung)

  354. Scott: Okay, wir sind runter auf (0,31 bar). 4 (0,276 bar).

  355. Scott: Jetzt. 3,5 (psia/0,241 bar). (Paneel 2)

  356. Irwin: Zurück auf AUTONASAAUTOAutomatic. (Ventilstellung)

  357. Scott: Okay. Kontrolle: Anzugdruckmesser nicht unter 46 (4,6 psig/0,317 bar) gefallen. Bei mir sind es 51 (5,1 psig/0,352 bar). (Druckmesser)

  358. Irwin: Bei mir auch.

  359. Scott: Verstanden. Okay. (Entsprechend SUR 3-10) Prüfen: Kabinendruck bei 35 (3,5 psia/0,241 bar) und wir haben 35. LMNASALMLunar Module-Anzugkreislauf bei 43 (4,3 psia/0,296 bar) gesperrt und wir haben 45 (4,5 psia/0,310 bar). Okay. PGANASAPGAPressure Garment Assembly >46 (4,6 psig/0,317 bar) u. fallend. Kann ich bei mir bestätigen. Dann steht hier etwas über die Uhr.

  360. Sie nutzen die Stoppuhrfunktion ihrer Omega Speedmaster Professional Armbanduhren, um während der EVANASAEVAExtravehicular Activity die Zeit im Auge zu behalten. Die Uhr wird gestartet, wenn Jim das Dekompressionsventil wieder öffnet und die EVANASAEVAExtravehicular Activity beginnt (SUR 3-10).

  361. Scott: Und läuft. Okay. Oberes oder Vorderes Dekompressionsventil auf Offen (SUR 3-10)

  362. Irwin: Okay. Ich öffne es. (Ventilstellung)

  363. Scott: Okay. Bestätigen: Warnton – An u. Warnanzeige für Wasserdruck – A (bei ungefähr 12 bis 17 [1,21,7 psia/0,0830,117 bar]). (Pause) (SUR 3-10)

  364. Während der Kabinendruck sinkt, meldet ein Sensor im PLSSNASAPLSSPortable Life Support System, dass kein Wasser zum Sublimationskühler fließt.

  365. Scott: Okay, wir sind runter auf 25 (2,5 psia/0,172 bar). (Pause) 20 (2,0 psia/0,138 bar). Mensch, ich sehe, wie hier etwas kondensiert.

  366. Irwin: Du siehst was?

  367. Scott: Ja, einen leichten Nebel.

  368. Irwin: Ah!

  369. Durch den sinkenden Druck dehnt sich die restliche Kabinenatmosphäre aus. Dabei kühlt sie ab, die in der Atemluft enthaltene Feuchtigkeit kondensiert und vorübergehend bildet sich ein leichter Nebel.

  370. Scott: Okay, 15 (1,5 psia/0,103 bar).

  371. Irwin: Okay, ich habe Wasser(-Warnung) und Warnton. (RCU-Ansicht)

  372. Scott: Okay. Und ich habe Wasser(-Warnung) und Warnton. Okay, runter auf 1,0 (psia/0,069 bar). (Pause) Okay. Wenn der Druck ganz unten ist, öffne ich die Vordere Luke ein Stück (SUR 3-10). Du kannst also wieder hochkommen.

  373. Bei den vorangegangenen Missionen hatte man die Erfahrung gemacht, dass der Kabinendruck unter 0,2 psi (0,014 bar) gefallen sein muss, bevor die Luke sich zumindest einen Spalt öffnen lässt. Während der Kabinendruck absinkt, steigt der relative Druck im Raumanzug auf über 5 psi (0,345 bar) und Jim kämpft gegen einen sehr harten Anzug. Die Kabinendekompression verläuft jedoch normal und ihre Anzüge sind dicht. Also kann Jim jetzt aufstehen, um zu entspannen und Platz zu machen, sodass Dave sich gleich vorbeugen kann, um seinerseits den Griff der Verriegelung zu erreichen. Es wird noch eine Weile dauern, bis durch Abatmen der normale Arbeitsdruck von 3,7 psi (0,255 bar) in den Anzügen herrscht und sie weicher werden.

  374. Irwin: Okay. Ich lasse das Dekompressionsventil auf Offen. Okay.

  375. Scott: Du könntest vielleicht noch ein wenig nach rechts.

  376. Irwin: Ja. (Pause)

  377. Scott: Dieser Müllsack füllt den Rest (der Kabine) komplett aus. Er muss genau an die Stelle, mein Bester.

  378. Irwin: Ja, ich muss mich herumdrehen, damit ich auch an deine (PLSS/OPS-)Antenne herankomme. (Pause) Wann immer du nach links kannst. Ich möchte mich nach links drehen.

  379. Scott: Okay. Ich schiebe den Müllsack zur Seite.

  380. Irwin: Okay.

  381. Scott: Der größte Müllsack der Welt. (Pause) Okay. (Pause) Okay, noch nicht ganz. Besser ich lasse den Kabinendruck weiter fallen, um sie (die Luke) öffnen zu können. (lange Pause)

  382. Irwin: Kommst du zurecht da unten?

  383. Scott: (angestrengt) Ja. Okay, ist offen. (Pause)

  384. Allen: Verstanden, Dave. Und wir haben den Zeitpunkt festgehalten.

  385. Irwin: (schaut aus dem Fenster) Wir blasen Feuchtigkeit raus, aber … (hört Joe Allen) Eiskristalle werden aus der vorderen Luke geblasen. Sehr eindrucksvoll. Ihr solltet mal die Flugbahnen sehen. (Lachen)

  386. Irwin: Ich frage mich, woher es kam. Muss Feuchtigkeit gewesen sein. Das hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung. Ich weiß noch, als das Wasser ausgelaufen ist (siehe Kommentar nach 126:18:06). Danach flog wirklich eine Menge Eis aus der Luke. Es ging sogar durch das Dekompressionsventil. Das Wasser wurde direkt eingesaugt, ging durch das Ventil und gefror zu Eiskristallen, die erstaunliche Flugbahnen hatten. Doch hier frage ich mich tatsächlich, wo das Wasser herkommt.

    Jones: Vorhin war von etwas Nebel die Rede (). War die Luftfeuchtigkeit in der Kabine relativ hoch?

    Irwin: Also, es war keine trockene Luft. Sie hatte eine gewisse Feuchtigkeit. Das muss es hier gewesen sein.

    Jones: Waren es besonders feine Eiskristalle? Konnten Sie dahin gehend etwas erkennen?

    Irwin: Das weiß ich nicht mehr. Aber sie hätten die Flugbahnen sehen sollen. Ich hatte es schon vergessen. Später erinnere ich mich wieder daran. Ich achtete geradezu darauf, später, als das viele Wasser austrat.

    Jones: Ich glaube, es wurde so gut wie jedes Mal erwähnt, immer wenn die Luke aufging. Bei jeder Mission außer Apollo 11.

  387. Scott: Ich kann sie nicht offen halten, der (Kabinen-)Druck ist noch zu hoch.

  388. Allen: Sie sind bestimmt flach, Jim, oder? Die Flugbahnen.

  389. Scott: Kannst du sie offen halten, Jim? Halt sie mal offen.

  390. Irwin: Sehr flach, Joe.

  391. Scott: (keuchend) Oh, Mann.

  392. Irwin: (als die Luke wieder zufallen will) Wupp! Halt sie fest.

  393. Scott: Ja.

  394. Irwin: Alles klar.

  395. Die Luke ist laut Seite LV-4 der Lunar Module News Reference ungefähr 32 Zoll (81 cm) hoch und breit. Um sie an der Oberkante festhalten zu können, muss Jim vermutlich etwas in die Knie gehen.

  396. Scott: Geh wieder dorthin zurück, wo du eben gestanden hast.

  397. Irwin: Sie wollte wieder zufallen. Woran bleiben wir hier mit den Füßen hängen? Am Velcro? Den Streifen? (Pause)

  398. Scott: Die Velcro-Streifen auf dem Kabinenboden gaben unseren Füßen Halt bei Landung und Start.

    Auf einem Foto des Raumanzugs von Buzz Aldrin (aufgenommen vor dem Flug) sieht man die entsprechenden Gegenstücke an einer der Schuhsohlen.

    Die Lukentür sollte eigentlich bis vor Jims Beine aufschwingen, blieb jedoch auf etwas mehr als der halben Strecke hängen.

    Technische Nachbesprechung am

    Irwin:Beim Einklappen der PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Halterung auf dem Boden versäumten wir, den Stift richtig einzusetzen. So war die Halterung nicht ganz bündig im Kabinenboden versenkt und die Luke konnte nicht vollständig geöffnet werden. Dadurch hatte ich nachher Probleme beim Aus- und Einsteigen. … Es fehlten vielleicht 40 Grad bis zum Anschlag.

    Frank O’Brien hat uns ein Foto geschickt, auf dem er in einem LMNASALMLunar Module-Simulator steht. Unmittelbar vor der Luke sieht man eine PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Attrappe.

    Scott: Jetzt kann man fragen: Warum öffnete sich die Luke nicht nach außen anstatt nach innen? Was auch eine interessante aber längere Geschichte ist. Anfangs öffneten sich die Luken an beiden Raumschiffen, Kommandomodul und Landefähre, nach innen, sodass der Kabinendruck sie geschlossen hielt, wenn sie einmal zu waren. Dann mussten wir beim Kommandomodul die bittere Erfahrung machen, dass es eine schlechte Idee gewesen ist (als Gus Grissom, Ed White und Roger Chaffee bei Apollo 1 im Feuer umkamen). Denn als das Feuer ausbrach – nicht dass es eine Rolle gespielt hätte – war die Tür von innen verriegelt. Beim Apollo-Kommandomodul Block I gab es unter anderem ein Problem (im Gegensatz zum Block-II-Kommandomodul, geflogen ab Apollo 7), sobald in der Kabine Überdruck herrschte, ließ diese große Klappe sich einfach nicht mehr öffnen. Man überarbeitete die Konstruktion des Kommandomoduls und es bekam eine Luke, die druckdicht verschlossen werden konnte, aber nach außen geöffnet wurde.

    An der Landefähre wurde nichts geändert, weil dafür eine aufwendige Verriegelungsmechanik notwendig ist, die man sich beim Kommandomodul gewichtsmäßig leisten konnte, allerdings nicht bei der Landefähre. Während man sich also Gedanken zur Überarbeitung der Luke am Kommandomodul machte, ließ man die Landefähre außen vor, denn diese Lukentür ist sehr leicht gewesen.

    Am Anfang gab es Befürchtungen in alle möglichen und unmöglichen Richtungen. Zum Beispiel sollten wir im Kommandomodul das Anziehen der Anzüge trainieren, falls irgendetwas ein Loch in die Hülle geschlagen hat. Stellen sie sich das mal vor. Drei Leute im Kommandomodul und man veranstaltet eine Art Probealarm. Die Hülle wurde von einem Projektil durchschlagen und Sie haben einen Druckverlust. Die Geschwindigkeit, mit welcher die Atmosphäre entweicht, wurde in den Spezifikationen für die Raumschiffkonstruktion festgelegt. Man hatte also, was auch immer dort veranschlagt worden ist, sagen wir Zeit, bis drei Leute in den Anzügen stecken mussten. Und ich erinnere mich, wie McDivitt, Schweickart und ich das mal versuchten. Wir hatten vielleicht einen Spaß. Es war einfach nicht drin, dass drei Mann im Kommandomodul innerhalb von in ihre Anzüge kamen, auch nicht in , oder was immer in den Spezifikationen stand. Also musste man einen Schritt zurückgehen und darüber nachdenken, ob es wirklich nötig ist. Und gerade am Anfang passierte so etwas häufig. Man wusste eben noch zu wenig darüber, was alles passieren kann und wie man mit Raumschiffen im Vakuum operiert. Solche Erfahrungen führten jedoch letztendlich zu einer Konstruktion, die wirklich gut funktionierte.

    Heute muss das keiner mehr durchgehen, diese Dinge sind alle verstanden. Ich erwähne das hier nur, um zu zeigen, mit welchen Ungewissheiten wir es damals zu tun hatten und wie oft uns Wege in die Irre führten. Heutzutage sieht es einfach aus – eine leichte Übung – weil man schon alle Antworten hat. Doch um den richtigen Weg zu finden, wurden zahlreiche Umwege gemacht, ziellose Pfade verfolgt und Versuche ohne brauchbares Ergebnis unternommen. Ein Riesenaufwand, der am Ende zu einem guten System führte. Vieles von dem, was man hier sieht, war zwangsläufig das Resultat von Versuch und Irrtum. Wir haben hier ein Konzept. Probieren wir es mal aus. Funktioniert es?

    Jones: Ich fand Ihre Geschichte vom Probealarm und den Anzügen sehr interessant. Dabei sind mir gleich die Science‑Fiction‑Geschichten eingefallen, die ich in den 50ern als Junge gelesen habe. Damals kannte man die Gefahr noch nicht, die von Meteoriten ausging. Heute scheint mir, dass bei praktisch allen Weltraumgeschichten einer der dramatischen Höhepunkte war, wenn ein Meteorit das Raumschiff getroffen hat. Dann ist schnell jemand hin und hat irgendeine Metallplatte draufgehalten oder jemand hat sich draufgesetzt oder sonst irgendwas.

    Scott: Hört sich nach dieser Deich-Geschichte an. Jemand in Holland steckt seinen Finger in den Deich, um das Loch abzudichten.

    Jones: Und ich wette, viele der Ingenieure haben auch diese Geschichten gelesen und wurden so von den Science‑Fiction‑Autoren angeregt, sich über dieses Problem Gedanken zu machen.

    Scott: Ich würde nicht sagen, dass die Science‑Fiction großen Einfluss hatte. Man wusste einfach sehr wenig über den Weltraum, wie viele Geschosse da draußen herumflogen und wer wann wovon getroffen werden konnte. Darum hatte man schon bei den Überlegungen zum Entwurf des Kommandomoduls intensiv über solche Einschläge nachgedacht. Es gab viele Diskussionen darüber, wie dick Fensterscheiben und Hülle sein müssen, damit sie auf keinen Fall durchlöchert werden. Und als man dann zur Landefähre kam, da ist alles wirklich sehr, sehr dünn gewesen. Das war aber auch notwendig (wegen der Gewichtsbegrenzung).

    In den frühen Tagen war der rein technische Ansatz für die Konstruktion: Wie groß darf das Leck – nicht notwendigerweise durch einen Meteoriten verursacht – vom Kommandomodul nach außen maximal sein, damit jemand im Raumanzug überleben kann? Daraus ergab sich die nächste Frage. Wann muss der Anzug getragen werden? Trägt man ihn ständig? Trägt man ihn beim Start, oder beim Wiedereintritt? Und bei Apollo 15 passierte es einen Monat vor dem Start, dass die Russen drei ihrer Leute verloren (Sojus 11). Bei der Rückkehr zur Erde hatte sich ein Ventil geöffnet, und sie bekamen es nicht rechtzeitig in den Griff – sie trugen keine Druckanzüge. Ich weiß noch, dass wir bei Apollo 9 auch keine trugen. Plötzlich, einen Monat vor dem Start von Apollo 15, gab es jede Menge Diskussionen, ob wir beim Wiedereintritt unsere Anzüge tragen sollen oder nicht. Am Ende konnten die Befürworter überzeugt werden, dass unser System anders gebaut und in der Tat sicher war. Also nein, wir mussten beim Wiedereintritt keine Anzüge tragen. Dieses Thema – Anzug an, Anzug aus, wann muss man sie tragen – ist über die Jahre wirklich zur Genüge besprochen worden.

    Jones: Gene Cernan beschrieb mir gegenüber das LMNASALMLunar Module einmal als Ölkanne. Sowohl bei der Kabinendekompression als auch bei der Druckwiederherstellung konnte man hören und sehen, wie die Bleche sich leicht verformten.

    Scott: Vermutlich. Ja. Die Hülle war dünn, aber trotzdem belastbar.

  399. Irwin: Ich gehe zurück in meine Ecke.

  400. Scott: Ja, musst du auch.

  401. Irwin: Mehr Platz. Ich muss mich nach rechts drehen. (Pause)

  402. Scott: Sie bleibt nicht offen! (Pause) Jetzt. (Pause) Okay. (lange Pause)

  403. Audiodatei (, MP3-Format, 1,3 MB) Beginnt bei .

  404. Irwin: Hör mal, vielleicht soll ich … Bleibt sie offen?

  405. Scott: Ja, ich hab sie auf. (Pause) Ich wünschte, ich hätte einen Spiegel. (Pause) Hab das Gefühl, ich bleibe irgendwo hängen!

  406. Wegen des unförmigen Anzugs, der engen Kabine und der RCUNASARCURemote Control Unit vor der Brust ist Daves Blickfeld stark eingeschränkt.

    Jones: Gene (Cernan) und Jack (Schmitt) hatten beide einen Spiegel am Handgelenk.

    Scott: Und ich auch. Bei Gemini VIII hatte ich tatsächlich einen Spiegel, um die Anschlüsse und alles sehen zu können. Und ich denke wirklich, dass Jim und ich damit sogar trainiert haben. Ich weiß, dass wir welche hatten.

    Jones: Notiz für mich: Die Bilder durchsehen. Vielleicht finde ich welche, auf denen sie am Anzug zu sehen sind. Diese Bemerkung verblüfft mich hier.

    Scott: Mich auch. Vielleicht hatte ich keinen oder er war am falschen Platz. Aber Spiegel sind normalerweise üblich gewesen.

    Eine Suche in den Inventarverzeichnissen ergab, dass nur die Astronauten von Apollo 16 und Apollo 17 solche Handgelenkspiegel hatten, möglicherweise wegen Daves Bemerkung bei . Siehe auch den Kommentar nach 163:19:53 im Journal von Apollo 17.

  407. Irwin: Könnten die Velcro-Streifen auf dem Boden sein.

  408. Scott: Nein, am Rücken. (Pause) Okay. Ich weiß nicht wo. (Pause) Okay. PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Hauptwasserventil – Auf (H2O-Warnanzeige – nach verschwunden). Bist du so weit? (SUR 3-10)

  409. Irwin: Ja. (Pause) Mal sehen. Ich komme nicht rum.

  410. Scott: Ja, ich muss hier irgendwas weg… Kannst du nachsehen und …

  411. Irwin: Ich drehe mich hier und …

  412. Scott: Ja.

  413. Irwin: … sehe mal nach, was da vielleicht … (Pause) Irgendwo bleibe ich stecken. (lange Pause) Ich hänge irgendwo.

  414. Scott: Ja.

  415. Scott: Wir brauchen dafür so lange, weil wir unheimlich aufpassen müssen. Wenn man irgendwo festhängt, wird nicht daran gezogen. Man hält an! Selbst beim geringsten Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, hält man einfach still. Darum dauert es hier so lange. Man rührt sich nicht und denkt: Hm, vielleicht hänge ich an einem Sicherungsschalter und wenn ich jetzt ziehe, bricht er womöglich ab! Unter realen Bedingungen neigt man zu äußerster Vorsicht.

  416. Irwin: Du siehst, wo ich hängen bleibe?

  417. Scott: Nein. (Pause) Nicht, warte.

  418. Irwin: Okay. Ich drehe mich jetzt. Lass mich nachsehen bei dir. (Pause) Mal sehen.

  419. Scott: Siehst du, was da hängt?

  420. Irwin: Ach das ist es. Deine (LMNASALMLunar Module-)Schläuche. Hier.

  421. Scott: Die Schläuche.

  422. Siehe Kommentar nach .

  423. Irwin: Okay. Ah, ich glaube, es liegt am Gurt. Die Schläuche waren … Ich ziehe den Gurt etwas zurecht (vermutlich einen der Werkzeuggurte).

  424. Scott: Okay.

  425. Irwin: An deiner rechten Seite. Er hat sich in den Schläuchen verfangen. (Pause) Einen Moment.

  426. Scott: Okay.

  427. Irwin: Hast du dein Wasserventil schon geöffnet?

  428. Scott: Nein, noch nicht. Ich mache es jetzt. (Pause) So, ist offen.

  429. Irwin: Mal sehen, ob ich rumkomme (mit der rechten Hand nach hinten) und meins öffnen kann. (Pause)

  430. Scott: Gerade fällt mir auf, wir haben den Müllsack nicht zugebunden. (lange Pause)

  431. Scott: Hast du es offen? (lange Pause, Jim atmet schwer) Überanstreng dich nicht.

  432. Irwin: Geht schon, alles in Ordnung. (lange Pause)

  433. Jones: Ich vermute, wenn man jemanden schwer atmen hört, kann es auch daran liegen, dass derjenige nach unten schaut und der Mund näher an den Mikrofonen ist.

    Scott: Ja, ganz richtig. Man atmet direkt in die Mikrofone und aktiviert die Verbindung. Obwohl er sich hier tatsächlich ziemlich anstrengt.

  434. Scott: Hast du es auf?

  435. Irwin: Ja, ist auf. Stellt sich nur die Frage, ob der Hebel ganz hinten ist. Ich denke schon. Ich weiß es, sobald es kühl wird. (lange Pause)

  436. Technische Nachbesprechung am

    Irwin:Was mir ebenfalls aufgefallen ist, die (PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-)Gurte waren etwas kurz. Wir hatten sie bei 1 g angepasst und das ist vermutlich ein Fehler gewesen. Die Hebel (PLSS-Ventilhebel) waren bei 1/6 g zu weit oben. Das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System hing zu hoch. Ich konnte die Hebel nur schwer erreichen.

    Scott:Bei der Anprobe hing das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System aber an einem Gestell, damit es entsprechend leichter war.

    Irwin:Es hing an dem Gestell, aber irgendetwas war anders.

    Scott:Du hattest das Gefühl, deine Ventilhebel sind zu hoch gewesen. Bei mir stimmte alles. Ich bin gut herangekommen, jedenfalls bis mir die Finger schmerzten. Ich habe auch gesehen, dass dein PLSSNASAPLSSPortable Life Support System irgendwie abgewinkelt hing, sodass deine Ventilhebel weiter hinten waren.

    Das von Dave angesprochene Gestell ist auf S69-38497 (Ausschnitt) zu sehen.

    Ulli Lotzmann sprach mit Dan Schaiewitz, zur Zeit des Apollo‑Programms einer der Ingenieure von Hamilton Standard am Kap. Dan Schaiewitz bestätigt, dass die oberen und unteren Gurte des PLSSNASAPLSSPortable Life Support System während des CF2NASACF2 oder C2F2Crew Compartment Fit and Function endgültig angepasst wurden. Er sagt:

    Die Anprobe der Gurte wurde mit dem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System für den Flug durchgeführt, dabei stand der Anzug unter Druck und das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System hing im 1/6-g-Gestell. haupt­sächlich ging es darum, dass die Ventilhebel gut erreichbar sind. Wenn die Gurtlänge nicht stimmte, gab es verstellbare Versionen, um die richtige Länge herauszufinden. Die Information ging dann zum MSCNASAMSCManned Spacecraft Center, wo man entsprechend neue Tragegurte anfertigte und zum KSCNASAKSCKennedy Space Center schickte. Dort wurden die neuen Gurte noch einmal anprobiert.

    Dan Schaiewitz erinnert sich, dass für Al Bean nach dem CF2NASACF2 oder C2F2Crew Compartment Fit and Function neue Tragegurte angefertigt werden mussten. Noch genauer, der CF2NASACF2 oder C2F2Crew Compartment Fit and Function für Apollo 12 fand am statt und am hat man die neuen Gurte anprobiert. Die Beurteilung der Gurtlänge war ziemlich subjektiv und mitunter etwas frustrierend. Zum Beispiel hatten Jim Lovell und Fred Haise Schwierigkeiten, die Ventilhebel zu erreichen, und wollten daraufhin die Gurte ausprobieren, die sie beim Training getragen hatten. Diese Gurte schienen in der Länge zu passen. Nach dem CF2NASACF2 oder C2F2Crew Compartment Fit and Function für Apollo 13 verglichen wir die Originalgurte mit den Trainingsgurten. Zu unserer großen Überraschung waren sie gleich lang! Wir setzten einen eine weiteren Termin an und erzählten der Besatzung nicht, dass wir ihnen die Gurte angelegt haben, die sie ursprünglich ablehnten. Dieses Mal konnten beide ihre Ventile gut erreichen. Wir fanden nie heraus, warum die Besatzung beim CF2NASACF2 oder C2F2Crew Compartment Fit and Function ein Problem hatte!

  437. Scott: Wenn dieser Müllsack nur nicht so im Weg wäre. (Pause) Hier, ich gebe dir das mal. Kannst du das auf die Triebwerksabdeckung legen?

  438. Irwin: Ich versuche es. (Pause)

  439. Scott: Geht es?

  440. Allen: Jim, hier …

  441. Irwin: (Nicht zu hören, weil Joe Allen spricht.)

  442. Allen: … ist Houston. Dein Wasser sieht gut aus bei uns.

  443. Irwin: Komm. Lass mich das halten. (antwortet Joe) Ah, gut. Danke, Joe (zu Dave) Ich halte es einfach, Dave, bis du auf dem Boden bist.

  444. Scott: Okay.

  445. Irwin: Bevor du aussteigst, lass mich noch die … deine (PLSS/OPS-)Antenne aufrichten.

  446. Scott: Ja. Aber das kannst du auch machen, wenn ich durch die Tür krieche.

  447. Irwin: Gut. (lange Pause)

  448. Jones: Die Antenne sieht auf den Fotos wie ein langer flacher Metallstab aus.

    Irwin: Es war ein (flexibler) Aluminiumstreifen, der (oben auf dem OPSNASAOPSOxygen Purge System) in einer Schlaufe steckte. Er wurde von der Schlaufe unten gehalten. Man zog die Antenne einfach heraus und sie richtete sich auf. (Siehe Ausschnitt von S69-38496.)

  449. Scott: Ich kann mich jetzt in Position bringen. (Pause) So. (Pause)

  450. Dave dreht sich, sodass er mit dem Gesicht zur linken hinteren Kabinenecke steht. Dann geht er langsam auf die Knie, wobei er die Füße nach und nach durch die Luke schiebt. Normalerweise würde er sich nun mehr zur Mitte der Kabine bewegen, um gerade ausgerichtet vor der Luke zu knien, und von dort weiter rückwärts durch die Luke rutschen, bis auch die Hände auf dem Boden sind. Weil die Lukentür jedoch nicht komplett geöffnet ist, bleibt er vermutlich etwas weiter rechts auf seiner Seite der Kabine als gewöhnlich. Bei all dem achtet Dave darauf, seinen Helm nicht gegen die Stufe zur Mittelsektion zu stoßen und so das Visier zu zerkratzen.

    Jones: Soviel ich weiß, reichte die offene Lukentür etwa bis zu den Knien.

    Irwin: Ja. Und interessant ist, sie sollte ursprünglich rund sein. Eine kreisrunde Luke. Ich glaube, es war Bill Anders, der fragte: Wollt ihr wirklich eine runde Luke (für ein rechteckiges PLSSNASAPLSSPortable Life Support System).

  451. Scott: Keine Ahnung, wie wir das übersehen konnten. Leg das auf die Stufe. (Pause)

  452. Auch wenn es auf dem Weg nach draußen vielleicht noch zu früh dafür ist, aber Dave hat möglicherweise den Sicherungsstift entdeckt, der die Lukentür stoppt.

  453. Irwin: Okay. Meine Warnanzeige für Wasserdruck ist verschwunden (RCU-Ansicht). Bekomme Kühlung. Kühlung auf MINNASAMINMinimum. Du willst vielleicht auf Mittlere Kühlung (INTNASAINTIntermediate) gehen.

  454. Scott: Ja. (lange Pause)

  455. Der Sublimationskühler des PLSSNASAPLSSPortable Life Support System besteht aus einem Verbund von systematisch gestapelten flachen Wärmetauschern und Kühlkörpern. In die zum Weltraum offenen Kühlkörper wird Wasser geleitet, das durch poröse Deckplatten aus gesintertem Nickel nach außen sickert und im Vakuum eine Eisschicht bildet, deren Oberfläche allmählich zu Wasserdampf sublimiert. Es dauert , bis ausreichend Eis entstanden ist, sodass die Kühlkörper kalt genug sind. Erst dann können die Wärmetauscher das von der LCGNASALCGLiquid Cooled Garment kommende Wasser im Wärmetransportkreislauf und den Sauerstoff effektiv kühlen. Dann verschwindet auch die Warnanzeige für zu niedrigen Wasserversorgungsdruck, weil die Eisschicht das Wasser daran hindert, zu schnell durch die Poren zu sickern.

  456. Irwin: Hast du auf Mittlere Kühlung gestellt?

  457. Scott: Ja. Aber die Warnanzeige ist noch nicht weg.

  458. Allen: Dave, sie sollte in verschwinden.

  459. Scott: Ist eben … (hört Joe) Ja, ist eben verschwunden. Ich habe gerade nachgeschaut. Sollte vielleicht genauer hinsehen. (lange Pause) Mal sehen, was als Nächstes auf der Liste steht. (Pause)

  460. Irwin: SEPNASASEPSeparator-Warnleuchte ist an. (Paneel 2)

  461. Entsprechend SUR 3-10 hat Jim den CWEANASACWEACaution and Warning Electronics Assembly-Staus überprüft.

  462. Scott: EVNASAEVExtravehicular-Visier nach unten ziehen (SUR 3-10). Okay. (Pause) Ja, es fängt jetzt langsam an (kühler zu werden).

  463. Irwin: Hast du dein Visier unten?

  464. Scott: Gleich. Wollte es machen, wenn ich unten an der Tür bin. Damit es nicht zerkratzt …

  465. Irwin: Okay.

  466. Scott: … solange ich mich hier drin bewege.

  467. Das äußere Visier hat eine dünne Goldbeschichtung, daher ist meistens vom Goldvisier die Rede. Es schützt vor grellem Sonnenlicht und verhindert, dass der Sauerstoff im Helm sich aufheizt. Das innere Visier, auch als Schutzvisier bezeichnet, schützt vor dem ultravioletten Teil des Sonnenlichts. Einzelheiten finden sich im Handbuch zur EMUNASAEMUExtravehicular Mobility Unit bei Apollo 15 bis Apollo 17, Band 1 (Apollo Operations Handbook: Extravehicular Mobility UnitVolume 1Apollo 1517, Abschnitt 2.3.5.9 Visiereinheit für den Außenbordeinsatz auf der Mondoberfläche, Seite 2-72, 3. und 4. Absatz).

  468. Scott: Hey, Houston. Was ich fragen wollte, habt ihr schon ein Fernsehbild?

  469. Allen: Noch nicht, Dave. Wir arbeiten daran. (Pause)

  470. Scott: Bitte wiederholen. (lange Pause)

  471. Die Fernsehkamera ist momentan auf dem MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly montiert, welches allerdings noch nicht heruntergeklappt wurde. Wenn Dave auf einer der oberen Leiterstufen steht, zieht er an einem D-Ring, links von ihm an der Plattform befestigt, und löst damit über ein Zugseil den Riegel. Daraufhin klappt das MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly um etwa 120 Grad nach unten. Danach ist die Kamera so ausgerichtet, dass beobachtet werden kann, wie Dave und Jim auf der Leiter nach unten kommen. Weil Dave noch nicht ausgestiegen ist, gibt es kein Fernsehbild. Joes nächste Frage deutet an, dass man in Houston unsicher ist, ob Dave sich bereits auf dem Weg durch die Luke befindet.

  472. Allen: Dave, hier ist Houston. Wurde das MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly schon ausgeklappt?

  473. Scott: (lacht) Daran könnte es liegen, was, Joe? Noch nicht. (zu Jim) Okay. Ich bin so weit.

  474. Irwin: Okay. (Pause)

  475. Scott: Hey! Kannst du noch etwas zurück.

  476. Irwin: Sicher, (nicht zu verstehen). (Pause)

  477. Scott: Ja. So geht es. (Pause)

  478. Allen: Dave, hier ist Houston. Der Wasserversorgungsdruck bei Jim ist etwas hoch. Bist du vielleicht noch in einer Position, um zu sehen, ob Wasser aus seinem Kühler läuft?

  479. Scott: Ha! Definitiv nicht, Joe. Wirklich kein …

  480. Irwin: Hör zu, wir überprüfen das nachher draußen, Joe.

  481. Allen: Verstanden. (Pause)

  482. Irwin: Okay. Noch etwas weiter runter, Dave.

  483. Scott: Ja.

  484. Irwin: Die PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Rückseite stößt an das DSKYNASADSKYDisplay and Keyboard-Paneel.

  485. Unterhalb der Instrumentenpaneele zwischen den Fenstern ragt das DSKYNASADSKYDisplay and Keyboard-Paneel etwa 30 Zentimeter in die Kabine hinein. Wenn Dave rückwärts nach draußen kriecht, muss er mit PLSSNASAPLSSPortable Life Support System und Helm darunter hindurch. Der nächste Funkspruch legt nahe, dass er gerade den Müllsack auf der Triebwerksabdeckung vor sich hatte und es etwas problematisch war, daran vorbeizukommen.

  486. Scott: Ja, ich bin am Müllsack hängen geblieben. (Pause)

  487. Irwin: Ich verstehe nicht ganz, was Dave damit meint, dass er am Müllsack hängen geblieben ist. Der müsste zu dem Zeitpunkt oben auf der Abdeckung des Aufstiegsstufentriebwerks gelegen haben.

    Jones: Außer die Kabine war in der Richtung nicht tief genug und er blieb mit seinem Helm irgendwie daran hängen.

    Irwin: Stimmt, mit dem Helm könnte er am Müllsack hängen geblieben sein. Sein Kopf wäre etwa auf Höhe der Triebwerksabdeckung gewesen. Ja.

  488. Scott: So besser?

  489. Irwin: Du kommst daran … Du kommst jetzt vorbei. Noch etwas nach … etwas nach links. Ein bisschen tiefer und etwas nach links.

  490. Scott: Okay. Ungefähr so?

  491. Irwin: Gut. Okay, jetzt deine Antenne. Halt genau da an. (lange Pause) Okay. Deine Antenne ist aufgerichtet.

  492. Scott: Okay. (Pause)

  493. Soeben hat Jim bei Dave die Spitze der PLSS/OPS-Antenne aus der Schlaufe gezogen.

    Wie wenig Platz die Astronauten im vorderen Kabinenbereich hatten, zeigen auch Fotos der Landefähren von Apollo 15 (LM-10, Falcon), Apollo 16 (LM-11, Orion) und Apollo 17 (LM-12, Challenger), aufgenommen während der Abschlussinspektion vor dem Start.

    Beim Blick von oben sieht man das LMPNASALMPLunar Module Pilot-PLSSNASAPLSSPortable Life Support System (ohne OPSNASAOPSOxygen Purge System) in der Mitte sowie links und rechts davon jeweils eine Helmtasche (mit LEVANASALEVALunar Extravehicular Visor Assembly, Handschuhen etc.) auf dem Kabinenboden. Dieser ist laut Seite LV-4 der Lunar Module News Reference 55 Zoll (140 cm) breit und 36 Zoll (91 cm) tief. Das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System ist 19 Zoll (48 cm) breit und 26 Zoll (66 cm) hoch, weitere Maße sind in einer Grafik zu den PLSS-Abmessungen angegeben.

    Aufnahmen durch die Luken in die Kabinen der Landefähren Orion und Challenger zeigen Mitarbeiter des Teams für die Abschlussinspektion. Beide sitzen jeweils auf der Abdeckung des Aufstiegsstufentriebwerks, die Füße auf dem Deck der Mittelsektion. Links davon sieht man Bedienelemente des ECSNASAECSEnvironmental Control System für die Wasserversorgung und auf der rechten Seite, hinter dem Platz des Kommandanten, in Taschen verpackte Ausrüstung. Auf einem weiteren Bild aus der Landefähre Orion ist die Oberseite der Triebwerksabdeckung mit Velcro-Streifen und kurzen Laschen für die Helmtaschen zu sehen. Um den Platz für die Astronauten freizumachen, werden die Taschen von Kabinenboden genommen und auf der Triebwerksabdeckung befestigt. Das geschieht nach der Installation des Fangtrichters und dem Schließen der Umstiegsluke vor der Trennung vom CSMNASACSMCommand and Service Module(s).

    Jones: Mit Jim in der Kabine haben Sie nicht viel Platz beim Aussteigen. Er steht hinter der Tür und hält sie gegen seine Knie. Sie drehen sich mit dem Gesicht zur Kabinenrückseite. Sind Sie erst auf die Knie gegangen oder haben Sie sich auf den Händen langsam nach unten gearbeitet und durch die Luke geschoben?

    Scott: Soweit ich mich erinnere, ist man erst auf die Knie gegangen. Ich muss kurz nachdenken. Wenn ich hier zuhöre, war der Müllsack anscheinend im Weg.

    Jones: Den Jim hat oder auf der Triebwerksabdeckung festhält.

    Scott: Der ist wie eine dritte Person.

    Jones: Sie gehen auf die Knie und schieben Ihre Füße nach draußen, bis die Hände auf den Boden können. Dann zentrieren Sie sich in der Luke.

    Scott: Es war nicht besonders schwierig. Zwar wurden viele Anweisungen gegeben, aber das war wirklich keine große Sache. Man ist nur sehr vorsichtig und schiebt sich nicht einfach durch die Tür. Man will nichts kaputt machen im Raumschiff, am PLSSNASAPLSSPortable Life Support System oder der Kontrolleinheit (RCUNASARCURemote Control Unit) vorn. Ganz langsam, ohne Hektik und anhalten, sobald etwas nicht stimmt. Sie hören, dass viel gesprochen wird, aber nicht weil es besonders kompliziert ist.

    Jones: Das Aussteigen war für den Kommandanten scheinbar nicht schwieriger als für den LMPNASALMPLunar Module Pilot. Der LMPNASALMPLunar Module Pilot hatte etwas mehr Platz. Doch die Niederschriften vermitteln mir den Eindruck, dass bei zwei Leuten in der Kabine viel mehr Hinweise gegeben werden. Wenn der LMPNASALMPLunar Module Pilot austeigt, ist einer schon auf der Oberfläche, darum wird weniger gesprochen.

    Scott: Und es gibt mehr Platz, weil er die Tür ganz aufmachen kann. Und der Müllsack stört nicht mehr.

    Der Anzugdruck könnte ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Wenn der Kommandant aussteigt, ist der Druck wahrscheinlich noch nicht ganz auf die normalen 3,7 psi (0,255 bar) gesunken. Der LMPNASALMPLunar Module Pilot steigt einige Zeit später aus, wenn der Anzug schon etwas flexibler ist.

    Ab jetzt verwenden Dave und Jim die Checklisten an ihren Manschetten. Die Seiten CDR-2 und LMP-2 enthalten Schritte für das Wechseln der Wasserversorgung vom PLSSNASAPLSSPortable Life Support System zum LMNASALMLunar Module und umgekehrt. Auf den Seiten CDR-3 und LMP-3 stehen die ersten Schritte und Anweisungen für die EVANASAEVAExtravehicular Activity.

  494. Scott: Schön langsam nach draußen (auf die Plattform vor der Luke). (Pause) Okay! (Pause) Okay. Dann versuchen wir es mal mit dem MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly. (Pause, in der Dave am D-Ring links von ihm zieht.) Und schon klappt es runter. Das MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly ist unten! (Pause)

  495. Videodatei (, MPG-Format, 25 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  496. Irwin: Okay, Dave. Ich lege den Müllsack in die Luke.

  497. Scott: Okay. (Pause)

  498. Allen: Okay, Dave. Und ein ausgezeichnetes Fernsehbild hier unten.

  499. Scott: Ah, sehr erfreulich.

  500. Wer den Audio-Aufnahmen zuhört, dem fallen sicher die Piep-Töne jeweils am Anfang und am Ende von Joe Allens Funksprüchen auf. In seinem kurzen Beitrag Die Quindar-Töne (Quindar Tones) erläutert Markus Mehring die Funktion.

    Technische Nachbesprechung am

    Scott:Beim Aussteigen hatte ich keine besonderen Schwierigkeiten. Vermutlich weil du mir gesagt hast, wohin ich mich bewegen muss. Es kamen einige nach rechts und nach links von dir, etwas in der Art, dadurch kam ich wirklich gut raus.