Logo - Journal der Monderkundungen - Apollo 15

Überarbeitete Niederschrift und Kommentare © Eric M. Jones

Redaktion und Edition Ken Glover

Übersetzung © Thomas Schwagmeier u. a.

Alle Rechte vorbehalten

Bildnachweise im Bilderverzeichnis

Filmnachweise im Filmverzeichnis

MP3‑Audiodateien: David Shaffer

Das Mondfahrzeug ausladen

  1. Solange die Astronauten außerhalb der Landefähre auf der Mondoberfläche sind, betrachte ich das Geschehen von einem Standpunkt aus, der sich westlich der Leiter befindet. Rechts bedeutet südlich der minus-Y-Landestütze und Links nördlich der plus-Y-Landestütze. Dieses Bezugssystem ist zwar entgegengesetzt dem, das die Astronauten innerhalb der Kabine verwenden, entspricht jedoch eher dem Bild, welches die Fernsehkamera beim Ausladen des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle überträgt.

    Audiodatei (, MP3-Format, 2 MB) Beginnt bei .

  2. Irwin: Hier ist der Müllsack, Dave.

  3. Scott: Hab ihn.

  4. Irwin: Und ich gebe dir die LECNASALECLunar Equipment Conveyor.

  5. Die LECNASALECLunar Equipment Conveyor ist eine lange Leinenschlaufe, an der Ausrüstung nach unten auf die Mondoberfläche oder wieder hoch in die Kabine befördert wird. Neil Armstrong beschrieb sie in einer Pressekonferenz als Wäscheleine (Brooklyn Clothesline). Jim hängt die Umlenkung an die Deckenstrebe in der Kabine, sodass Dave die ETBNASAETBEquipment Transfer Bag und weitere Ausrüstungsgegenstände nach unten ziehen kann.

    Jones: Können wir über die LECNASALECLunar Equipment Conveyor sprechen? Ich meine die Transportleine für die Ausrüstung auf dem Mond. Bilder zeigen, wie Neil sich von der Landefähre entfernt und die angehängten Probenbehälter (SRCNASASRCSample Return Container) nach oben in die Kabine zieht.

    Irwin: Es war eine Leine, die über eine Umlenkung lief. Wir haben Sachen daran eher hochgezogen als heruntergelassen. Das meiste von dem, was nach unten ging, war verbrauchtes oder nicht mehr benötigtes Material und wurde einfach nach unten geworfen.

    Jones: Bis auf die Tasche mit Ausrüstung (ETBNASAETBEquipment Transfer Bag), in der Kameras und Filmmagazine lagen.

    Irwin: Es gab diese Umlenkung und ich frage mich gerade, wo sie befestigt wurde. Es war eine einfache Nylonleine. Vielleicht kommen wir noch darauf, während wir uns damit befassen.

    Jones: Und … ich gebe dir die LECNASALECLunar Equipment Conveyor bedeutet, sie war irgendwo in der Kabine verstaut?

    Irwin: Ja. Eingehängt wurde sie vielleicht … Da war diese Stange über dem DSKYNASADSKYDisplay and Keyboard. Kann sein, dass ich sie dort angehängt habe. Und das andere Ende gab ich ihm dann raus.

    Ich finde es interessant, dass kein LMPNASALMPLunar Module Pilot, der die LECNASALECLunar Equipment Conveyor verwendete – Aldrin, Bean, Mitchell und Irwinsich daran erinnern konnte, wo sie in der Kabine befestigt wurde.

    Im fand Karl Dodenhoff eine Abbildung zur Funktion der LEC, auf der auch die Befestigungspunkte für die Umlenkung in der Kabine und die Beladung an der Leine zu sehen sind. Die Befestigung in der Kabine scheint eine kleine Stange irgendwo unter der Decke zu sein. Die Abbildung veranlasste Markus Mehring zu folgender Überlegung …  aus psychologischer Sicht, weil sich die Vorrichtung nicht unmittelbar in ihrem ständigen Blickfeld befand. Sie haben einfach zu selten dort hingesehen, um sich dauerhaft daran zu erinnern. Was ein Hinweis darauf sein könnte, wo man vorrangig danach suchen sollte. Es muss irgendwo hinter ihnen oder vielleicht über ihnen sein. Gary Neff hat eine Strebe in der Kabinendecke entdeckt, die auf S71-40773 zu sehen ist. Dort muss die Umlenkung angehängt worden sein. Das Foto (zur Verfügung gestellt von John Duncan und Gary Kitmacher) entstand bei der Abschlussinspektion von LM-10NASALMLunar Module Falcon, der Landefähre von Apollo 15. Ausführliche Informationen finden sich im Artikel Die Transportleine für Ausrüstung auf dem Mond (Lunar Equipment Conveyor).

    Nachdem der CDRNASACDRCommander ausgestiegen ist und auf der Mondoberfläche steht, hängt der LMPNASALMPLunar Module Pilot in der Kabine die Umlenkung an die Deckenstrebe. Anschließend lässt er das Schlaufenende herunter. Der Teil mit Karabinerhaken bleibt in der Kabine, um entweder die ETBNASAETBEquipment Transfer Bag oder etwas anderes anzuhängen und die jeweilige Ausrüstung nach unten zu schicken.

  6. Scott: Okay. (Kurz bevor er den Müllsack von der Plattform wirft.) Mal sehen, ich will auf keinen Fall das schöne runde Steinchen da unten treffen. (Pause)

  7. Dave lässt den Müllsack rechts neben der Plattform nach unten fallen, südlich der Leiter und außerhalb des Fernsehbildes. Am linken Bildrand ist die Leiter zu sehen und in der linken unteren Ecke der Horizont, welcher aufgrund der Position und Ausrichtung von MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly sowie Kamera etwas über 30 Grad geneigt ist. Eine Grafik des MESA (Digitalisierung: Ulli Lotzmann) zeigt, wo sich die Fernsehkamera darauf befindet. Die Innenseite der untersten Leitersprosse hat einen Haken, an den Dave bei die ETBNASAETBEquipment Transfer Bag hängt. Dort ist die Tasche leicht zu erreichen und bei der Arbeit am MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly nicht im Weg.

  8. Scott: Der Müllsack ist ganz schön dreckig geworden. (lange Pause)

  9. Als ich mit Jim im über Apollo 15 sprach, standen uns die Fernseh­aufzeichnungen noch nicht zur Verfügung. Sie wurden erst einige Monate später von Larry Haskin auf Videokassetten herausgegeben. Während Dave noch oben auf der Leiter stand, konnte Jim ihn teilweise aus dem Fenster sehen. Nach so langer Zeit versucht er hier für mich, den Ablauf zu visualisieren.

    Irwin: Ich versuche, mir vorzustellen, wie er die Leiter nach unten geklettert ist. Er ist nicht mit dem Müllsack nach unten geklettert. Er hat ihn sicher nur runtergeworfen. Es wäre dumm gewesen, den Sack nach unten zu tragen. Man lässt ihn einfach von der Plattform fallen, weil nichts drin ist, das noch gebraucht wird.

    Wegen des schönen runden Steinchens muss Dave allerdings aufpassen, wo er den Sack fallen lässt.

    Irwin: Er wollte nicht, dass der Müllsack den Stein trifft. Und natürlich wollte er auch nicht selbst darauf landen (meint auf dem Müllsack, nach dem Absprung von der Leiter).

  10. Allen: Jim, Houston. Geh bitte auf Mittlere Kühlung (INTNASAINTIntermediate). (Pause)

  11. Irwin: Einen Moment, Joe. (lange Pause)

  12. Irwin: Wir blieben so oft wie möglich auf Minimaler Kühlung, um Wasser zu sparen. Genauso versucht man auch, Sauerstoff zu sparen. Immer wieder wird gefragt, warum wir die Kühlung nicht häufiger aufgedreht haben. Es war nicht nur eine Frage des Komforts, es ging auch um den Verbrauch. Wir wollten so lange wie möglich draußen bleiben und für den Fall der Fälle ausreichend Reserven haben. Wir sind hier wohl auf Mittlere Kühlung gegangen, aber ich denke, wann immer … Unterwegs beim Fahren konnten wir natürlich immer auf Minimale Kühlung gehen.

    Jones: Welche Art Anzeige hatten sie auf dem Anzugdruckmesser? Und war es das Gerät oberhalb des Handschuhs an Ihrem Unterarm?

    Irwin: Ja. Es war ein Zeiger, an dem wir den Druck im Anzug abgelesen haben. Wer Ihnen auch sehr viele Fragen zur EMUNASAEMUExtravehicular Mobility Unit beantworten kann, ist Max Arey von der Kansas Cosmosphere (in Hutchinson). Er hat eine Mannschaft, die sie für mich überholt hat – aufgerüstet hat. Die Leute dort können Sachen von Grund auf bauen. Da sind alle wirklich auf Draht, sie bauen Raumschiffe und Raumanzüge.

    Von der Kansas Cosmosphere wurde auch die Ausstattung für Aufnahmen innerhalb der Raumschiffe im Film Apollo 13 (Regie: Ron Howard) gebaut.

  13. Scott: Kommst du zurecht, Jim? (Pause)

  14. Irwin: Ja, das hier müsste dein Teil (der LECNASALECLunar Equipment Conveyor) sein.

  15. Scott: Wie bitte? Ja. Okay. (Pause) Mal sehen. (Pause) Gut verschnürt. (Pause)

  16. Daves Teil der LECNASALECLunar Equipment Conveyor ist in einer Tasche, die möglicherweise von einigen Schnüren zusammengehalten wird. Solche Schnüre zu lösen, wäre in den dicken Handschuhen nicht ganz einfach.

  17. Irwin: Du hast es zu fest zugebunden.

  18. Scott: Ah, ja! (Pause) Okay. (Pause) Okay. Und runter damit (der LECNASALECLunar Equipment Conveyor) auf der Fahrzeugseite (südlich der Plattform). Okay, ist unten. (Pause) Okay. Dann klettere ich jetzt die Leiter nach unten. (lange Pause)

  19. Aufgrund der Kameraausrichtung können wir nicht sehen, wie Dave die LECNASALECLunar Equipment Conveyor über das rechte Plattformgeländer nach unten fallen lässt. Wenn seine Füße ins Bild kommen, springt er mit beiden zusammen von Sprosse zu Sprosse, wobei die Hände höchstwahrscheinlich zur Führung an den Leiterholmen entlanggleiten. Beim Sprung von der Leiter in den Landefuß behält er seine Hände ebenfalls an der Leiter. Unten lässt Dave mit links los, dreht sich nach links und schaut in Richtung Nordwest. Einige Sekunden später lässt er die Leiter auch mit der rechten Hand los und wendet sich nach rechts. Es scheint, als ob er hoch zur Raumschiffkabine schaut.

    Videodatei (, MPG-Format, 25 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  20. Allen: Dave, ein ganz hervorragendes Fernsehbild hier.

  21. Scott: Okay … (hört Joe Allen sprechen) Okay, Houston. Jetzt stehe ich zwischen all den Wundern einer unbekannten Welt im Hadley‑Landegebiet und mir wird eine der fundamentalen Wahrheiten zur menschlichen Natur bewusst. Der Mensch muss erforschen. (Pause) Und das hier ist Forschung auf höchstem Niveau. (lange Pause, Dave entfernt sich von der Kamera) Ja, ich sehe den Grund für unsere Schieflage (Pause) Wir sind … (lacht) Sehr interessant. Das Gelände ist so hügelig und wir stehen auf einer Steigung von ungefähr 10 Grad. Der linke hintere Landefuß steht etwa 2 Fuß (61 cm) tiefer als der Landefuß rechts hinten. Die linke Vorderseite liegt auch etwas tiefer. Aber das LMNASALMLunar Module sieht unbeschädigt aus. Ebenso das Fahrzeug. (Pause)

  22. An den Teilen des Fahrzeugs, die Dave sehen kann, sind keine Beschädigungen zu erkennen. Das Fahrzeug befindet sich zusammengeklappt südlich der Leiter in Quadrant 1 der Landestufe. Dave sieht den Boden des mittleren Chassis und Teile der Räder, die mit dem vorderen und hinteren Chassis zwischen Mittelteil und Landestufe geklappt wurden. Hier einige Fotos, aufgenommen vor dem Flug:

    • KSC-71P-206 zeigt das zusammengeklappte Fahrzeug aus mehreren Perspektiven, als es nach der Ankunft am Kap für eine Inspektion ausgepackt wurde.
    • Auf S71-31409 sehen wir Dave und einige Techniker bei einer Inspektion des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle und der Mechanik zum Ausladen, bevor das Fahrzeug endgültig verladen wird.
    • Bei KSC-371C-171-4 ist im Vordergrund das Scharnier zwischen hinterem und mittlerem Chassis zu sehen sowie etwas weiter hinten die Konsole zwischen den eingeklappten Rädern.
    • 71-HC-682 ist eine Aufnahme vom LRVNASALRVLunar Roving Vehicle, noch ohne Bodenplatte, wie es bereits in die Landestufe des LMNASALMLunar Module geladen wurde. Durch den Fahrgestellrahmen sieht man die rotbraunen Kotflügel.

    Dave kommt wieder zurück zur Leiter. Dabei scheint er bereits ab und zu von einem Fuß auf den anderen zu springen.

    Jones: Sie bewegen sich bereits ziemlich sicher und flüssig. Es dauerte nur einige Sekunden, in denen Sie sich von einer Seite auf die andere gedreht und sich umgesehen haben. Dann Ihre einleitenden Worte und es ging los. Was glauben Sie, woran hat es gelegen?

    Scott: Es war so einfach! Nach allgemeiner Erfahrung kann sich der Mensch sehr schnell auf solche Bedingungen einstellen. Ich sprach ausführlich mit Neil, Pete und Al darüber. Wir haben uns die Fernseh­aufzeichnungen angesehen. Ich wusste, was auf mich zukommt. Alles ganz unkompliziert. Man stellt sich leicht darauf ein. Sogar bei völliger Schwerelosigkeit war meine Erfahrung, und die der Leute, mit denen ich geflogen bin, dass man sehr schnell zurechtkommt. Ebenso bei der Rückkehr zur Erde, man gewöhnt sich gleich wieder daran. Ich denke, der menschliche Körper ist generell gut in der Lage, sich auf ungewohnte Bedingungen einzustellen.

    Jones: Neil und Buzz waren die erste halbe Stunde sehr vorsichtig, schlurften mehr oder weniger umher und blieben mit beiden Füßen auf dem Boden. Sie dagegen fangen schon nach einer Minute an zu springen. Die Fernsehbilder zu sehen, hat sicher geholfen, aber gab es beim Training auch spezielle Hilfsmittel? Haben Sie mit dem Pogo trainiert?

    Scott: Einmal. Ganz ehrlich, ich hielt nichts davon. Ich habe alles mindestens einmal ausprobiert und nichts gefunden, was die 1/6-g-Umgebung einigermaßen simuliert. Außer im Flugzeug bis zu einem gewissen Grad. Ihre Frage ist interessant. Ich habe diese Aufnahmen bis jetzt nicht gesehen, merkwürdigerweise. Und ich hab gar nicht so viel darüber nachgedacht, wie ich vorgehen soll. Ich bin ausgestiegen, alles fühlte sich gut an und es ging los. Keine große Sache. Okay, da sind wir, auf geht’s. Ich machte mir kaum Gedanken über die Anpassung, denn was ich gehört habe … Ich weiß noch, was Pete sagte, nachdem er das erste Mal ausgestiegen war: Hey Al, man braucht gar nicht so lange herumzuturnen, wie man kurz nach dem Aussteigen denkt. Schon hatte er sich darauf eingestellt. Darum habe ich wohl nicht mit Problemen gerechnet, da sich auch alle anderen gut auf die Bedingungen einstellen konnten. Es fühlt sich gut an, legen wir los.

  23. Scott: Sagt dem Programmleiter (Jim McDivitt), dass ich seine Triebwerksglocke zerknittert habe. (lacht) Direkt unter dem LMNASALMLunar Module gibt es eine kleine Erhebung. Die hintere (minus-Z-)Landestütze steht in einem Krater und der Kraterrand ist genau unter der Triebwerksglocke. (Pause)

  24. Bei fotografiert Dave AS15-88-11882. Darauf sieht man den Knick in der Triebwerksglocke.

    Scott: Unser LMNASALMLunar Module war schwerer und hatte eine verlängerte Triebwerksglocke. Man sagte uns, wenn wir das Triebwerk nicht abschalten, bevor die Glocke den Boden berührt, könnte sie aufreißen. Und keiner weiß, was dann passiert. Darum wollten wir das Triebwerk unbedingt vorher abschalten. Tatsächlich hat Jim McDivitt, der Leiter des Apollo-Raumschiffprogramms, mit mir gewettet, dass ich es nicht schaffe. Also haben Jim (Irwin) und ich genau das trainiert, schon wegen der Herausforderung. Sobald das blaue Licht angeht, meldest du Kontakt, und ich schalte das Ding ab. Und ich werde mich auch darauf konzentrieren, den richtigen Knopf zu drücken. Denn es gab drei Schalter. Einer war für den Abbruch, der rote. Das Triebwerk wurde mit dem Blauen abgeschaltet. Man will ganz sicher im richtigen Moment den richtigen Knopf drücken und konzentriert sich darauf. Abgesehen davon war es in jedem Fall wichtig, das Triebwerk abzuschalten, sobald uns der Kontakt angezeigt wurde. In dieser Hinsicht mussten wir unsere Abläufe anpassen. Nicht im rein mechanischen Sinn, aber was den zeitlichen Ablauf betrifft und worauf wir besonders zu achten hatten.

    Dave bewegt sich von rechts nach links durch das Fernsehbild. Offenbar versucht er die Kängurusprünge. Laut seiner Checkliste (CDR-3) sind Zeit vorgesehen, damit er sich auf die Bedingungen einstellen kann.

  25. Allen: Verstanden, Dave. Jim (McDivitt) hat es gehört.

  26. Scott: Okay … (hört Joe Allen sprechen) Okay. (zu Jim McDivitt) Tut mir leid, Jim. Aber du weißt ja: IFRNASAIFRInstrument Flight Rules-Landungen.(Pause)

  27. Videodatei (, MPG-Format, 25 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  28. Scott: (zu Jim Irwin) Okay. ETBNASAETBEquipment Transfer Bag. Jim, du kannst die ETBNASAETBEquipment Transfer Bag nach unten schicken. Das Gleichgewicht lässt sich ganz gut halten, wie du nachher sehen wirst.

  29. Irwin: Okay. (lange Pause)

  30. Dave kommt von links wieder ins Bild. Er läuft an der Leiter vorbei zum MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly und zurück auf die rechte Seite der Leiter, um sich das herunterhängende Ende der LECNASALECLunar Equipment Conveyor zu holen.

  31. Irwin: Warte kurz, Dave. Lass mich …

  32. Scott: Okay. Sag einfach Bescheid. (Pause)

  33. Dave geht ein paar Schritte von der Leiter zurück. Dabei strafft er die LECNASALECLunar Equipment Conveyor. Dann hebt er den rechten Arm, um die Leine über das rechte Plattformgeländer zu schwingen.

  34. Irwin: Okay, Dave, sie ist … Bist du so weit?

  35. Scott: Muss noch über das Geländer. Alles klar. Da kommt sie runter. (lange Pause)

  36. Dave zieht die ETBNASAETBEquipment Transfer Bag nach unten. Dabei fällt auch die LECNASALECLunar Equipment Conveyor-Verpackung von der Plattform.

  37. Scott: Ein schöner Anblick, Houston. Wenn ich gerade nach oben schauen, sehe ich unsere Erde.

  38. Allen: Verstanden. (lange Pause)

  39. Die ETBNASAETBEquipment Transfer Bag hat jeweils oben links und rechts einen Metallring. Dave hängt die Tasche mit einem der Ringe an den Leiterhaken, ohne die Karabiner der LECNASALECLunar Equipment Conveyor auszuhaken.

  40. Scott: Okay. Die ETBNASAETBEquipment Transfer Bag hängt am Leiterhaken und jetzt kümmere ich mich um das MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly.

  41. Als der Haltemechanismus entriegelt wurde, ist das MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly ungefähr 120 Grad herausgeklappt. Gehalten wird es von einem Gurtband auf der rechten Seite. Dave zieht nun daran und stellt so die richtige Arbeitshöhe ein.

    Irwin: Das MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly war hinten mit einem Scharnier befestigt. Um es einzustellen, konnte man an einem Gurtband ziehen …

    Jones: Und es um die Scharnierachse drehen.

  42. Allen: Verstanden, Dave. Und Jim, das (PLSS-)Verteilerventil gehört dir – du kannst einstellen, was immer du willst. Und was ist außer der ETBNASAETBEquipment Transfer Bag noch mit rausgekommen?

  43. Scott: Die Verpackung der LECNASALECLunar Equipment Conveyor.

  44. Allen: Verstanden. (Pause)

  45. Irwin: Okay, Dave. Ich komme raus.

  46. Scott: Komm raus. Schön hier! (lange Pause)

  47. Der Mondhorizont im Fernsehbild bewegt sich, während Dave das MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly einstellt.

    Videodatei (, MPG-Format, 25 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  48. Scott: Interessant ist, Jim, welchen Schwung man bekommt. Loslaufen und …  Loslaufen geht leicht, aber einmal in Bewegung braucht man etwas, um anzuhalten. (Pause) Das scheint mir eine gute Höhe für das MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly zu sein. (Pause)

  49. Bilder der Fernseh­aufzeichnung dokumentieren zwei Änderungen der Arbeitshöhe. Das erste Mal zwischen und , als Dave das MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly um 17 Grad angehoben hat. Zu erkennen an der Neigung des Horizonts, die sich von 33 Grad auf 50 Grad vergrößert.

    Videodatei (, MPEG-4-Format, 15 MB) Die Aufnahmen der 16mm‑Filmkamera vom Training zeigen unter anderem, wie Ersatzkommandant Dick Gordon am Gurtband zieht, um das MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly in die richtige Position zu bringen.

  50. Scott: Okay. Jetzt festmachen. (Pause) Vielleicht noch ein kleines bisschen höher. (Pause)

  51. Irwin: Hey, Dave, kannst du mir sagen, wo ich hier hängen bleibe?

  52. Scott: Okay, ich komme rum (zur Leiter). Sekunde. Bleib, wo du bist. (Pause)

  53. Dave hat das MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly weitere 6 Grad angehoben, sodass der Horizont jetzt 56 Grad geneigt ist. Davon können wir allerdings nicht auf die tatsächliche Neigung des MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly schließen, da die Fernsehkamera ihrerseits seitlich gekippt montiert wurde, um Daves Abstieg auf der Leiter im richtigen Winkel zu übertragen. Das zeigt eine Grafik des MESA (Digitalisierung: Ulli Lotzmann).

    Technische Nachbesprechung am

    Scott:Die Höhe des MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly ließ sich leicht einstellen. Es wog (auf der Erde) etwa 400 Pfund (181 kg) und die Frage war, ob wir eventuell beide zusammen die richtige Höhe einstellen müssen. Ich konnte jedoch problemlos am schwarzen Gurtband ziehen und es dann arretieren.

  54. Scott: Ja. (Pause) Ich komme hoch und sehe nach. (Pause)

  55. Dave kommt zur Leiter, greift zwischen dritter und vierter Sprosse den linken Holm und springt ab. Zwar ist die rechte Seite der untersten Sprosse nicht zu sehen, aber wie es scheint, schafft er es nicht auf Anhieb, findet jedoch vermutlich an der Landestütze kurz Halt. Dann hat er beide Füße auf der Leiter. Auf dem Weg nach oben springt Dave von Sprosse zu Sprosse, während er sich gleichzeitig mit den Armen hochzieht.

  56. Scott: Moment. (Pause) Okay, nach links, Jim. Links.

  57. Technische Nachbesprechung am

    Irwin:Bis zum Anschlag fehlten rund 40 Grad (die Lukentür war nicht ganz geöffnet). Ich musste mich etwas mehr rechts halten als normal und blieb wahrscheinlich an der rechten Kante der Lukenöffnung hängen. Darum brauchte ich Hilfe, als ich das erste Mal ausgestiegen bin.

    Scott:Du warst zu weit rechts und bist mit der Rückseite am ACANASAACAAttitude Controller Assembly hängen geblieben. Weil die Tür nicht ganz offen war, bist du zu weit nach rechts gekommen. Ich erinnere mich. Als du wieder ein Stück in die Kabine gekrochen bist, konnte ich es sehen. Du bist an der Unterseite des ACANASAACAAttitude Controller Assembly hängen geblieben.

    Irwin:Nachdem wir es in Ordnung gebracht hatten und sich die Luke vollständig öffnen ließ, hatte ich beim Ein- und Aussteigen keine Schwierigkeiten mehr.

    erinnerte sich Jim Irwin bei unserem Gespräch über die Mission, dass er mehr als einmal Probleme hatte, durch die Luke zu kommen. Diesen Eindruck habe ich ebenfalls, denn es kam noch öfter vor, dass Dave ihm helfen musste.

    Irwin: Ich hatte immer Probleme, durch die Luke zu kommen. Anscheinend ist der Übergang für eine größere Person etwas leichter – auf die Knie gehen und sich rückwärts durch die Luke schieben.

    Jones: Es wurde jedes Mal viel gesprochen dabei. Der LMPNASALMPLunar Module Pilot gab dem Kommandanten Hinweise beim Aussteigen und ebenso beim Einsteigen. Umgedreht eher selten. Es kam vor, dass ein Kommandant seinem LMPNASALMPLunar Module Pilot beim Einsteigen half, aber nicht immer. Lag es einfach daran, weil Sie noch zur Verfügung standen? Oder fiel das Aussteigen leichter, wenn sonst keiner mehr in der Kabine war?

    Irwin: Das war eben die Situation. Der Kommandant ist als Erster ausgestiegen. Dabei stand der LMPNASALMPLunar Module Pilot an seinem Platz, konnte sehen, wo ein Problem entstand, und helfen. Er konnte gegebenenfalls auch den Tornister nach unten drücken, wenn der Kommandant stecken blieb, oder ihm sagen, wie er sich befreien kann. Dann kletterte der Kommandant die Leiter nach unten und stand auf der Mondoberfläche. Wenn der LMPNASALMPLunar Module Pilot aussteigen wollte, hatte er diese Hilfe nicht. Weder physische Hilfe noch Hinweise, wohin er sich bewegen soll. Es wurde zur Ein-Mann-Operation.

    Jones: War es einfacher, ohne das jemand hinter der Tür stand oder genauso schwierig?

    Irwin: Ich glaube, man hatte dadurch nicht mehr Platz, weil die Lukentür … ich überlege, ob es an der Tür einen Schutzbügel gab. Nein, sie ging auf bis zum Anschlag, also hatte man vielleicht ein wenig mehr Platz. Das nütze jedoch nicht allzu viel. Es war eine Hilfe, jemanden zu haben, der sagt, wo man hin muss. Vor allem wenn man irgendwo hängen blieb. Ich weiß nicht, ob etwas größer zu sein ein Vorteil war, um sich besser bücken zu können. Weil über der Luke das Computerdisplay – das DSKYNASADSKYDisplay and Keyboard – etwa 1 Fuß (30 cm) in die Kabine ragte, musste man auf jeden Fall ganz runter und sich fast auf dem Bauch irgendwie rückwärts durchzwängen. Das ist immer schwierig gewesen. Ich hatte nie den Eindruck, dass es einfacher war. Vielleicht einfacher für den Kommandanten, weil der Landemodulpilot ihm die Richtung sagen und von oben etwas drücken konnte, damit er nicht hängen blieb.

    Jim verstand nicht ganz, worauf ich hinauswollte. Vermutlich, weil ich mich etwas unklar ausgedrückt habe. Mein Eindruck war – und ist es noch – dass die LMPsNASALMPLunar Module Pilot, mit Ausnahme von Apollo 15, weniger Probleme beim Aussteigen hatte. Nach mehreren Diskussionen zu diesem Thema sehe ich dafür haupt­sächlich zwei Gründe. Erstens, es gab mehr Platz in der Kabine, weil sie allein waren. Und zweitens, sie sind später ausgestiegen. Seit der Kabinendekompression ist mehr Zeit vergangen, der Druck in den Anzügen hatte sich weiter verringert und ihre Anzüge waren deshalb flexibler.

    Jones: Sie standen in Ihrer Ecke und Dave ist ausgestiegen. Dann mussten Sie die Luke schließen, auf die andere Seite gehen und die Tür bis dorthin wieder öffnen, wo Sie gestanden haben.

    Irwin: Richtig. Es gab diese Diskussion bei Apollo 11, warum nicht Buzz Aldrin als Erster ausgestiegen ist. Es ging gar nicht anders. Die Luke war so konstruiert, dass derjenige, der links stand, der Kommandant, zuerst aussteigen musste.

    Jones: Und diese Konstruktion stand bereits lange fest. Schon einige Jahre, bevor irgendjemand der Besatzung für einen bestimmten Flug zugeteilt wurde.

    Irwin: Ganz genau.

    Jones: Ich habe nie weiter darüber nachgedacht, dass die Lukentür sich in diese Richtung öffnet und so den LMPNASALMPLunar Module Pilot im Grunde blockiert.

    Irwin: Die Diskussion darüber, wer als Erster aussteigt, ist für mich sowieso völlig überflüssig gewesen. Meiner Meinung nach sollte es immer der Kommandant sein.

  58. Scott: Okay. Jetzt rückwärts nach draußen. Kopf runter. (Pause) Weiter. Schieb dich raus. Sehr gut.

  59. Irwin: Okay.

  60. Scott: Okay. Du hast es geschafft. (Pause)

  61. Irwin: Okay. Ich schließe die Luke. (Pause)

  62. Jones: Warum haben Sie die Luke geschlossen? Das wurde ganz ausdrücklich bei allen Missionen gemacht. Oft begleitet von einer scherzhaften Bemerkung, dass man sie dabei auf keinen Fall ganz schließen will.

    Irwin: Ich weiß es nicht. Warum hätten wir die Luke schließen sollen?

    Jones: Das Einzige, was mir dazu einfällt, ist Staub.

    Irwin: So weit nach oben wäre kein Staub gekommen.

    Jones: Sie sind nicht dieser Meinung.

    Irwin: Bei der Vorbereitung auf die Missionen (noch vor Apollo 11) wurde diskutiert, ob wir sie offen lassen oder schließen sollen. Dann wurde entschieden, einfach weil es üblich war, dass wir sie schließen. Ich frage mich, ob vielleicht auch die Kabinentemperatur eine Rolle spielte.

    Jones: Die Luke zeigte nach Westen, lag also schön im Schatten.

    Irwin: Ich kann es wirklich nicht sagen.

    Als es bei unserem Gespräch über Apollo 11 um den Grund für das Schließen der Luke ging, sagte Neil Armstrong, ohne eine Miene zu verziehen: Wir wollten nicht jemanden sagen hören: Hattet ihr zu Hause Säcke vor den Türen? Tatsächlich könnte dies der Hauptgrund gewesen sein. Ansonsten käme dafür nur noch die Kabinentemperatur in Frage, aus ähnlichem Grund, weswegen die Klappen der SEQNASASEQScientific Equipment (Bay)-Ladebucht nach dem Ausladen des ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package geschlossen werden mussten. Die SEQNASASEQScientific Equipment (Bay)-Ladebucht lag im direkten Sonnenlicht und man wollte vermeiden, dass angrenzende Bereiche in der Landestufe aufgeheizt werden. Die Ausstiegsluke befand sich zwar im Schatten, aber Wärmeabstrahlung durch eine offene Tür hätte vielleicht dazu führen können, dass die Kabinentemperatur weiter absinkt als gewünscht. Ohne hier eingehend zu analysieren, scheint es jedoch unwahrscheinlich, dass diese zusätzliche Kühlung Anlass zur Sorge gegeben hätte. Zum Beispiel wurde das meiste Wasser in den Tanks der Landefähre dafür gebraucht, die von LMNASALMLunar Module-Systemen und Besatzung erzeugte überschüssige Wärme abzuführen.

    Nach dem Lesen des Entwurfs zu diesem Journal fügte Dave Scott hinzu: Eine geschlossene Lukentür hält außerdem die Dichtung besser in ihrer Fassung und schützt sie vor extremen Temperaturschwankungen.

  63. Scott: Ah, und es ist schmutzig hier draußen. (lange Pause)

  64. Dave kommt die Leiter wieder herunter. Er verharrt eine Sekunde auf der untersten Sprosse, vermutlich um die Holme an der richtigen Stelle zu greifen, und springt ab. Dieses Mal gleiten die Hände an den Leiterholmen entlang, als er leicht und locker nach unten springt. Dave landet offenbar außerhalb des Landefußes.

    Bei unserem Gespräch erinnerte sich Jim an eine Situation, als Dave direkt von der Leiter auf die Mondoberfläche gesprungen ist. Dachte aber, es wäre beim ersten und nicht beim zweiten Mal gewesen.

    Irwin: Beim Absteigen ist er von der letzten Sprosse aus weit nach hinten abgesprungen und nicht im Landefuß gelandet. Das war ziemlich mutig, weil er nicht wissen konnte, wie weit es nach unten ging.

  65. Scott: Und, Jim, ich ziehe einen großen Kreis um diese Glaskugel, damit wir in dem Bereich nichts zerstören. Ist ein interessantes Stück.

  66. Irwin: Willst du, dass ich sie zusammen mit der Notfallprobe einsammle?

  67. Das hatte Bob Parker bei vorgeschlagen.

  68. Scott: Ja, ich wünschte … Ah, wir sollten sie doch lieber dokumentieren. Wir passen auf.

  69. Dave möchte noch warten, um von der Glaskugel in ihrer ursprünglichen Lage und in einem unzerstörten Bereich die Vorher-Bilder fotografieren zu können. Erst dann soll sie aufgehoben werden. Mit dem anschließend fotografierten Nachher-Bild wird sie zur dokumentierte Probe. Die Aufnahmen vom Bereich um die Glaskugel bzw. Probe 15017 sind AS15-86-11604 bis AS15-86-11608. Jim wird entsprechend seiner Checkliste (LMP-4) die Notfallprobe nehmen – ohne Fotos zu machen –  sobald er sich auf die geringe Schwerkraft eingestellt hat.

    Jim kommt die Leiter herunter. Auf der letzten Sprosse glaubt er vermutlich, es wäre erst die vorletzte. Als er ins Leere tritt, rutscht Jim vorsichtig mit den Händen an den Leiterholmen nach unten. erzählte mir Jim, wie sich der Landefuß unter seinen Füßen bewegte, als er aus ihm heraustrat. Um nicht zu fallen, musste er sich mit rechts an der Leiter festhalten. Im folgenden Ausschnitt der Fernseh­aufzeichnung erkennt man deutlich, wie sich die Leiter bewegt.

    Videodatei (, MPEG-4-Format, 4,6 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung.

    Irwin: Als ich nach unten sprang, landete ich im Landfuß. Er hatte keinen Bodenkontakt und kippte nach hinten. Dadurch kam ich aus dem Gleichgewicht. Ich dachte schon, ich falle auf den Rücken. Was mir äußerst peinlich gewesen wäre. Mann, ich bin hier im Fernsehen und falle glatt auf den Rücken, schoss mir durch den Kopf. Ich konnte gerade noch mit einer Hand die Leiter packen und bekam einen Schwung, der mich aus dem Bild drehte, um die Leiter herum direkt dahinter. Ein paar Minuten später bin ich tatsächlich gefallen ().

    Jones: Das ist allen passiert.

    Irwin: Ja. Wäre auch nicht so dramatisch gewesen. (lacht) Ich wollte nur nicht gleich (beim ersten Mal) auf dem Weg nach unten stürzen.

    Als Jim sich festhält und um die Leiter schwingt, kann man sehen, dass er sein mit Gold beschichtetes Sonnenschutzvisier noch nicht unten hat. Gesicht und Snoopy-Kappe sind gut zu erkennen. Weiter hinten markiert Dave den Bereich um die Glaskugel.

    Technische Nachbesprechung am

    Scott:Der vordere (plus-Z-)Landefuß berührte kaum den Boden. Er hatte nur ganz leicht Kontakt.

    Irwin:Ich bezweifle, dass er überhaupt Kontakt hatte, denn er war frei beweglich und kippte.

    Scott:Als ich unten ankam, stand er auf dem Boden, denn er hinterließ einen Abdruck.

    Irwin:Er hat vielleicht (beim ersten Kontakt) einen Abdruck erzeugt und wurde dann angehoben (als das LMNASALMLunar Module nach hinten kippte).

    Scott:Der Landefuß berührte den Boden, als ich das erste Mal ausgestiegen bin. Ich bin erst in den Landefuß gesprungen und habe dann die Mondoberfläche betreten. Dabei stand er ziemlich fest.

  70. Irwin: Mensch, dieser vordere (plus-Z-)Landefuß ist ziemlich locker, nicht?

  71. Scott: Ja.

  72. Jones: Soviel ich weiß, waren die Landefüße an den Stützen etwas beweglich.

    Irwin: Sie waren absichtlich so gebaut (um Unebenheiten auszugleichen). Wir haben sie nie bewegt oder sonst irgendwas damit angestellt (im Training oder beim Hersteller). Es wurde immer davon ausgegangen, dass nach der Landung alle vier stabil und sicher auf dem Boden stehen.

    Jones: Aber dieser eine nicht. Er hing in der Luft …

    Irwin: Soweit ich mich erinnere, stand er nicht auf dem Boden. Als ich runterkam, landete ich auf der Kante – dem Rand – und er kippte. Ich weiß nicht mehr, ob ich etwas gesagt habe. Vielleicht eine kleine Bemerkung. Dieser Landefuß ist ziemlich locker, nicht?

    Es überrascht mich, dass Dave nichts gesagt hat, als ich da verschwunden bin, mich um die Leiter gedreht habe. Man sieht es hier in der Aufzeichnung.

    Sieht man sich die Fernsehbilder an, wenn Dave von der Leiter springt (bei , MPG-Format, 25 MB), gibt es einige Gemeinsamkeiten mit Jim. Auch Dave hält sich nach seinem Sprung in den Landefuß zunächst mit rechts am Leiterholm fest, dreht sich nach links und schaut nach Westen. Allerdings endet seine Bewegung noch im Blickfeld der Kamera. Vielleicht weil er seinen linken Fuß etwas eher auf den Mondboden gesetzt und so schneller Halt gefunden hat. Das können wir jedoch nur vermuten.

    Interessant ist eventuell die folgende Beobachtung. Während sich bei Dave die Leiter so gut wie gar nicht bewegt, als er sich nach dem Sprung daran festhält, sieht man bei Jim einen deutlichen Ruck. Die Landestütze wird kurz nach außen gezogen und schwingt wieder zurück, wie eine Grafik illustriert.

  73. Irwin: Okay. Du könntest meine (PLSS/OPS-)Antenne aufstellen.

  74. Scott: Zieh dein Visier runter, Jim. Ich kümmere mich um deine Antenne. (Pause)

  75. Irwin: Vor lauter Aufregung hatte ich vergessen, vorher mein Visier nach unten zu ziehen. Er wies mich darauf hin.

    Jones: Ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen, mich auf Ihre Erfahrungen beim Arbeiten auf der Mondoberfläche zu konzentrieren und keine dieser Wie-war-es-dort?-Fragen zu stellen. Aber Sie sprechen hier selbst über Ihre Aufregung in dieser Situation.

    Irwin: Ich wollte endlich aussteigen und mir da draußen alles ansehen. Dave hatte bereits eine Menge gesehen, oben aus der Luke (während der SEVANASASEVAStand-Up Extravehicular Activity). Aber ich noch nicht. Darum war ich gespannt, (lachend) und wollte vermutlich auch endlich raus aus der Landefähre und den Mond betreten. Er machte mich darauf aufmerksam, dass ich mein Visier noch oben hatte. Ich bin als Einziger mit offenem Visier die Leiter abgestiegen und man konnte mein Gesicht erkennen. Alle anderen hatten es unten und man wusste eigentlich nicht, wer es war, außer man hörte sie sprechen.

    Hier irrt sich Jim. Als Al Shepard und Ed Mitchell bei Apollo 14 das erste Mal ausgestiegen sind, hatten sie ebenfalls die Visiere oben.

  76. Scott: Ich öffne diesen Druckknopf hier. Schön vorsichtig mit dem kleinen Ding. (Pause) Okay. Deine Antenne ist aufgerichtet.

  77. Wie bereits erwähnt, aus Jims PLSS/OPS-Antenne war knapp über der Befestigung ein Stück herausgebrochen (siehe Missionsbericht zu Apollo 15 [Apollo 15 Mission Report], Abbildung 14-51). Dave muss jetzt noch vorsichtiger sein als sonst. Wenn er die Antenne aus der Schlaufe zieht, öffnet er zusätzlich auch noch den Druckknopf an der Stoffklappe (siehe Ausschnitt von S69-38496).

    Irwin: Dave spricht hier von einem Druckknopf, den er öffnen muss. Kann sein, da war ein Knopf … Ich denke aber nicht, dass über der Antenne etwas zugeknöpft wurde. … Ich glaube, es gab nur die Schlaufe. Würde mich überraschen, wenn ein Druckknopf zu öffnen war, um die Antenne aufzustellen.

    Jones: Vielleicht hat er sich nur etwas unklar ausgedrückt.

    Irwin: Ich wüsste nicht, welchen Druckknopf er sonst gemeint haben könnte. Das in meinem Büro ist natürlich nicht der originale Anzug. Es ist der, den ich im Training trug. Der echte Anzug befindet sich am Flughafen (von Colorado Springs), wo es ein Jim-Irwin-Museum gibt, ein Raumfahrtmuseum. Dort sind auch andere Ausrüstungsgegenstände ausgestellt, wie zum Beispiel der Probenbehälter (SRCNASASRCSample Return Container) und die Bürste, mit der wir uns gegenseitig sauber gemacht haben. Es wird von der US Space Foundation unterhalten.

    hatte ich Gelegenheit, noch einmal auf diesen Abschnitt meines Gesprächs mit Jim Irwin zurückzukommen. Abbildung 14-51 im Missionsbericht zu Apollo 15 (Apollo 15 Mission Report) zeigt unmittelbar hinter der Vorderkante des OPSNASAOPSOxygen Purge System einen Druckknopf, der eine Haltelasche befestigt. Vor dem Flug von Apollo 11 entstand ein Foto der zwei OPSs (Ausschnitt mit Bezeichnungen) in ihrem Regal hinter der CDRNASACDRCommander-Station im LMNASALMLunar Module. Darauf sind Lasche und Druckknopf ebenfalls eindeutig zu erkennen. Um Jims Antenne aufzurichten, muss Dave also zunächst den Druckknopf lösen, die Lasche zurückklappen und die Antennenspitze aus der Schlaufe ziehen. Nachdem sich die Antenne aufgerichtet hat, knöpft Dave die Lasche wieder fest.

  78. Irwin: Deine Schuhe sind bereits schwarz.

  79. Videodatei (, MPG-Format, 25 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  80. Scott: Deine auch.

  81. Dave bewegt sich am unteren Bildrand aus dem Sichtfeld der Fernsehkamera. Noch befindet sich die Kamera auf dem MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly und ist über ein Kabel hinten rechts mit dem LMNASALMLunar Module verbunden. Laut CDR-4 wird Dave sie auf ein Stativ monieren, welches an der Vorderseite des MESA hängt, und etwa 50 Fuß (15 m) entfernt westlich der Landefähre aufstellen. So kann man in Houston das Ausladen des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle verfolgen.

  82. Irwin: Was hatten wir gesagt? Diese Glaskugel nehme ich hier mit der …

  83. Scott: Nein, lass sie noch liegen. Wir wollen sie dokumentieren. Sie ist …

  84. Irwin: Okay.

  85. Scott: Ich habe dort einen Kreis um den Bereich gezogen.

  86. Irwin: (bewegt sich am Schatten des LMNASALMLunar Module entlang aus dem Bild) Okay. Ich gehe ein Stück weg und hole die Notfallprobe.

  87. Allen: In Ordnung, Jim. (Pause)

  88. Für die Notfallprobe verwendet Jim ein spezielles Werkzeug mit segmentiertem Griff. Er holt es aus einer der Taschen, die um seine Oberschenkel geschnallt sind, und zieht an einer Schnur die gelockerten Griffsegmente zusammen. Am unteren Ende ist ein Metallring mit Probenbeutel befestigt, in den Jim etwas Oberflächenmaterial sowie ein paar kleinere Steine schaufelt. Anschließend nimmt er den Beutel ab, verschließt ihn und wirft das Werkzeug weg. Das Werkzeug für die Notfallprobe gab es für die Missionen von Apollo 11 bis Apollo 15. Bei Apollo 16 und Apollo 17 wurde darauf verzichtet.

  89. Scott: Was machen die PLSSNASAPLSSPortable Life Support System, Joe?

  90. Irwin: (begeistert) Meine Güte. Es ist einfach fantastisch hier draußen! Erinnert mich an Sun Valley (ein Skigebiet in Idaho).

  91. Allen: Verstanden, Jim. (lange Pause)

  92. Dave entfernt die Hitzeschutzabdeckung vom MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly.

    Irwin: Wenn ich gewusst hätte, dass ich als Gast nach Sun Valley eingeladen werde (nach der Mission), hätte ich all die anderen tollen Skigebiete in der Welt auch noch erwähnt! (herzhaftes Lachen)

    Irwin: Dort (im Hadley‑Landegebiet) sah es ähnlich aus wie am Dollar Mountain bei Sun Valley, ein schöner Übungshang, hervorragende Skibedingungen. Wir wollten selbst auch ein paar Sportarten vorstellen. Al Shepard hat einen Golfball abgeschlagen, also konnten wir ebenso etwas Sport machen. Dave ist großer Baseball-Fan und ich glaube, er hatte einen (lacht) Baseballschläger – oder hat zumindest auf dem Mond einen Ball geschlagen. Ich wollte es mit etwas Tennis oder Skifahren versuchen – oder beidem. Und nachdem ich diese Hänge sah, diese unglaublichen Gefälle, es wäre ein fantastisches Skigebiet. Aber das muss warten, bis wir eine Mondbasis haben und Leute dort für einen kurzen Erholungsurlaub rausfahren.

    Jones: Was wäre nötig? Man bräuchte eine Art Keramik und müsste für die Skier aus vorhandenen Materialien erzeugte Keramik oder dort gewonnenes Metall verwenden. Sie würden auch nicht sehr viele Abfahrten überstehen, denke ich. Auf dem Untergrund wären sie schnell abgenutzt.

    Irwin: Da bin ich nicht so sicher. Dort gibt es jede Menge Glas, dass man verwenden kann.

    Jones: In Los Alamos machen sich ein paar Leute Gedanken und führen Experimente durch, um Regolith mit Hilfe von Mikrowellen zu sintern. So wurde schon brauchbare Keramik hergestellt. Metalle kann man auch relativ leicht gewinnen. Bei Apollo 17 gab es eine Situation, als Gene und Jack an einem Hang oberhalb des Fahrzeugs arbeiteten (Station 8 am Fuß von Sculptured Hills [167:07:20]). Auf dem Weg nach unten hüpfte Jack mit den Füßen zusammen von einer Seite auf die andere, wobei er Schwünge und Geräusche beim Skifahren imitierte.

    Irwin: Ja, ich erinnere mich. Stemmschwünge auf dem Mond. Übrigens, Farouk El-Baz sprach von Hinweisen, dass es auf dem Mond eventuell Diamanten gibt. Haben Sie davon gehört? Wenn kohlenstoffhaltige Meteoriten mit entsprechend hoher Energie einschlagen, entstehen Diamanten aus dem Kohlenstoff. Er sagte, dass man so etwas in den Proben vom Mond gefunden hat. Haben Sie Informationen darüber? Monddiamanten! Vielleicht ist es nur frei erfunden … Ich hatte bisher keine Gelegenheit, die Aussage zu überprüfen. Sind möglicherweise auf dem Mond Diamanten zu finden?

  93. Irwin: Ich denke, zusammen mit dem Lockermaterial kann ich auch einen Stein hier mit in die Notfallprobe bekommen. Er ist ungefähr 2 Zoll (5 cm) groß und nicht vollständig abgerundet.

  94. Gesteinsfragmente werden in vier Kategorien unterteilt, je nach dem Grad der Verwitterung:

    Kantig
    Das Fragment zeigt keinerlei Anzeichen von Verwitterung.
    Mit abgerundeten Kanten
    Das Fragment weist an verschiedenen Stellen Erosionspuren auf. Einige Kanten sind leicht abgerundet und/oder abgebrochen.
    Nicht vollständig abgerundet
    Das Fragment weist zumindest stellenweise noch Andeutungen der ursprünglichen Kanten auf.
    Abgerundet
    Das Fragment ist völlig kantenfrei.

    Während der technischen Nachbesprechung berichtet Jim am , dass er die Notfallprobe ca. 30 Fuß (9 m) von der Landfähre entfernt in Richtung 11:00 Uhr genommen hat (also 30 Grad südlich der plus-Z-Achse).

  95. Allen: Verstanden, Jim. Ist notiert. Und hat Dave dein EVNASAEVExtravehicular-Visier nach unten gezogen?

  96. Irwin: Jup, hat er.

  97. Allen: Sehr schön. (Pause)

  98. Scott: Für das nächste Mal, wenn ihr jemanden herschickt, könntet ihr euch Folgendes notieren. Die Folien über dem MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly sind außer mit Velcro auch noch mit jeder Menge Klebeband befestigt. Das erschwert die Sache ungemein. Wenn dieses Klebeband unbedingt nötig ist, dann müssen wir lernen, wie man alles auspackt. (Pause)

  99. Technische Nachbesprechung am

    Scott:Beim Abnehmen der Folien musste ich feststellen, dass alles mit Klebeband fixiert war, zusätzlich zum Velcro. Dadurch dauerte es wesentlich länger. Wenn sie in Zukunft weiterhin so befestigt werden, sollten wir auch mit all dem Klebeband an den Folien trainieren. Eigentlich dachte ich, das Velcro würde reichen, doch scheinbar nicht.

  100. Irwin: Okay, ich habe die Notfallprobe und bringe sie zur Leiter.

  101. Allen: Verstanden, Jim. (lange Pause)

  102. Jim kehrt zur Leiter zurück und packt die Probe scheinbar in die ETBNASAETBEquipment Transfer Bag. Dabei kommt sein PLSSNASAPLSSPortable Life Support System gut ins Bild.

  103. Irwin: Kein Wunder, dass wir gerutscht sind, Dave. Junge, der Boden unter dem vorderen (plus-Z-)Landefuß ist wirklich locker.

  104. Scott: Ja, nicht?

  105. Irwin: Bestimmt eine 6 Zoll (15 cm) starke Schicht nur lockeres Material.

  106. Allen: Auch wie in Sun Valley, Jim.

  107. Videodatei (, MPG-Format, 24,8 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  108. Irwin: (lachend) Genau, Pulverschnee.

  109. Scott: Hey, nicht rückwärts bewegen jetzt. Ich habe hier das Stativ.

  110. Irwin: Okay.

  111. Allen: (zu Jim) Dadurch wird es leichter, den Graben anzulegen.

  112. Irwin: Das konntest du dir nicht verkneifen, was, Joe?

  113. Allen: Ich denke nur voraus.

  114. Joe macht hier eine Anspielung auf die geplanten Arbeiten bei Station 8 am Ende der zweiten EVANASAEVAExtravehicular Activity. Jims Aufgabe dort war es unter anderem, einen Graben anzulegen und Tests zur Tragfähigkeit des Bodens durchzuführen. Station 8 versprach, anstrengend zu werden und vor dieser Aufgabe hatte Jim den meisten Respekt. Es ist die erste von mehreren Spitzen bezüglich der leidigen Station 8. Ken Glover verwendete einen Ausschnitt der Filmaufnahmen vom Training für eine kurze Videodatei (, RM-Format, 1,3 MB). Zu sehen ist Jim beim Training für das Anlegen des Grabens.

    Jones: Sie und Dave gehörten zur Ersatzmannschaft für Apollo 12. Darum hatten Sie deutlich mehr Zeit für das EVANASAEVAExtravehicular Activity-Training. Könnte man das behaupten?

    Irwin: Es ging mehr um die … Also, der Schwerpunkt lag sicher mehr auf der Arbeit, die wir dort leisten sollten. Immerhin wollten wir drei Tage bleiben. Und wir hatten mehr Zeit für die Vorbereitung. Jack Schmitt war unser Ersatzmann (als LMPNASALMPLunar Module Pilot). Von ihm bekamen wir jede Menge Informationen und er hat uns viel beigebracht. Wie Sie wissen, wurde unser Flug als die erste ausgedehnte wissenschaftliche Mission zum Mond bezeichnet, weil wir so lange bleiben sollten und so viel in die Vorbereitung investiert wurde, die vielen geologischen Feldexkursionen in allen möglichen Gegenden – übrigens auch in Los Alamos.

    Jones: Fand das praktische Training am Kap statt oder haupt­sächlich in Houston? Und stimmt es, dass irgendwo ein Trainingsgelände existierte, wo mit schwerem Gerät künstliche Krater …

    Irwin: Ja, hatten wir (am Kap), und es gab eins in Houston, wo wir allerdings nie gewesen sind. Das Trainingsgelände befand sich im Kennedy Raumflugzentrum (KSCNASAKSCKennedy Space Center), gleich neben dem Trainingsgebäude, wo man … Es war haupt­sächlich eine Sandfläche mit einigen Kratern. Von irgendwoher aus der Gegend hatte man auch ein paar Steine geholt und sie dort verteilt. Es war eine Art Testgelände, in dem wir Verschiedenes ausprobieren, uns dazu Gedanken machen und dann trainieren konnten.

    NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration-Foto 71-H-1123 zeigt ErsatzLMPNASALMPLunar Module Pilot Jack Schmitt sitzend in der 1-g-Trainingsversion des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle, wie er seine Manschetten-Checkliste studiert. Unmittelbar vor sich hat er eine Karte der geplanten Strecke für EVA-2NASAEVAExtravehicular Activity. Die Aufnahme entstand im am Kap, als er mit Dick Gordon für eine Erkundungsfahrt trainierte.

    Jones: Haben Sie Aufgaben wie die Notfallprobe oft trainiert? Oder sind Sie das nur ein- oder zweimal durchgegangen, um sich mit der Ausrüstung vertraut zu machen?

    Irwin: Nein, bei der Notfallprobe ging es nur darum, schnell etwas Material von der Mondoberfläche zu bekommen, falls wir abbrechen und gleich wieder starten müssen. Nichts weiter. Dave ist hier allerdings von der Glaskugel fasziniert, die interessant genug war, um sie genauer zu untersuchen. Ich glaube, die Notfallprobe habe ich danach nie wieder gesehen.

  115. Scott: Okay, ich nehme die Fernsehkamera ab (vom MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly) und montiere sie auf das Stativ. (zu Jim) Es steht hier. Nicht drauftreten.

  116. Irwin: Ich pass auf.

  117. Scott: Lass mich erst Platz machen für dich, Jim.

  118. Irwin: Gut.

  119. Scott: Da liegt die kleine Glaskugel. Ich umgehe sie. (Pause)

  120. Irwin: Hey, ich muss mich noch Auf die Bedingungen einstellen! (LMP-4)

  121. Scott: Na dann. (lange Pause)

  122. Dave entfernt sich mit der Fernsehkamera vom LMNASALMLunar Module.

    Jim war so versessen darauf, endlich anzufangen, dass er seine Checkliste ganz außer Acht ließ. Danach hätte er sich eigentlich Zeit nehmen sollen, um ein Gefühl für die geringere Schwerkraft zu bekommen. Nun liegt er im Zeitplan etwas vor Dave.

    Jones: Konnten Sie durch Ihre Schuhe den Boden überhaupt spüren? Sie waren ziemlich klobig und dick. Bei normalem Schuhwerk spürt man kleine Steine und Unebenheiten.

    Irwin: Davon haben wir nichts gespürt. Steigungen oder Gefälle haben wir sicher wahrgenommen, zumindest unbewusst, schon allein um das Gleichgewicht zu halten.

    Jones: Im Missionsbericht (Apollo 15 Mission Report, Abschnitt 10.5 Apollo-Studie zum Zusammenhang von Zeit und Fortbewegung) steht, ihr Tempo beim Laufen hat sich während der ersten EVANASAEVAExtravehicular Activity von 1 Fuß/Sekunde (1,1 km/h) auf 1,5 Fuß/Sekunde (1,6 km/h) gesteigert. Bis zum Ende der zweiten EVANASAEVAExtravehicular Activity noch einmal auf 2 Fuß/Sekunde (2,2 km/h) und dabei blieb es dann während EVA-3NASAEVAExtravehicular Activity.

    Irwin: Mir war nicht klar, dass wir so viel gelaufen sind.

    Jones: Jemand hat sich vermutlich die Fernseh­aufzeichnungen angesehen und Ihr Tempo auf dem Weg vom und zum Fahrzeug analysiert.

    Irwin: Es hängt auf jeden Fall davon ab, wie steil das Gelände ist, wie gut man sich auf die Bedingungen eingestellt hat und natürlich vom Zeitdruck. Uns blieb nie Zeit für einen kleinen Abstecher irgendwohin, um herauszufinden, wie man am besten vorankommt. Ich kann mich nur an eine Situation erinnern, in der wir viel gelaufen sind. Während EVA-2NASAEVAExtravehicular Activity am Berghang (Station 6 am Fuß von Mons Hadley Delta). Der steile Hang dort machte die Angelegenheit jedoch sehr schwierig. Dann sind wir noch zum Rand der Rille gelaufen, bei EVA-3NASAEVAExtravehicular Activity (Station 9A). Auf dem Weg dorthin gab es ebenfalls ein Gefälle. Ich freue mich, dass jemand sich die Mühe gemacht hat und zu diesen Ergebnissen gekommen ist. Und es spielte natürlich auch eine Rolle, was wir jeweils tragen mussten. Eine Menge Faktoren beeinflussen, wie leicht man sich bewegt und in welchem Tempo.

    Ich fragte Jim, ob er noch etwas zum Prozess der Anpassung an die Bedingungen sagen möchte.

    Irwin: Vielleicht wäre es klüger gewesen, sich für die Anpassung ein paar Minuten Zeit zu nehmen, als wir zum ersten Mal ausgestiegen sind. Aber wir waren so scharf darauf, das Fahrzeug auszuladen und alles zum Laufen zu bringen, dass wir es nicht für nötig hielten.

    Jones: Das hat mich in der Tat etwas verwundert, als ich die Bänder zum ersten Mal hörte. Die Anpassung lief mehr so wie Ich muss das und das erledigen. Dabei passierte dann der eine oder andere Fehler und Sie lernten so, was man vermeiden sollte. Mit anderen Worten, das Einstellen auf die Bedingungen war eigentlich kein bewusster Prozess.

    Irwin: Wir fühlten uns durch das Training im Pogo so gut auf die 1/6-g-Bedingungen vorbereitet, dass uns auf dem Mond alles ganz natürlich vorkam. Und wir waren ja auch voller Enthusiasmus. Wir wollten einfach loslegen.

    Zwar nutzten Dave und Jim den Pogo-Simulator zur Vorbereitung auf die geringe Schwerkraft, doch der größte Teil des praktischen Trainings fand ohne solche Hilfsmittel statt. Nur ihre Tornister sind etwas leichter gewesen als im Original. Daher ist ein Vergleich der Bewegungen durchaus interessant, wie sehr sich der watschelnde schwere Gang beim Training auf der Erde von den weiten Sprüngen auf der Mondoberfläche unterscheidet.

  123. Irwin: Ein Krater hier, neben dem ich gerade stehe, der Durchmesser beträgt etwa 1 Meter, hat genau in der Mitte noch einen kleineren Krater. Um den kleineren Krater herum liegen Fragmente, auf denen Glas zu sehen ist. Beim größeren Krater hingegen sieht man kein Glas. Nur bei dem Kleineren in der Mitte des Großen.

  124. Allen: Verstanden, Jim. Ist notiert. Und Dave, achte auf die Sonne.

  125. Während Dave die Fernsehkamera wegträgt, kommt Jim kurz ins Bild. Er steht neben dem Krater, in welchem er gerade das Glas gefunden hat. Hinter ihm sieht man auch einen Teil der Westseite von Mons Hadley, die noch im Schatten liegt.

    Als er Dave vor der Sonne warnt, hatte Joe Allen vermutlich das Missgeschick bei Apollo 12 im Hinterkopf. Al Bean richtete versehentlich das Objektiv auf die Sonne, wodurch die Vidicon-Röhre beschädigt wurde. Einzelheiten dazu finden sich im Journal von Apollo 12. Die Fernsehkamera bei Apollo 15 hatte eine automatische Blende, obwohl das Bild hier beim Wegtragen der Kamera nicht dunkler wird. Das könnte darauf hinweisen, dass die Blendenautomatik nur zur Verfügung steht, wenn Kamera und Steuereinheit (TCUNASATCUTelevision Control Unit) zusammen auf dem Fahrzeug montiert sind.

  126. Scott: Ja, Sir! Nur, wenn ich das Ding auf 12:00 Uhr abstelle und umdrehe, dann schaut es direkt in die Sonne. Denkt mal darüber nach.

  127. Wenn Richtungen und Positionsangaben als Uhrzeiten angegeben werden, ist das LMNASALMLunar Module der Bezugspunkt. Je nach Ausrichtung der Landefähre beim Aufsetzen bedeutet 12:00 Uhr mehr oder weniger Westen, 3:00 Uhr Norden und so weiter. Dave trägt die Kamera auf dem Stativ nach Westen. Laut seiner Checkliste (CDR-4) soll er sie auf der 12:00-Uhr-Position abstellen, um 180 Grad drehen und auf die Landefähre richten. Aber weil es noch früh ist, am zwei Wochen dauernden Tag im Hadley‑Landegebiet, wäre die Fernsehkamera direkt auf die Sonne im Osten gerichtet.

  128. Scott: Wirklich, so wie ich das sehe, stelle ich sie besser auf 10:30 Uhr oder 11:00 Uhr ab.

  129. Allen: Verstanden, Dave. Klingt vernünftig.

  130. Scott: Hört mal, sogar von hier aus und bei dem Sonnenstand – Upps – sie ist wirklich grell. Joe, ich halte die Kamera mit dem Objektiv zum Boden. Sie zeigt jetzt zurück auf das LMNASALMLunar Module aber mit dem Objektiv nach unten. Ich möchte, dass ihr genau aufpasst, wenn ich sie langsam aufrichte. Damit ganz sicher nichts passiert. Okay? (Pause)

  131. Die Fernsehkamera ist auf den Boden gerichtet und für einen kurzen Moment kommt ein Objekt ins Bild. Es könnte sich dabei um das weggeworfene Werkzeug für die Notfallprobe handeln. Das Werkzeug ist auf AS15-88-11944 (Ausschnitt mit Bezeichnungen) zu sehen, aufgenommen von Dave aus dem Fenster des LMNASALMLunar Module nach EVA-3NASAEVAExtravehicular Activity. Man erkennt den Stiel mit jeweils zwei weißen Ringen an den Segmentverbindungen und den Ring, an dem der Beutel befestigt war. Einzelheiten dazu finden sich auch im Katalog der Werkzeuge und Probenbehälter für die geologische Erkundung der Mondoberfläche bei Apollo (Catalog of Apollo Lunar Surface Geological Sampling Tools and Containers), zusammengestellt von Judy Allton, Seite 8 ff.

  132. Allen: Dave, wir haben alles verstanden. Wir haben hier ein ausgezeichnetes Bild (von der Mondoberfläche und dem Verbindungskabel). Wir würden gern probieren, das Stativ (mit der Fernsehkamera) in den Schatten zu stellen, falls möglich, und dann die Kamera von dort auf das LMNASALMLunar Module zu richten.

  133. Scott: Ja, ist möglich. Das machen wir. (Pause)

  134. Dave bewegt sich ein paar Meter nach links und weiter auf das LMNASALMLunar Module zu. Dann richtet er die Fernsehkamera auf, sodass die Vorderseite der Landefähre im Bild ist. Links neben der Leiter steht Jim am MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly. Als er zur anderen Seite will, nutzt er die geringe Schwerkraft und hüpft seitwärts, anstatt sich zu drehen und normal vorwärts zu laufen.

    Technische Nachbesprechung am

    Irwin:Ich bin abgestiegen auf die Oberfläche und fühlte mich von Anfang vertraut mit dieser 1/6-g-Umgebung. Das Training in der Pogo-Zentrifuge hatte offensichtlich viel gebracht.

    Die Zentrifuge ist ein drehbarer Arm, der in verschiedenen Geschwindigkeiten um die Achse an einem Ende rotieren kann. Am anderen Ende sitzt eine Person in einer Gondel und wird durch die von der Rotation verursachte Fliehkraft verschiedenen g-Belastungen ausgesetzt. Anders beim Training für den Aufenthalt auf der Mondoberfläche. Dabei hängt der Astronaut in einer Pogo-Vorrichtung am Ende des Arms, die etwa 5/6 der Schwerkraft auf der Erde kompensiert. Der Arm dreht sich mit Schrittgeschwindigkeit, wobei der Astronaut bei simulierten 1/6-g-Bedingungen mehrere Gangarten ausprobieren und sich vor dem Flug schon etwas mit der geringeren Schwerkraft auf dem Mond vertraut machen kann.

    Jones: Haben Sie gleich die Füße gehoben oder sind Sie am Anfang noch etwas geschlurft?

    Irwin: Ich habe die Füße eigentlich nie gehoben. Es war viel zu anstrengend, im steifen Anzug das Knie zu beugen. Es kam eher aus dem Fußgelenk, man stößt sich nach oben und vorn vom Boden ab. So ähnlich wie Sie auf dem Fahrrad in die Pedale treten. Darum diese Känguru-Sprünge.

    Videodatei (, MPG-Format, 24,9 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  135. Allen: (Das Fernsehbild ist) Hervorragend.

  136. Scott: Okay. (Pause)

  137. Dave dreht die Kamera leicht nach rechts und richtet sie auf Quadrant 1 der Landestufe aus, wo sich das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle in seiner Ladebucht befindet.

  138. Scott: Ha, hab sie doch glatt mitten in einem Krater abgestellt.

  139. Irwin: Okay, Joe, MAGNASAMAGMagazin C kommt an die 16mm(-Filmkamera [LDACNASALDACLunar Surface Data Acquisition Camera]).

  140. Allen: MAGNASAMAGMagazin Charlie?

  141. Irwin: Charlie.

  142. Die EVANASAEVAExtravehicular Activity dauert jetzt und laut seiner Checkliste (CDR-4) sollte Dave mit dem Aufstellen der Fernsehkamera bei fertig sein. Er liegt also nur zurück. Jim ist in seiner Checkliste kurz nach vorn auf LMP-5 gesprungen und hat schon mal die 16mm-Filmkamera (LDACNASALDACLunar Surface Data Acquisition Camera) vorbereitet, um nachher einige Aufnahmen vom Ausladen des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle zu machen. Die LDACNASALDACLunar Surface Data Acquisition Camera war rechts auf dem MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly verstaut. Leider kam es bei der Kamera aufgrund von Bedienungsfehlern zu Störungen und nur eins von insgesamt 8 Magazinen auf der Mondoberfläche lieferte gute Bilder. Der entsprechende Abschnitt des Missionsberichts zu Apollo 15 (Apollo 15 Mission Report) ist im Kommentar nach 120:36:40 wiedergegeben.

    Technische Nachbesprechung am

    Irwin:Ich … habe die 16mm-Filmkamera (LDACNASALDACLunar Surface Data Acquisition Camera) vorbereitet, obwohl es etwas anders in der Checkliste stand. Aber das war so abgesprochen, weil wir ein paar Bilder vom Ausladen des Fahrzeugs filmen wollten. Ich setzte das vorgesehene Magazin ein und stellte die Kamera auf die LCRUNASALCRULunar Communications Relay Unit.

    Die Funkrelaiseinheit (LCRUNASALCRULunar Communications Relay Unit) wird später an der Front des Fahrzeugs montiert. Noch ist sie im MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly verstaut.

  143. Scott: Okay, Joe. Jetzt müsstet ihr eigentlich alles gut sehen können, hoffe ich.

  144. Allen: Dave, wir sind zufrieden. Ist gut so.

  145. Scott: Okay. Wollt ihr … Soll ich alles lassen, wie es ist? Oder wollt ihr die Einstellungen, die in der Checkliste (CDR-4) stehen?

  146. Allen: Einen Moment, Dave. Einen Moment.

  147. Scott: Okay. (lange Pause)

  148. Kurz vor dem Ende der Funkpause dreht Dave die Fernsehkamera etwas nach links. Wir sehen Jim nach wie vor am MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly stehen und haben einen ausgezeichneten Blick auf die Swann-Berge im Hintergrund.

    Die Gebirgsformation wurde benannt nach Gordon Swann, Geologe am USGSNASAUSGSUnited States Geological Survey und Forschungsleiter für die geologischen Untersuchungen bei Apollo 15. NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration-Foto 70-H-1497 zeigt Gordon Swann und eine dritte Person beschäftigt mit Daves Ausrüstung. Die Aufnahme entstand bei einer geologischen Feldexkursion im Cinder-Lake-Kraterfeld nahe Flagstaff, Arizona, am .

  149. Irwin: Dave, ich habe die Kamera eingerichtet für die Bilder (vom Ausladen des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle).

  150. Scott: Gut. Okay, Houston, ich gebe euch noch .

  151. Allen: Verstanden, Dave. Ein kleines bisschen mehr nach rechts, damit wir sehen, wie das Fahrzeug abgesenkt wird. (Pause) Gut so. Gut so.

  152. Die Kamera zeigt eigentlich etwas zu hoch und zu weit nach links. In Houston gibt man sich aber zufrieden, damit Dave und Jim endlich das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle ausladen können.

  153. Scott: Besser so? (antwortet Joe) Okay, ich soll Blende 8 lassen und nicht Blende 11 einstellen?

  154. Allen: So ist es gut, Dave. Ausgezeichnet. Okay.

  155. Scott: Okay. (Pause) Okay, Jim. Dann schauen wir mal nach unserem Fahrzeug hier.

  156. Als Dave zurück zum LMNASALMLunar Module geht, um das Fahrzeug zu inspizieren, scheint er mehr oder weniger mit beiden Füßen auf dem Boden zu laufen und nicht zu springen. Zwar kann man seine Füße nicht sehen, aber die Vermutung liegt nahe, weil sich das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System kaum bewegt.

  157. Scott: Pass auf das Fernsehkabel auf. Mann, ist wirklich ein …

  158. Irwin: Ja, nicht dass ich darüber stolpere …

  159. Scott: Du weißt schon …

  160. Irwin: Vielleicht bekomme ich es unter den Landefuß, dann kann ich mich nicht mehr darin verfangen. (Pause)

  161. Am Jo-Jo an Jims Hüfte hängt die Greifzange. Um sie zu benutzen, zieht er einfach daran und das Befestigungskabel rollt sich ab. Danach lässt er los und die Federspannung in der Spule zieht das Werkzeug wieder an die Hüfte, wo es nicht stört. Hier benutzt Jim die Zange sowie beide Füße, um das Fernsehkabel unter den Landefuß zu bekommen.

    Dave steht links vor der Ladebucht, in der sich das Fahrzeug befindet. Mit seiner Inspektion wollte er nach dem Beginn der EVANASAEVAExtravehicular Activity () anfangen. Sie liegen also nur knapp hinter dem Zeitplan.

  162. Scott: Okay, die Ausleger sehen gut aus. (Pause)

  163. Irwin: Okay, ich klettere hoch zur Plattform.

  164. Jim klettert gleich mit der Notfallprobe die Leiter hoch. Oben angekommen legt er sie auf der Plattform ab und wartet kurz. Wenn Dave seine Inspektion beendet hat, zieht Jim an einem D‑Ring rechts neben der Plattform, um die Verriegelung zu entsperren. Daraufhin klappt das Fahrzeug um etwa 4 Grad nach vorn.

    Videodatei (, MOV-Format, 4,8 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung vom Ausladen des Fahrzeugs (Zeitraffer).

  165. Scott: Okay. Aber noch nicht ziehen.

  166. Irwin: Nein.

  167. Jim greift mit beiden Händen die Leiterholme, springt ab und zieht sich mit den Armen hoch. Es wirkt fast, als ober er nach oben schwebt. Er schafft es nicht ganz bis auf die unterste Sprosse, bekommt aber das rechte Knie an die Leiter und den linken Fuß an die Landestütze. Dann zieht er sich hoch und steht auf einer der unteren Sprossen.

    Videodatei (, MPG-Format, 24,8 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei 120:11:56.

  168. Scott: Aha! Ein Wanderscharnier hängt frei. Ist wieder fest.

  169. Das Wanderscharnier ist ein Teil des Mechanismus, mit dem das Fahrzeug aus der Ladebucht geklappt wird. Es befindet sich unten, um das Fahrzeug beim Rotieren zu halten, und ragt etwas hervor. Don McMillan zeigt in einer Animation, wie das Wanderscharnier funktioniert.

    Dave schreibt in einer : Bei einem Flug war die Vorbereitung von entscheidender Bedeutung. Vor allem bei solchen Überraschungen!! Wie Sie vermutlich wissen, wollten die MSFCNASAMSFCMarshall Space Flight Center-Leute anfangs eine vollautomatische Mechanik, um das Fahrzeug auszuklappen. Sie gingen davon aus, dass Astronauten dabei nicht helfen könnten. Ein oder zwei Treffen mit einigen Probeläufen haben gereicht, um sie vom Gegenteil zu überzeugen: Astronauten sind ebenfalls brauchbare Werkzeuge auf dem Mond!!

  170. Irwin: Was ist mit dem hier, Dave? (zeigt darauf) Hast du das schon überprüft?

  171. Scott: Ja, ich sehe nach.

  172. Irwin: Ja, scheint auch frei zu hängen.

  173. Scott: Ja, hängt auch frei.

  174. Irwin: Ja.

  175. Scott: Beide Wanderscharniere waren offen, Joe.

  176. Allen: Verstanden. Ist notiert. (Pause)

  177. Beim Hochklettern auf der Leiter scheint Jim noch einige Schwierigkeiten zu haben. Mit Übung konnte man von einer zur nächsten Sprosse springen. Hier klettert Jim jedoch mehr oder weniger normal nach oben, indem er zunächst den rechten Fuß auf die obere Sprosse stellt und dann den linken.

  178. Scott: Sie sind wieder eingerastet. Das Chassis sieht einigermaßen parallel aus. Und … Sehe nach den Sicherungsstiften.

  179. Irwin: Die Notfallprobe liegt auf der Plattform, Joe.

  180. Allen: Verstanden. (Pause)

  181. Scott: Ja, ich denke, sie sind … Wie sehen die oberen Stifte aus, Jim? (Pause) Kannst du sie sehen?

  182. Jim lehnt sich so weit es geht nach rechts, um den oberen Bereich des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle-Pakets besser sehen und überprüfen zu können.

  183. Irwin: Bei den Sicherungsstiften hier oben sieht alles gut aus, Dave.

  184. Scott: Okay. (Pause) Zum Glück wissen wir, wie diese …

  185. Irwin: Wanderscharniere.

  186. Scott: … Wanderscharniere funktionieren. Kleine Überraschung.

  187. Das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle muss ordentlich in den Wanderscharnieren sitzen, damit es beim Ausladen sauber nach vorn kippt und nicht verkantet.

    Technische Nachbesprechung am

    Scott:Das Fahrzeug kam aus der Ladebucht wie im Training. Ich will ausdrücklich darauf hinweisen, wie gut es war, dass wir das Ausladen in allen Details trainiert haben. Dadurch sind mir die offenen Wanderscharniere sofort aufgefallen. Ohne das zu bemerken, hätten wir vermutlich ernsthafte Probleme bekommen.

    Scott:Nach dem Einrasten sind sie (die Wanderscharniere) wieder in der richtigen Position gewesen. Allerdings waren sie ganz offensichtlich zu locker eingestellt, oder die Konstruktion an sich muss überarbeitet werden, damit alles am Platz bleibt. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass die Scharniere bei Erschütterungen (z. B. beim Start von der Erde) aus der Halterung fallen und so aufspringen, wie wir sie vorfanden.

    Bis auf zwei kurze Bemerkungen wird im Missionsbericht zu Apollo 15 (Apollo 15 Mission Report, Seiten 8-6 u. 9-14) nicht weiter darauf eingegangen, dass beide Wanderscharniere offen waren. Anscheinend gab es auch keine Veränderungen in der Konstruktion, vermutlich, weil Dave sie nach wenigen Sekunden wieder in ihre Position gebracht hatte. Bei Apollo 16 musste John Young die Scharniere ebenfalls wieder einrasten, Gene Cernan bei Apollo 17 dagegen nicht.

    Wie schon erwähnt, das Fahrzeug befindet sich zusammengeklappt in der Ladebucht des LMNASALMLunar Module (Quadrant 1). Der mittlere Teil des Fahrgestells zeigt mit dem Boden nach außen, vorderer und hinterer Teil sind gegen den mittleren Teil eingeklappt im Inneren der Ladebucht, die Fahrzeugfront ist unten. Nachdem Jim die Verriegelung entsperrt hat, steigt er wieder von der Leiter, um Dave zu helfen. Mit zwei Zugbändern, die über Rollen laufen, kann Dave das Fahrzeug kontrolliert nach unten lassen. Damit nichts durchhängt, zieht Jim an einer dritten Leine, die am Fahrgestell befestigt ist, und hält alles unter Spannung. Sobald Dave am ersten Zugband zieht, wird von der Rolle ein Kabel abgespult. Der obere Teil der Ladung kippt langsam vor und senkt sich auf den Boden, wobei der untere Teil immer noch von den Wanderscharnieren gehalten wird. Ein oder zwei Mal zieht Jim mit einem etwas kräftigeren Ruck an seiner Leine, während Dave zuerst mit dem rechten dann mit dem linken Zugband das Fahrzeug absenkt. Schwerkraft, Federn, eine ausgeklügelte Mechanik sowie gut platzierte Halterungen – wie die Wanderscharniere –  sorgen dafür, dass die einzelnen Teile nach und nach von selbst in der richtigen Reihenfolge auseinanderklappen. Die Abbildungen 1-37 und 1-38 im Handbuch zum LRVNASALRVLunar Roving Vehicle (Lunar Roving Vehicle Operations Handbook von Boeing) zeigen die Befestigung des Fahrzeugs in der Ladebucht und die Mechanik zum Ausklappen. Abbildung 1-39 ist eine Darstellung der einzelnen Schritte beim Ausladen. Abschnitt 1.9.3 Bedienung der Mechanik zum Ausladen im Handbuch beschreibt die einzelnen Phasen. Schließlich noch einige Grafiken von Grumman, dem Hersteller der Landefähre, zum Ausladen des LRV.

    Videodatei (, MOV-Format, 8,4 MB) Die Aufnahmen zeigen, wie Charlie Duke und Bob Parker die Mechanik zum Ausladen des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle testen. (Digitalisierung: Gary Neff.)

    In verschiedenen Animationen vom LRV zeigt Don McMillan unter anderem das Ausladen sowie die Funktionsweise der Wanderscharniere.

  188. Allen: Und Dave, an dieser Leine sollten die LRVNASALRVLunar Roving Vehicle-Werkzeuge nach unten kommen.

  189. Die Werkzeuge brauchen sie, um das Fahrzeug zu stabilisieren, nachdem es vollständig auseinandergeklappt ist. haupt­sächlich werden damit Sicherungsstifte eingesetzt. Laut seiner Checkliste (CDR-4) holt Dave das linke Zugband heraus und hängt es vorläufig über die sekundäre Landestütze.

  190. Scott: Ja. Hab sie. (lange Pause) Okay, ich denke, wir …

  191. Irwin: Leg sie (vermutlich die LRVNASALRVLunar Roving Vehicle-Werkzeuge) doch einfach da rein.

  192. Audiodatei (, MP3-Format, 1,4 MB) Beginnt bei .

  193. Scott: Ja. (Pause) Und ich lege es gleich hier unten ab, falls wir es brauchen. (Pause) Okay.

  194. Ein Bild der Fernseh­aufzeichnung bei zeigt ungefähr, wohin Dave seinen linken Arm ausstreckt. Anscheinend legt er die LRVNASALRVLunar Roving Vehicle-Werkzeuge irgendwo in der Nähe der Kreuzstrebengelenke ab. Auf keinen Fall jedoch in die ETBNASAETBEquipment Transfer Bag, die Tasche hängt ein gutes Stück weiter links.

  195. Irwin: Wann immer du so weit bist.

  196. Scott: Packe das rechte Zugband aus.

  197. Irwin: Okay. (lange Pause)

  198. Dave wechselt auf die rechte Seite des Fahrzeugs und packt das Zugband aus. Dann zieht er sein Visier nach unten. Bis jetzt hatte er im Schatten der Landefähre zu tun. Nun muss er sich ein paar Schritte vom LMNASALMLunar Module entfernt in die Sonne stellen. Das Zugband straff in der Hand haltend geht er rückwärts aus dem Bild.

  199. Scott: Okay, Jim. Du kannst.

  200. Irwin: Okay, ich ziehe.

  201. Jim lehnt sich ein gutes Stück nach rechts, um den D‑Ring rechts neben der Plattform zu erreichen. Als er daran zieht, kippt das Fahrzeug leicht nach vorn.

  202. Irwin: Entriegelt.

  203. Scott: Ist entriegelt.

  204. Irwin: Okay. Komme runter.

  205. Jim steigt wieder ab. Dabei springt er mit beiden Füßen gleichzeitig von Sprosse zu Sprosse und lässt die Hände an den Holmen. Er bleibt nach jedem Sprung kurz stehen, um sich etwas weiter unten festzuhalten.

  206. Scott: Wenn du wieder nach unten kommst, achte auf unsere kleine Glaskugel.

  207. Von der letzten Sprosse springt Jim locker nach unten und geht nach rechts.

  208. Scott: Wenn das Fahrzeug unten ist, wird es leicht nach links geneigt stehen. Aber ich denke, das ist kein Problem. (Pause)

  209. Videodatei (, MPG-Format, 25,2 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  210. Irwin: Ich will auch noch die Kamera holen, Dave.

  211. Scott: Ja.

  212. Irwin: Fang schon mal an zu ziehen.

  213. Scott: Ich fange einfach an. Es dauert sowieso eine Weile, alles abzurollen. (Pause) Durch das unebene Gelände wird Herumlaufen zu einer sportlichen Angelegenheit, nicht?

  214. Irwin: Durchaus. (lange Pause)

  215. Jim greift die hintere Leine am LRVNASALRVLunar Roving Vehicle und hängt sie vorn über die sekundäre Landestütze. Dann geht er nach links zum MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly, um die CDRNASACDRCommander-Hasselblad-Kamera zu holen. Laut seiner Checkliste (LMP-4 u. LMP-5) sollte er das eigentlich erst nach dem Ausladen des Fahrzeugs tun, doch offensichtlich möchte er schon einige Bilder machen, während er an seiner hinteren Leine zieht. Wie wir aber gleich hören werden, ist es unmöglich, die Leine unter Spannung zu halten, dabei rückwärts zu laufen und gleichzeitig zu fotografieren. Daher gibt es vom Ausladen des Fahrzeugs keine Bilder. Die CDRNASACDRCommander-Kamera ist hinten rechts im MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly (Grafik) verstaut, die LMPNASALMPLunar Module Pilot-Kamera liegt in der ETBNASAETBEquipment Transfer Bag.

  216. Scott: Du hast dich in der LECNASALECLunar Equipment Conveyor verfangen, Jim.

  217. Irwin: (nicht zu verstehen) das Fernsehkabel.

  218. Scott: Ah, ja. Bloß nicht die Fernsehkamera umreißen. Das gibt Ärger.

  219. Irwin: Bin mir nicht sicher, ob ich sie bewegt habe.

  220. Scott: Nein, hast du nicht. Sieht gut aus. Mit dem Fernsehbild alles in Ordnung, Joe?

  221. Allen: Das Bild ist gut.

  222. Scott: Okay, du hängst im Fernsehkabel, Jim.

  223. Irwin: Ja, sehe ich. Wollte dorthin mit …

  224. Scott: Okay, willst du nicht einfach drum herumlaufen? Los. (Pause) Du bist mit dem linken Fuß im Kabel. Dein linker Fuß hängt im Fernsehkabel. Nicht, du hängst immer noch, Jim.

  225. Jim kommt zurück vom MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly. Etwa in der Bildmitte macht er eine Linksdrehung und versucht, seinen Fuß aus dem Kabel zu befreien. Dabei bewegt er sich jedoch weiter auf Dave zu.

  226. Scott: Nicht weiterlaufen.

  227. Jim bleibt kurz stehen und hebt seinen linken Fuß an.

  228. Scott: Alles klar. Jetzt bist du draußen. (Pause) Okay.

  229. Jim holt sich die hintere Leine.

  230. Irwin: Ich muss herumlaufen um diese (Glaskugel) …  Du hattest genau hier den Kreis gezogen.

  231. Scott: Ach ja. Zu dumm.

  232. Irwin: Ich laufe um die Stelle herum.

  233. Scott: Okay. (Pause)

  234. Jim läuft um die Glaskugel herum und verschwinded rechts aus dem Bild. Damit die Leine gespannt bleibt, muss er sich nach und nach immer weiter vom LMNASALMLunar Module entfernen. Dave zieht unterdessen am rechten Zugband. Sobald das Fahrzeug etwa 45 Grad nach vorn gekippt ist, klappt automatisch der hintere Teil des Fahrgestells mit den Rädern aus.

  235. Scott: Fertig? Dann los. (Pause)

  236. Das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle kippt langsam aus der Ladebucht.

  237. Scott: Okay. (Pause) Oh! Oh! Gut so. Noch etwas mehr. Etwas mehr. Anscheinend musst du heute die meiste Arbeit machen. Mehr. Halt es straff. Gut so. Okay, es kippt nach vorn, gleich 45 (Grad). (Pause) Jetzt bei ungefähr …

  238. Das hintere Fahrgestell und die Räder klappen aus.

  239. Scott: Langsam, Jim! Langsam! Upps. (Beide lachen.) Okay. Ich helfe dir. Mach langsam. Mach langsam. Nimm meine Hand. (Pause) Okay, komm hoch. (zieht Jim hoch) Und hoch mit dir! Jetzt weiter. Langsam.

  240. Irwin: (nicht zu verstehen)

  241. Jones: Als die Räder ausklappten, verlor Jim das Gleichgewicht und ist gefallen.

    Scott: Ja, ich glaube. Schade, dass die Kamera nicht etwas weiter nach rechts gedreht war. Dann hätte man auch uns beobachten können.

    Jones: Offensichtlich haben Sie ihm aufgeholfen. Die Apollo‑16- und Apollo‑17‑Astronauten erzählten mir, sie hätten schnell gelernt, wie man wieder aufsteht.

    Scott: Sicher. Das Aufstehen war nicht schwer.

    Technische Nachbesprechung am

    Irwin:Mit einer Hand habe ich an der Leine gezogen und mit der anderen wollte ich Fotos machen. Beim Rückwärtslaufen in dem weichen Untergrund bin ich dann gestolpert und hingefallen.

    Scott:Ja, aber du hast dich elegant aufgerappelt.

    Irwin:Du hast mir beim Aufstehen geholfen.

    Jones: Sie verloren das Gleichgewicht und landeten auf dem Boden, und dann? Dave kam rüber, reichte Ihnen die Hand und zog Sie hoch?

    Irwin: Genau.

    Jones: War es schwierig, allein wieder aufzustehen?

    Irwin: Nein, eigentlich nicht. Aber man wurde unheimlich dreckig, wenn man sich erst auf den Bauch drehen und mit den Händen vom Boden abstoßen wollte. Schwierig war es nicht. Sie stoßen sich ab und schweben nach oben. Es ging nur viel einfacher, wenn der Partner einen hochzog.

    Die gängige Technik beim Aufstehen ist: Man bringt sich in eine Stellung mit Knien und Händen auf dem Boden. Dann mit den Händen abstoßen, sodass der Oberkörper sich aufrichtet, bis man in eine kniende Position kommt. Wenn der eigene Schwerpunkt etwa über den Fersen ist, stemmt man sich aus den Beinen heraus in den Stand.

    Schließlich noch eine letzte Anmerkung zu dieser Situation. John Pfannerstill und Karsten Rinkema ist aufgefallen, wie sich die rechte Seite des Fernsehbilds aufhellt, unmittelbar nachdem Dave sagt: Langsam, Jim! Langsam! Upps. () Das war zweifellos Mondstaub, den Jim hochschleuderte. Er entfernte sich rückwärts vom LMNASALMLunar Module und die Fernsehkamera stand links von ihm. Im Fallen versuchte er instinktiv, mit den Füßen Halt zu finden, wobei der Staub in das Sichtfeld der Kamera geschleudert wurde. Bei machte Joe den Vorschlag, dass Dave die Kamera in den LMNASALMLunar Module-Schatten stellt. Was Dave auch tat, wie man in der Aufzeichnung sehen kann. Daher muss Jim den Staub hoch genug und weit nach rechts geschleudert haben, damit er im Sonnenlicht zu sehen war.

  242. Scott: Okay, zieh einfach … Stell dich dort hin. Vergiss die Fotos. Nur da stehen und ziehen. Okay? Und schön aufpassen ab jetzt.

  243. Irwin: Du kannst weitermachen. (Pause)

  244. Allen: Sehr sportlich, Jim. (Pause)

  245. Dave kommt für einen Moment ins Bild. Er holt sich das Zugband zurück, dass er fallen lassen musste, um Jim zu helfen. Anstatt das Ende vom Boden aufzuheben, geht er zur minus-Y-Landestütze und greift sich den leichter zu erreichenden oberen Teil, der dort hängt.

    Videodatei (, MPG-Format, 12,3 MB/RM-Format, 0,4 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  246. Scott: (zu Jim) Okay? (Pause)

  247. Dave kippt das Fahrzeug weitere 10 bis 20 Grad nach unten.

  248. Scott: Okay, wir sind … Ah, verflixt. Wieder das Wanderscharnier.

  249. Während Dave das Fahrzeug herunterlässt, schwingt plötzlich die linke untere Ecke ein paar Zentimeter weg vom LMNASALMLunar Module, vermutlich weil die Landefähre schief steht. Das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle scheint unten aus dem Scharnier gesprungen zu sein und nur noch an den vorderen und hinteren Kabeln zu hängen.

  250. Irwin: Hängt es (das Wanderscharnier) wieder frei?

  251. Scott: Ja. Mal sehen. Houston, die Wanderscharniere haben sich wieder geöffnet. Muss dass so sein?

  252. Irwin: (Nicht zu verstehen, weil Joe spricht.), Dave, …

  253. Allen: An der Stelle sollten sie sich öffnen, Dave.

  254. Irwin: … an der Stelle.

  255. Scott: (antwortet Joe) Ah, okay.

  256. Don McMillan zeigt in einer Animation, wie das Wanderscharnier funktioniert.

    Dave zieht wieder am rechten Band und das Fahrzeug senkt sich weiter ab.

  257. Scott: Die Dinger schon am Anfang offen zu sehen, als noch alles verstaut war, verunsichert einen. (Pause) Kommt anscheinend gut runter. (lange Pause)

  258. Die Hinterräder sind fast auf dem Boden.

  259. Scott: Okay, kannst du alles ein Stück nach hinten ziehen, Jim?

  260. Irwin: Gut so?

  261. Offensichtlich als Folge von Jims kurzem Ruck klappen der vordere Teil des Fahrgestells und die Vorderräder aus. Das ganze Fahrzeug schiebt sich etwas weg vom LMNASALMLunar Module. Die Schalter- und Instrumentenkonsole mit Steuergriff steht aufrecht auf dem mittleren Chassis. Die Sitze, ebenfalls auf dem mittleren Chassis, sind noch zusammengeklappt.

  262. Scott: Sieht gut aus. (Pause) Okay, das war’s. Die Kabel vom Ausleger hängen … Na, das eine da drüben ist noch nicht … (Pause)

  263. Dave lässt das rechte Zugband los.

  264. Scott: Okay, die Auslegerkabel hängen durch.

  265. Videodatei (, MPG-Format, 28,7 MB/RM-Format, 0,8 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  266. Allen: Verstanden. (lange Pause)

  267. Dave löst das Kabel auf der rechten Seite vom Fahrzeug.

  268. Irwin: Achte … Achte auf die Leine und denk an die Glaskugel.

  269. Scott: Alles klar. Mach ich. (Pause)

  270. Dave kommt ins Bild. Er geht auf die linke Seite des Fahrzeugs und löst auch das andere Auslegerkabel.

  271. Scott: Okay. Das Auslegerkabel ist locker und gelöst. (Pause) Okay. (Pause)

  272. Dave holt sich das linke Zugband von der sekundären plus-Z-Landestütze, wo er es einige Minuten zuvor () hingehängt hatte.

  273. Scott: Okay, dann ziehen wir am linken Band. (Pause) Immer sachte. Kommt gut runter.

  274. Irwin: Okay. (lange Pause)

  275. Dave hat sich dem Fahrzeug zugewandt, das LMNASALMLunar Module steht nun links von ihm, und zieht mit der rechten Hand das Zugband. Dabei schafft er mit jedem Nachgreifen mehrere zehn Zentimeter. Entweder zieht er das Band nur durch die linke Hand und hält es darin fest, wenn er mit rechts nachgreift, oder er zieht abwechselnd mit beiden Händen. Da sein linker Arm vom PLSSNASAPLSSPortable Life Support System verdeckt wird, lässt sich das nicht sagen. Während Dave zieht, senkt sich auch der vordere Teil des Fahrzeugs auf den Boden.

    Jones: Sie stehen hier links vom Fahrzeug und ziehen das Band, indem Sie immer wieder den Arm beugen und nachgreifen. Im Unterschied zu den späteren Missionen, wo die Leute einfach mit dem Zugband in der Hand vom LMNASALMLunar Module weggelaufen sind und so im Prinzip die Beine benutzt haben anstatt ihre Arme.

    Scott: Möglicherweise haben wir das vorgeschlagen. Nicht vergessen, wir machen es hier zum ersten Mal.

    Jones: Verursachte das Beugen des Ellbogens irgendwelche speziellen Probleme?

    Scott: Nein. Der Anzug hatte Faltensegmente an den Gelenkbeugen. In den Gemini-Anzügen war die Neutralposition (der Arme und Beine im unter Druck stehenden Anzug) immer gestreckt. Die Apollo-Anzüge hatten Faltensegmente an den Ellbogen und jede eingenommene Position war eine neutrale Position, die keinen Kraftaufwand erforderte. Es strengte nicht an, den Arm zu bewegen. Jedenfalls habe ich den Vorgang nicht als besonders aufwendig in Erinnerung. Abgesehen davon, dass es ziemlich lange dauerte, dieses ellenlange Zugband abzurollen. Es wäre sicher besser gewesen, einfach wegzulaufen damit. Aber wir machten das zum ersten Mal, und nach dem ersten Mal sollte man immer darüber sprechen, wie der Ablauf optimiert werden kann. Also, vermutlich sah jemand zu, sprach es an – oder wir sprachen es an – und sagte: Anstatt alles auf die Art abzurollen, warum läuft man nicht einfach weg damit? Darum geht es bei der ersten Demonstration einer neuen Aufgabe: Alle schauen genau hin und beim nächsten Mal macht man es hoffentlich besser. Falls nicht, haben alle geschlafen. Richtig? Beim zweiten Mal muss es besser laufen. (trocken) Außer wir waren beim ersten Mal schon perfekt.

    Jones: Immer möglich.

    Scott (lachend): Aber unwahrscheinlich.

  276. Scott: Okay. Ich würde sagen, dass es durchhängt.

  277. Irwin: Okay.

  278. Scott: Gut.

  279. Irwin: Okay.

  280. Scott: Du könntest … Komm her und wir … (nicht zu verstehen) (lacht) Mann, das Ding ist wirklich leicht. (Pause)

  281. Dave hat das Zugband losgelassen. Er greift den linken äußeren Handgriff am Fahrzeug, hebt es an und zieht es ein Stück in Richtung Fernsehkamera.

  282. Scott: Kontrolliere die Gelenkstifte (CDR-4). Upps! Draußen. (Pause) Mal sehen. Ein Gelenkstift ist draußen. Ich hole dir das Werkzeug. Vielleicht kommst du da ran, Jim. (Pause)

  283. Dave geht nach links und holt das Werkzeug von der Stelle, wo er es bei abgelegt hatte.

  284. Scott: Vielleicht kann ich es auch selbst machen. Hey, Jim?

  285. Irwin: Ja.

  286. Die Abbildungen 2-6(1) und 2-6(2) im Handbuch zum LRVNASALRVLunar Roving Vehicle (Lunar Roving Vehicle Operations Handbook von Boeing) zeigen, wo sich die einzelnen Zugringe, Entriegelungs- und Sicherungsstifte befinden, die Dave jetzt kontrolliert.

  287. Scott: Ich brauche dich für den Gelenkstift dort.

  288. Irwin: Okay.

  289. Scott: Warte. Lass mich erst … Oh, Mist. Siehst du den Gelenkstift auf meiner Seite?

  290. Das Fahrzeug steht mit der Front zum LMNASALMLunar Module. Dave arbeitet im Augenblick auf der linken Seite, während Jim auf der rechten Fahrzeugseite ins Bild kommt. So sitzen sie auch später im LRVNASALRVLunar Roving Vehicle. Dave steuert das Fahrzeug vom linken Sitz aus mit dem Steuergriff auf der Mittelkonsole, Jim sitzt rechts und ist Beifahrer.

  291. Irwin: Ja. Sieht aus, als wäre er fast ganz drin.

  292. Scott: Ja, eben, nur fast. Vielleicht kannst du ihn mit der Werkzeugspitze ganz reindrücken. (Pause)

  293. Irwin: Alles klar.

  294. Scott: Okay. Jetzt richten wir es etwas geradliniger aus. Das Heck ein Stück zu mir.

  295. Irwin: Okay.

  296. Scott: So. Okay. (Pause)

  297. Videodatei (, MPG-Format, 25,7 MB/RM-Format, 0,8 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  298. Irwin: Okay, die Chassis-Gelenkstifte auf meiner Seite sind in Ordnung.

  299. Scott: Okay. (Pause) Schauen wir mal, ob ich die Teleskopstangen lösen kann. (Pause)

  300. Dave greift mit rechts die Dreibeinstütze hinter dem linken Vorderrad und hebt die Fahrzeugfront mehrmals hintereinander leicht an.

  301. Scott: Okay, lass uns … Jim? Unterbrich mal kurz. Ich bin nicht sicher, dass die Teleskopstangen gelöst sind. Lass uns das Ganze anheben, etwas nach hinten tragen und drehen. Okay?

  302. Irwin: Okay. Drehen wohin, zu dir?

  303. Scott: Nein. Zu dir.

  304. Irwin: Okay. (Pause)

  305. Beide greifen jeweils den äußeren Handgriff und die Dreibeinstütze auf ihrer Seite des Fahrgestells, heben das Fahrzeug hoch und bewegen es. Die Teleskopstangen lösen sich jedoch nicht.

  306. Scott: (lacht) Moment. Hat sich nicht gelöst. Lass mich … Stell es hier ab.

  307. Irwin: Vielleicht etwas weiter vor, heh?

  308. Dave sieht nach, warum die Fahrzeugfront nicht freikommt.

  309. Scott: Also, die Sicherungsstifte sind raus. Die Stangen … der komplette Sattel vorn ist noch dran. Beide Stifte sind draußen. Siehst du, was ich meine?

  310. Irwin: Vielleicht können wir den vorderen Teil anheben. Was meinst du?

  311. Scott: Versuchen wir’s.

  312. Irwin: Lass mich da reinkommen und es anheben. Vielleicht …

  313. Scott: Hier.

  314. Irwin: Ich ziehe das … (Pause)

  315. Scott: Warte. Ich verdrehe es hierhin, dann hast du mehr Platz.

  316. Dave zieht den hinteren Teil des Fahrzeugs wieder etwas nach links.

  317. Scott: Okay. Siehst du den Sattel. Ah, da kommst du mit dem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System nicht rein, Jim.

  318. Irwin: Zu eng für mich?

  319. Scott: Ja. Vergiss es.

  320. Allen: Jim …

  321. Scott: Hey, Houston …

  322. Allen: … bestätige bitte, dass du den Sicherungsstift am Sattel gezogen hast.

  323. Scott: … irgendwelche Vorschläge? (Pause)

  324. Irwin: Ja. Der Stift am Sattel ist gezogen. (Pause)

  325. Allen: Verstanden.

  326. Irwin: Wir müssen irgendwie …  (Pause)

  327. Scott: Okay, Joe. Folgende Situation. Beide Stifte sind draußen, aber der Sattel scheint trotzdem noch mit dem LRVNASALRVLunar Roving Vehicle-Rahmen verbunden zu sein. (Pause)

  328. Allen: Verstanden. Ist notiert und wir arbeiten daran.

  329. Scott: Okay.

  330. Irwin: Wir können solange das Fahrzeug fertig einrichten, heh?

  331. Scott: Klar. (lange Pause)

  332. Scott: Ich glaube, jemand hat mal gesagt: Dreckiger als dreckig. Und so ist es auch! (lange Pause)

  333. Dave zitiert hier Pete Conrad, Kommandant von Apollo 12, der sich am Anfang der ersten EVANASAEVAExtravehicular Activity () so ausdrückte. Dave ist Pete Conrads Ersatzmann gewesen.

    Scott: Wir haben Pete (Conrad) und Al (Bean) zugehört und jeden Schritt aufmerksam verfolgt. Sie beschrieben, wie dreckig es dort ist. Und das ist es wirklich. Der reinste Dreck.

    Jones: Gab es eine LMNASALMLunar Module-Attrappe, um das Ausladen des Fahrzeugs zu trainieren?

    Scott: Es war eine Fahrzeug-Attrappe, mit der wir das Ausladen trainieren konnten. Ich weiß nicht mehr genau, wie viel vom LMNASALMLunar Module dort nachgebildet wurde. Vielleicht hatten wir eine vollständige Attrappe. Auf jeden Fall haben wir die Vorgehensweise beim Ausladen damit erarbeitet und trainiert.

    Jones: Öfter?

    Scott: Sicher.

    Jones: Sieht nicht so aus, als hätten Sie dabei viel zu tun.

    Scott: Mag sein. Doch Sie müssen sich gut genug auskennen, um es machen zu können, ohne ständig in der Checkliste nachzusehen. Es war verhältnismäßig unkompliziert. Wir investierten dafür auch einiges an Zeit, denn bei der ersten Vorführung funktionierte gar nichts. Zu viel sollte automatisch passieren. Also gingen die Leute von den Unterstützungsmannschaften alles immer und immer wieder durch, um herauszufinden, was automatisch ablaufen und was manuell gemacht werden muss. Der Verzicht auf automatische Komponenten spart außerdem Gewicht, immer gut. Wir arbeiteten intensiv daran, wer was machen soll, was wirklich notwendig ist – manuell und automatisch – und wie man möglichst schnell fertig wird. Aber noch einmal, hier nehmen wir uns Zeit und sind äußerst vorsichtig. Nicht Bam, Bam und es steht draußen. Das ist unser einziges Fahrzeug. Wir haben nur eine Chance, wenn wir es fahren wollen. Also gehen wir behutsam vor. Falls etwas festhängt, zerrt man besser nicht daran. Wir versuchen hier das eine oder andere, aber dann sagen wir: Hey, Joe, da stimmt etwas nicht, und lassen die Leute im Nebenraum daran arbeiten. Denn die kennen sich am besten damit aus. Vielleicht finden sie eine einfache Lösung, anstatt es mit Gewalt zu versuchen. Und sie sehen ja, Jim sagt gleich: Wir können solange weitermachen. () Und wir machten einfach weiter. Diesen Schritt konnten wir fürs Erste überspringen. Nichts erzwingen, alles schön in Ruhe, einen Schritt nach dem anderen.

    Jones: Das ist mir vorhin schon aufgefallen. Als das Fahrzeug etwa 45 Grad nach vorn gekippt war und die Hinterräder ausklappten, sahen Sie, dass die Wanderscharniere sich wieder geöffnet hatten (). Sie waren deswegen verunsichert, hielten an und fragten Joe. Der sagte: Ja, ist normal. Erst dann zogen Sie weiter am Zugband.

    Scott: Derselbe Gedanke. Sollen sich die Experten im Nebenraum darum kümmern. Was man auch nicht vergessen darf, es ist eine Zwei-Mann-Aufgabe. Wir verbrachten viel Zeit damit, die Vorgehensweisen auszuarbeiten, wer was macht, um so effizient wie möglich zusammenzuarbeiten. Der Zeitplan war für uns beide so detailliert festgelegt, es gab nicht eine verschwendete Sekunde. Dahin zu kommen, hat lange gedauert. Wie die blind geworfenen Pässe bei Basketball-Profis. Genau dasselbe. Man muss viele, viele Stunden zusammen daran arbeiten, Methoden und Verfahren entwickeln, um seine Zeit so effizient wie möglich zu nutzen.

    Videodatei (, MPG-Format, 29,2 MB/RM-Format, 0,8 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

    Audiodatei (, MP3-Format, 1,4 MB) Beginnt bei .

  334. Allen: Dave und Jim, zieht das Fahrzeug so weit wie möglich weg vom LMNASALMLunar Module und zieht dann am vorderen Teil, wenn es geht.

  335. Scott: Okay. Einen Moment.

  336. Allen: Und wir meinen damit, das Fahrzeug vorn anheben.

  337. Irwin: Heißt das, nach oben ziehen? … (hört Joe) Ja. vorn anheben. Genau. Verstanden, Joe.

  338. Scott: Leg das Werkzeug da hin, damit ich es nicht verliere. (lange Pause) Okay, versuchen wir es, Jim. Okay?

  339. Irwin: Okay, so weit wie möglich wegziehen?

  340. Scott: Ja.

  341. Irwin: So weit wie möglich nach hinten. (Pause) Okay, kann losgehen. (Pause) Das muss reichen, weiter werden wir nicht kommen, Dave.

  342. Scott: Ja.

  343. Sie haben das Fahrzeug etwa einen Meter nach hinten gezogen. Die Vorderräder hängen über dem Boden und die Front ist nach wie vor mit dem Sattel an den Teleskopstangen verbunden.

  344. Irwin: Wenn du es hältst, stelle ich mich davor …

  345. Scott: Okay.

  346. Irwin: … und versuche, es anzuheben.

  347. Scott: Okay, ich halte es.

  348. Irwin: Mal sehen, wie wir freikommen von dem … (Pause)

  349. Scott: Du bleibst gerade mit deinem PLSSNASAPLSSPortable Life Support System hängen, Jim.

  350. Irwin: So. (Pause) Kommt!

  351. Scott: Okay.

  352. Jim steht vorn rechts am LRVNASALRVLunar Roving Vehicle, mit dem Gesicht zur Fernsehkamera. Er hebt das Fahrzeug an und es kommt frei. Offensichtlich muss er nicht viel machen, um den Sattel vom vorderen Chassis zu lösen.

    Technische Nachbesprechung am

    Scott:Ich weiß nicht, warum es festhing. Abgesehen von den zwei Stiften auf der unteren Sattelschiene, die im Fahrzeugrahmen versenkt waren und sich anscheinend verklemmt haben. Etwas anderes fällt mir dazu nicht ein. Dir, Jim?

    Irwin:Nein. Ich versuche, mich zu erinnern. Wir zogen es ein Stück weiter rauf. Den inneren Kraterrand hoch. Vielleicht hatte dieses Gefälle etwas damit zu tun. Ich kann es wirklich nicht sagen.

    Aus dem Missionsbericht zu Apollo 15 (Apollo 15 Mission Report), Abschnitt 14.6.1 Probleme nach dem Ausladen beim Lösen des Sattels vom Fahrzeug:

    Nach dem Ausladen des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle gab es Schwierigkeiten, den Sattel vom Fahrzeug zu lösen.

    Das hatte zwei zusammenhängende Ursachen.

    1. Die Verbindung von Sattel und Fahrzeug (Abbildung 14-54) hat sehr geringe Toleranzen. Das gewährleistet die notwendige Stabilität, um zu verhindern, dass Entriegelungsstifte sich verbiegen, stecken bleiben und nicht mehr entfernt werden können. Die Konstruktion bedingt jedoch, dass die Fahrzeug-Sattel-Verbindung nicht belastet wird. Nur dann sind beide Elemente leicht voneinander zu lösen.
    2. Die Neigung des LMNASALMLunar Module nach links hinten sowie der unebene Untergrund verursachten bereits eine gewisse Belastung der Fahrzeug-Sattel-Verbindung. Indem die Mannschaft das Fahrzeug bewegte, um es in eine günstigere Position zu ziehen, wurde die Spannung noch verstärkt. Die Mannschaft wusste, dass keine Kraft auf die Verbindung wirken durfte, und als man für Entlastung sorgte, hat sich der Sattel gelöst.

    Für eine Situation, in der das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle bereits ausgeladen auf der Oberfläche steht, aber noch nicht von Sattel und Landefähre getrennt ist (Abbildung 14-55), haben auf der Erde durchgeführte Versuche Folgendes ergeben. Wird das Fahrzeug unter diesen Umständen um die Längsachse nach links oder rechts verdreht, verklemmt sich die Fahrzeug-Sattel-Verbindung und hängt fest. Indem ein Astronaut Fahrzeug und Sattel wieder gerade ausgerichtet und das Fahrzeug hält, während der andere mit einem Werkzeug auf den Sattel klopft, lässt sich die Verbindung lösen. Als Korrekturmaßnahme wird beim Training der Besatzung auf den Teil des Vorgangs besonders eingegangen.

    Die Behandlung dieses Problems ist abgeschlossen.

  353. Irwin: Na also.

  354. Scott: Sehr gut. Okay, drehen wir es …

  355. Irwin: Okay, Joe. Ist frei.

  356. Allen: Großartig.

  357. Scott: Der Nebenraum hat es mal wieder gebracht.

  358. Scott: Jetzt drehen wir es ein Stück, Jim.

  359. Irwin: Okay. (Pause) Okay, ich halte es fest hier, Dave. Wir drehen es …

  360. Scott: Ja, (nicht zu verstehen) rum. (Pause) Geh nach links. Nicht rückwärts laufen! Nur etwas nach links.

  361. Irwin: Okay.

  362. Scott: Genau so. (Pause)

  363. Irwin: Du willst hier bergab losfahren.

  364. Sie drehen das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle im Uhrzeigersinn, bis Dave mit dem Rücken zur Landefähre steht und die Fahrzeugfront in südöstliche Richtung zeigt.

    Technische Nachbesprechung am

    Scott:Wir drehten es weg vom LMNASALMLunar Module, sodass ich nicht erst zurücksetzen musste, sondern gleich vorwärts losfahren konnte. Wie wir feststellten, konnte man es einfach anheben und drehen. Also haben wir das noch öfter so gemacht, und es ging wirklich leicht.

  365. Scott: Ja, etwas zurück jetzt. Wieder ein Stück zurück. In die andere Richtung. Du. (Pause) Das reicht. Genau hier.

  366. Irwin: Okay. (Pause)

  367. Das Fahrzeug steht nun einen halben bis einen Meter weiter weg von der Landefähre. Nur noch das linke Hinterrad und die rechte Sitzlehne sind im Bild. Obwohl wir Dave sehen, ist wenig von dem zu erkennen, was er macht. Jim steht rechts neben dem Fahrzeug, außerhalb des Fernsehbilds.

  368. Scott: Pass auf die (Glas-)Kugel auf hinter dir.

  369. Irwin: (lacht) Darauf achte ich schon den ganzen Morgen. Ich wäre beinah draufgefallen.

  370. Scott: Hab ich gesehen. (Pause) Hast du auf deiner Seite schon die Verriegelung der Konsole gelöst?

  371. Irwin: Ja, ist gelöst. (Pause)

  372. Die Schalter- und Instrumentenkonsole samt Steuergriff wird abgesenkt.

  373. Scott: Jetzt wieder verriegeln.

  374. Irwin: Okay. (Pause) Okay, meine Seite ist verriegelt.

  375. Scott: Und meine Seite ist verriegelt. (lange Pause)

  376. Abbildung 2-8 im Handbuch zum LRVNASALRVLunar Roving Vehicle (Lunar Roving Vehicle Operations Handbook) ist eine Seitenansicht der Schalter- und Instrumentenkonsole mit Steuergriff. Die Grafik zeigt auch die Positionen der Mittelkonsole sowie der inneren Handgriffe vor und nach dem Absenken.

    Videodatei (, MPG-Format, 28,5 MB/RM-Format, 0,8 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  377. Irwin: Die Seite ist so weit fertig, Dave.

  378. Scott: (angestrengt) Okay. Mann, die haben wirklich nicht gespart mit dem Velcro.

  379. Irwin: Ja, man muss es richtig aufreißen, um den Sitz hochklappen zu können. Ich musste ordentlich … ordentlich daran zerren.

  380. Sitze und Rückenlehnen waren nach unten geklappt und wurden von Velcro-Streifen festgehalten. Offensichtlich war es nicht ganz einfach, die Klettverbindung zu trennen. Die einzelnen Schritte zum Entfalten der Sitze und Aufstellen der Rückenlehnen sind in Abbildung 2-9 des Handbuchs zum LRVNASALRVLunar Roving Vehicle (Lunar Roving Vehicle Operations Handbook) dargestellt. Wir sehen bei , wie Dave seine Rückenlehne und die Sitzfläche hochklappt.

  381. Scott: (angestrengt) Ja, Mann! (lange Pause) Außerdem kommt einem ständig alles entgegen. (Pause)

  382. Wegen der geringen Schwerkraft wiegt das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle nicht viel. Wenn Dave am Sitz zieht, um die Velcro-Streifen zu trennen, hebt er mitunter das ganze Fahrzeug an. Jim kommt von rechts ins Bild und bleibt kurz am Heck stehen.

  383. Scott: Okay. Deinen Sitzgurt holst du später noch raus, vermute ich.

  384. Irwin: Meiner ist im … Stimmt, ich kann ihn auch gleich rausholen. (lange Pause)

  385. Jim geht noch einmal zurück auf die rechte Seite des Fahrzeugs und holt seinen Sitzgurt hervor. Dann geht er zum MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly.

  386. Irwin: Ruf mich, wenn du losfahren willst, Dave. Ich komme dann und filme.

  387. Scott: Okay. (Pause) Die Kotflügel klemmen etwas. Du hattest den Kotflügel, Jim. Hast du deine Kotflügel?

  388. Irwin: Nein.

  389. Scott: Mach weiter, ich kümmere mich darum. (Pause)

  390. Die Kotflügel sind zweiteilig, wobei für den Transport die jeweils hinteren Teile der Hinterräder und die vorderen Teile der Vorderräder über den unbeweglichen Teil geschoben sind. Um den beweglichen Teil am Kotflügel des linken Hinterrads auf den Schienen nach hinten zu schieben, greift Dave mit den Fingerspitzen der rechten Hand die Vorderkante. Er muss mehrmals ansetzen und schafft es nach einigen Versuchen, wobei er sich mit links an der Rückenlehne seines Sitzes abstützt, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Anschließend wechselt Dave auf die andere Seite und verlängert die beiden rechten Kotflügel.

    Bill Kimsey hat an der Konstruktion des Mondfahrzeugs mitgearbeitet und berichtet: Ich kam zu Boeing und begann dort in der Michoud Assembly Facility (MAFNASAMAFMichoud Assembly Facility) zunächst im Werkzeugbau. wechselte ich in den Bereich für die Konstruktion der Raketenstufen und arbeitete am Triebwerkssystem. Zu dritt entwickelten wir das Steuerdrucksystem, welches mithilfe von Stickstoff die Ventile in den LOXNASALOXLiquid Oxygen- und RP-1NASARP-1Rocket Propellant No. 1-Leitungen zum Triebwerk öffnete.

    schickte man mich nach Huntsville (MSFCNASAMSFCMarshall Space Flight Center), um bei der Entwicklung des Mondfahrzeugs zu helfen. Ich arbeitete an der Radaufhängung, bevor die Leute von GMNASAGMGeneral Motors Company kamen. Danach war ich mit technischen Zeichnungen und Konstruktionsentwürfen für die Kotflügel beschäftigt. Ich komme gleich zu einigen Geschichten über diese vorläufigen Entwürfe.

    Wir arbeiteten 14 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche, denn wir hatten große Probleme, weil das Fahrzeug in diese eigenartig geformte Ladebucht passen musste. Die Konstruktion der Sitze machte unter anderem ziemliche Schwierigkeiten. Irgendwann kam einer der Ingenieure vom Abendessen zu Hause mit einem Gartenstuhl zurück. Das brachte die Lösung, wie die Sitze im Fahrzeug zusammengeklappt werden. Es war übrigens der Abend, an dem Apollo 11 gelandet ist.

    Mehrere Leute von uns wurden von New Orleans nach Huntsville geschickt. Waine Borne und ich waren schon seit Kollegen und inzwischen gut befreundet. Jeder von uns hatte einen Ford Modell A restauriert, bei dem es an den Kotflügelrändern diese Sicken gab. Wir waren gerade gut aufgelegt, als ich zum Spaß eine Sicke an den LRVNASALRVLunar Roving Vehicle-Kotflügel zeichnete. Der Projektleiter fragte mich, welchen Zweck sie haben. Ich erklärte ihm, dass wir die Kotflügel damit versteifen. So bekamen die Kotflügel ihre Sicken, genauso breit wie beim Ford Modell A, und jetzt stehen sie auf dem Mond. Niemand außer uns beiden kannte die Geschichte dazu.

    Auf AS15-88-11892, entstanden gegen Ende der dritten EVANASAEVAExtravehicular Activity, sieht man die Sicken am LRVNASALRVLunar Roving Vehicle-Kotflügel vorn rechts sehr gut. Eine verläuft bogenförmig auf der Innenseite, eine andere quer über die Oberseite einige Zentimeter rechts der höchsten Stelle des Kotflügels. Die Sicke links gehört zur Kotflügelverlängerung, die nach vorn geschoben wurde. Alle Kotflügel haben außerdem bogenförmige Sicken an der Außenseite sowie quer laufende an den Vorder- und Hinterkanten. Im Vordergrund ist eine der quer laufenden Sicken am linken vorderen Kotflügel zu sehen.

    Jim ist am MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly beschäftigt.

  391. Scott: Junge, ist der Boden weich! Mann!

  392. Irwin: Wie Pulverschnee.

  393. Scott: Aber wirklich.

  394. Irwin: Mit einem kleinen Unterschied. (Pause)

  395. Videodatei (, MPG-Format, 22 MB/RM-Format, 0,6 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  396. Scott: Okay, die Bremsen sind angezogen. (nicht zu verstehen) ist unten. Dann schauen wir mal, ob ich mich reinschwingen kann. (Pause)

  397. Dave stellt sich mit dem Gesicht in Fahrtrichtung links neben seinen Sitz, greift mit rechts den Handgriff an der Mittelkonsole, springt leicht ab und zieht sich nach innen. Als er sitzt, holt er die Beine nach und hat nach wenigen Bewegungen seine endgültige Position gefunden. In seiner Checkliste ist er jetzt auf CDR-5. Geplant war, das Fahrzeug bereits nach Beginn der EVANASAEVAExtravehicular Activity () zu besteigen, also schon bei . Doch die Probleme mit den Wanderscharnieren und Sattel haben weitere gekostet und so liegen sie nun insgesamt zurück.

  398. Scott: So müsste es gehen.

  399. Bevor das Fahrzeug für den Flug im LMNASALMLunar Module verstaut wurde, haben Dave und Jim an einigen Funktionstests teilgenommen. So auch am . Dazu erzählt Ernie Reyes:

    Bei der Vorbereitung auf den ersten umfassenden Test des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle im O CNASAO COperations and Checkout-Gebäude, an dem auch die Astronauten in ihren Anzügen teilnehmen sollten, wurden alle ziemlich nervös. Einen Tag davor sprach ich mit Dave Scott und schlug ihm eine kleine Geste vor. Um die Spannung zu lösen, könnte er einen Waschbärenschwanz irgendwo am Fahrzeug befestigen. Danach ging ich zu Carol O’Toole, Leiterin der MSCNASAMSCManned Spacecraft Center-Vertretung, die gerade von einem Urlaub in Cherokee, North Carolina, zurückgekehrt war. Sie hatte von dort einen indianischen Kopfschmuck mitgebracht und ich fragte, ob ich mir den Waschbärenschwanz daran borgen darf. Sie sagte Ja, ging nach Hause, um ihn zu holen, und gab ihn mir. Anschließend brachte ich ihn zu Dave Scott.

    Am nächsten Tag begann der Test. Die Astronauten gingen um das Fahrzeug herum, sahen sich alles genau an, machten ein ernstes Gesicht und sagten zur versammelten Mannschaft: Das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle ist nicht angemessen ausgestattet. Die Leute schnappten nach Luft. Aber Dave beruhigte gleich: Keine Sorge. Wir haben, was noch fehlt. Jim half ihm, einen Beutel aus seiner Beintasche zu holen. Sie öffneten ihn mit einer Schere und holten einen zweiten Beutel heraus. Sie öffneten auch den zweiten Beutel und zum Vorschein kam der Waschbärenschwanz.

    An der Stelle begannen Mitarbeiter und Zuschauer zu klatschen, alle jubelten und lachten. Dave und Jim gingen zum Heck, befestigten den Schwanz hinten rechts am Kotflügel und sagten: Also los, dann testen wir das Baby jetzt!

    Natürlich ging beim Test alles glatt, die Testmannschaft war glücklich und die Astronauten hochzufrieden. Zum Schluss bat ich den Fotografen, ein Bild zu machen, wie Dave und Jim dem Waschbärenschwanz halten (108-KSC-371-327-6). Jim hat ein Pflaster auf der Stirn. Einer der Techniker, die den Astronauten in ihren Anzug halfen, war beim Aufsetzen des Helms etwas unvorsichtig.

    Ulli Lotzmann stellt eine Grafik von Ernie Reyes zur Verfügung. Darauf ist ein voll ausgestattetes LRV zu sehen.

    Videodatei (, RM-Format, 1,2 MB, erstellt von Ken Glover) Der kurze Film zeigt, wie Dave den Waschbärenschwanz am Fahrzeug anbringt.

  400. Allen: Okay, Dave. Und Anschnallen nicht vergessen.

  401. Zu der Zeit ein verbreitetes Motto für mehr Verkehrssicherheit.

  402. Scott: Ja, sicher. (Pause)

  403. Dave hakt seinen Sitzgurt am äußeren Handgriff ein.

  404. Scott: Okay, Sitzgurt ist eingehakt. (Pause) Oh, man sitzt um einiges höher als bei 1 g. Irgendwie auch logisch, nicht?

  405. Wegen der geringeren Schwerkraft drückt sich der Anzug im Sitzen viel weniger zusammen als auf der Erde. Dave braucht einige Sekunden, um den Gurt einzuhaken. Abbildung 1-28 im Handbuch zum LRVNASALRVLunar Roving Vehicle (Lunar Roving Vehicle Operations Handbook) zeigt u. a. den CDRNASACDRCommander-Sitz. Der Gurt ist innen fest mit dem Rahmen verbunden, läuft über die Oberschenkel des Astronauten und wird am äußeren Handgriff eingehakt.

    Auf 71-HC-727 sind Gurt, Metallhaken und Handgriff gut zu sehen (Ausschnitt mit Bezeichnungen).

    Aus dem Missionsbericht zu Apollo 15 (Apollo 15 Mission Report), Abschnitt 8.2.6 Arbeitsumgebung der Besatzung:

    Die Arbeitsumgebung der Besatzung war angemessen, abgesehen davon, dass die Sitzgurte sich nur schwer einhaken ließen (siehe Abschnitt 14.6.4). Bei der Anpassung vor dem Start wurde die Kombination von unter Druck stehenden Anzügen und verringerter Schwerkraft nicht ausreichend berücksichtigt. Daher waren die Gurte während der Arbeit auf der Mondoberfläche zu kurz. Des Weiteren blieb der Gurthaken des Komandanten mehrfach am Fuß der Konsolensäule an einer elektrischen Steckerverbindung hängen.

    Weiter heißt es in Abschnitt 9.8.3 Leistung und Verhalten der Systeme zur Fortbewegung auf dem Mond:

    … In das Fahrzeug einzusteigen und wieder auszusteigen funktionierte ähnlich wie bei den 1/6-g-Simulationen im Flugzeug. Es gab so gut wie keine Probleme. Beim Einsteigen wurde folgende Technik angewendet. Man greift den inneren Handgriff neben der Mittelkonsole, springt leicht ab und zieht sich auf den Sitz. Anschließend stemmt man sich gegen Fußstütze und Rückenlehne, um in die endgültige Position zu rutschen. Bereits zu Beginn der ersten Erkundungsfahrt wurde festgestellt, dass ein Haltesystem wie der Sitzgurt unverzichtbar ist. Im Fall von LRV-1NASALRVLunar Roving Vehicle funktionierten die Gurte zufriedenstellend. Nur das Einhaken kostete zu viel Zeit und Kraft. …

    Und schließlich Abschnitt 14.6.4 Probleme mit dem Sitzgurt im LRVNASALRVLunar Roving Vehicle:

    Folgende Probleme mit dem Sitzgurt sind bei allen Erkundungsfahrten aufgetaucht.

    1. Die Besatzung hatte trainiert, den Gurt vor dem Aussteigen am inneren Handgriff einzuhaken. Beim Aus- und Einsteigen löste sich der Gurthaken jedoch und fiel auf den Boden des Fahrzeugs. Dadurch war der Gurt nach dem Einsteigen vom Sitz aus schwer zu finden und aufzuheben.
    2. Waren die Haken vom Handgriff gerutscht, blieben die Gurte regelmäßig an einer elektrischen Steckerverbindung hängen, die sich am Fuß der Konsolensäule befindet.
    3. Die Gurte waren nicht lang genug, um sie ohne große Mühe am äußeren Handgriff einhaken zu können. Im Wesentlichen lag es daran, dass der Anzug sich bei 1/6 g nicht wie erwartet an die normale Sitzkontur anpasste. Die Oberschenkel der Astronauten lagen deshalb mehrere Zentimeter höher als angenommen.

    Hauptursachen für diese Probleme sind neben der unzureichenden Gurtlänge auch die geringe Steifigkeit und mangelnde Einsehbarkeit beim Sichern des Gurts.

    Für Apollo 16 wird das Fahrzeug mit neuen, steiferen Gurten ausgerüstet. Die neuen Gurte haben zudem eine Spannvorrichtung, damit sie enger anliegen und um ständiges Einstellen nach dem Einsteigen zu vermeiden.

    Die Behandlung dieses Problems ist abgeschlossen.

    Auf AS16-117-18818, entstanden während der dritten EVANASAEVAExtravehicular Activity bei Apollo 16, sieht man die Spannvorrichtung mit ihrem charakteristischen T-Griff (Ausschnitt mit Bezeichnungen). Nachdem der Sitzgurt am äußeren Handgriff des Fahrzeugs eingehakt war, konnte der T-Griff umgelegt werden und der Gurt spannte sich über den Beinen. Die Vorrichtung funktionierte gut, weder bei Apollo 16 noch bei Apollo 17 gab es Beschwerden.

    Technische Nachbesprechung am

    Scott:Der Sitzgurt war gut angepasst. Es machte zwar etwas Mühe, aber ich konnte ihn einhaken.

    Beim Einschalten des Fahrzeugs folgt Dave nun den Schritten auf einem Hinweisschild unterhalb der Schalter- und Instrumentenkonsole, auch abgebildet auf SUR 22-5. Um den Vorgang besser nachvollziehen zu können, ist es hilfreich, die Funktionen des Steuergriffs zu verstehen. Technische Einzelheiten finden sich in der Sammlung verschiedener Dokumente zum LRV. Insbesondere Zeichnung 5.4 im Handbuch der LRVNASALRVLunar Roving Vehicle-Systeme – Apollo 17 – LRV-3NASALRVLunar Roving Vehicle (Lunar Roving Vehicle Systems Handbook – Apollo 17 – LRV-3 [7 MB]) bietet nützliche Informationen. Aus der zweiten Teilzeichnung von links geht hervor, dass der Steuergriff nach vorn und hinten verschoben werden kann, ohne ihn zu kippen. An der Rückseite des Griffs befindet sich der Schalter für die Rückfahrsperre. Wird er auf die untere Position gestellt, bevor Dave den Steuergriff nach vorn schiebt, ist Rückwärtsfahren nicht möglich. Hat Dave den Steuergriff nach vorn geschoben, kann er den Griff nach vorn oder nach hinten kippen, um vorwärts- oder rückwärtszufahren. Zieht Dave den Griff nach hinten, ohne ihn zu kippen, greift die Bremse. Kippt er den Griff dann nach hinten, wird eine mechanische Feststellbremse angezogen.

  406. Scott: Okay, Steuergriff ist arretiert. Feststellbremse ist angezogen, Rückfahrsperre ist unten. Sicherungsschalter – alle außer AUXNASAAUXAuxiliary (Power) und NAVNASANAVNavigation System (LRV) (POWER) – werden geschlossen. Okay, ich bekomme Anzeigen für Bus B. (lange Pause) Übrigens, alle Schalter stehen auf Aus. (Pause) Okay, (Sicherungs-)Schalter sind jetzt alle geschlossen. Okay, Houston, soll ich euch ein paar Anzeigen durchgeben? (SUR 22-5)

  407. Allen: Los.

  408. Jones: Bei Apollo 17 sprachen Gene und Jack mit Houston deutlich lauter, als wenn sie miteinander redeten. Pete und Al (bei Apollo 12) neigten ebenfalls dazu. Hier fällt mir auf, dass nur Jim lauter ist, wenn er mit Houston spricht, Sie nicht. Woran liegt es Ihrer Meinung nach? Gene und Jack meinten, es hätte vielleicht psychologische Gründe, die unbewusst empfundene Entfernung.

    Scott: Interessant. Wir unternahmen viele Feldexkursionen mit Joe im Nebenraum. Daher war das Reden mit dem CAPCOMNASACAPCOMSpacecraft (Capsule) Communicator völlig normal, sehr vertraut. Ich weiß nicht, wie oft sie bei Apollo 16 und Apollo 17 draußen im Feld waren und dabei auch die Kommunikation mit dem CAPCOMNASACAPCOMSpacecraft (Capsule) Communicator trainierten (sehr oft). Wir hatten immer eine gute Verbindung, sodass mir die Entfernung nie bewusst wurde. Entfernung spielt an sich keine Rolle.

    NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration-Foto S71-23769 vom Training für Apollo 15 zeigt Dave und Jim am westlichen Rand der Rio Grande Gorge bei Taos, New Mexico, während einer Feldexkursion vom . Bei dieser und 14 weiteren Feldexkursionen wurden realistische geologische Untersuchungen trainiert. Jim hält Karte und Schaufel. Beide tragen ihr Headset und es scheint, als ob der Nebenraum gerade von Dave eine verbale Beschreibung der Schlucht bekommt. Die Rio Grande Gorge ist in etwa so breit und so tief wie die Hadley‑Rille, und sie schneidet ebenfalls durch Basaltschichten.

  409. Scott: Okay. Amperestunden: 105 und 105. Die Ampere-Anzeige (Entladestrom) steht natürlich auf null. Die …  (Pause) Okay, Volt: (LRVNASALRVLunar Roving Vehicle-Batterie) Nummer 1 steht auf 82 und bei (LRVNASALRVLunar Roving Vehicle-Batterie) Nummer 2 lese ich nichts. Hmm. (Pause) Ha. Okay, und bei der Batterietemperatur lese ich 68 … (korrigiert sich) 78 und 80. Die Motortemperaturen sind natürlich auch ganz unten. (LRV-Paneel)

  410. Allen: Verstanden. Ist notiert.

  411. Technische Nachbesprechung am

    Scott:Bei Batterie 2 wurde für Volt und Ampere nichts angezeigt. Wie sich dann herausstellte, hatte die Anzeige einen Defekt und beide Batterien lieferten Strom.

    Eigentlich hatte jede der zwei Batterien eine Nennladung von 121 Amperestunden. Warum die Anzeige für beide hier nur auf 105 Amperestunden steht, konnte nicht geklärt werden. Wenn Dave unmittelbar vor dem Losfahren bei die Anzeige das nächste Mal abliest, meldet er 110 Amperestunden für Batterie 1 und 115 Amperestunden für Batterie 2. Im weiteren Verlauf nimmt das Ladungsniveau ganz normal ab. Der Kommentar nach geht ausführlicher darauf ein.

    Videodatei (, MPG-Format, 20,7 MB/RM-Format, 0,6 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  412. Scott: Die einzige Unstimmigkeit bis jetzt … (hört Joe) Die einzige Unstimmigkeit bis jetzt ist, dass für Batterie 2 keine Spannung angezeigt wird. (Pause) PWMNASAPWMPulse Width Modulator-Auswahl steht auf Beide. Antriebsregelung aktivieren, die zwei vorderen – PWM-1NASAPWMPulse Width Modulator, Hinten – PWM-2NASAPWMPulse Width Modulator. Und, Houston, vielleicht könnt ihr schon etwas zu der Anzeige sagen (keine Spannung für Batterie 2). (SUR 22-5/LRV-Paneel)

  413. Allen: Verstanden, Dave. Deine Sicherungsschalter hast du bestimmt noch einmal kontrolliert.

  414. Scott: Das ist richtig. Die Sicherungsschalter sind alle drin.

  415. Irwin: Dave, sag mir Bescheid, bevor du losfährst.

  416. Scott: Ja. (Pause)

  417. Jim will die erste Fahrt filmen.

  418. Allen: Dave, wir schlagen vor, du fährst los und beobachtest Amp… die Ampereanzeige für Batterie 2.

  419. Scott: Okay. Mach ich. Okay, (±)15 Volt DCNASADCDirect Current auf Sekundärsystem. Lenkung: vorn – Bus A, Hinten auf Bus D. Motorstromversorgung: vorn auf Bus A …

  420. Allen: Verstanden, Dave …

  421. Scott: … Hinten auf Bus D. (SUR 22-5/LRV-Paneel)

  422. Allen: … Nur als Hinweis: Wenn Batterie 2 ausgefallen ist, dann haben wir hinten keine Lenkung und keinen Antrieb.

  423. Jedes Rad hatte seinen eigenen Motor. Darüber hinaus konnte sowohl mit dem vorderen als auch dem hinteren Radpaar gelenkt werden. Die sogenannte zweifache Ackermann-Lenkung ermöglichte dem Fahrzeug einen sehr engen Wendekreis. Allerdings fanden alle drei Astronauten, die das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle auf dem Mond steuerten, dass die Allradlenkung zu direkt und sensibel reagierte. Daher wurde sie nicht sehr lange eingesetzt, wenn überhaupt.

    Jim läuft mit der 16mm-Filmkamera (LDACNASALDACLunar Surface Data Acquisition Camera) von links nach rechts durch das Fernsehbild.

  424. Scott: Okay. (Pause) Steuergriff nach vorn. Wir fahren. (SUR 22-5)

  425. Dave hat den Steuergriff nach vorn geschoben und ihn über die Neutral-Position hinaus nach vorn gekippt.

  426. Allen: Fantastisch. (Pause)

  427. Scott: Als ich losfuhr, haben die Leute im Nebenraum wieder geatmet.

    Jones: Nicht nur alle, die das Fahrzeug entwickelt und gebaut haben, die Geologen ebenfalls. Vielleicht sprechen wir kurz darüber. Ich vermute, es gab Alternativpläne für EVAsNASAEVAExtravehicular Activity zu Fuß.

    Scott: Selbstverständlich.

    Die Navigationskarte vom Hadley‑Landegebiet für EVAs zu Fuß zeigt, welche Streckenverläufe geplant waren. Zum Vergleich die entsprechende Navigationskarte vom Hadley‑Landegebiet für EVAs mit dem LRV.

    Jones: Haben Sie auch speziell für diesen Fall trainiert?

    Scott: Eigentlich nicht. Man hatte zwar andere Stationen, aber die Arbeit dort war mehr oder weniger dieselbe. Wir wären eben hingelaufen, anstatt zu fahren. Man entfernt sich nicht so weit, versucht aber trotzdem, möglichst viele Stationen zu schaffen, bleibt genau so lange draußen und macht aus allem das Beste.

    Jones: Sie wären mit weniger Ausrüstung unterwegs gewesen. Vermutlich hätten Sie auf einige Werkzeuge verzichten müssen.

    Scott: Gewiss. Aber das hatten wir alles schon vor dem Flug ausgearbeitet und in die Checklisten geschrieben. Tatsächlich konnten wir eine EVANASAEVAExtravehicular Activity von jedem Punkt aus zu Fuß fortsetzen. Falls das Fahrzeug ausfiel, waren wir flexibel genug, um weiterzuarbeiten oder auch direkt wieder zum LMNASALMLunar Module zu laufen.

    Jones: Ich denke, über die Streckenführung zu Fuß hat man sich bei Ihnen ausführlicher Gedanken gemacht als bei Apollo 16 und Apollo 17. Aufgrund Ihrer Erfahrung konnte bei diesen Missionen schon eher vorausgesetzt werden, dass ein funktionierendes Fahrzeug zur Verfügung steht.

    Scott: Natürlich haben wir uns damit intensiv auseinandergesetzt. Wie Sie sagten, das Fahrzeug hätte möglicherweise nicht ausgeladen und auseinandergeklappt werden können. Oder es hätte nicht funktioniert. Dafür gab es die passenden Ausweichpläne.

    Nach dem Lesen des Entwurfs zu diesem Journal fügte Dave Scott hinzu: Bei unserer Planung für die Mission mussten wir auch einkalkulieren, dass Felsbrocken im Weg liegen und wir nicht die ganze Strecke fahren können – vielleicht sogar überhaupt nicht!

    Hier wechseln wir zu meinem Gespräch, das ich mit Jim Irwin führte.

    Jones: Dave und Sie waren erst für eine Mission ohne Fahrzeug vorgesehen, mit einem Handwagen (METNASAMETModular(ized) Equipment Transporter) …

    Irwin: Dann wurden die zwei Letzten gestrichen und man wollte, dass wir bereits das Fahrzeug mitnehmen und so lange wie möglich bleiben, um die wissenschaftliche Ausbeute zu maximieren.

    Jones: War das Fahrzeug zum Zeitpunkt dieser Entscheidung noch in der Entwicklungsphase? Sind Sie und Dave als Erste mit dem Prototyp gefahren?

    Irwin: Mit dem echten Fahrzeug sind wir auf der Erde nie richtig gefahren. Das ging nicht. Es wäre zusammengebrochen, wenn wir uns reingesetzt hätten. Charlie Duke hatte die Aufgabe, an der Entwicklung des Fahrzeugs mitzuarbeiten.

    Jones: Weil er und John Young ursprünglich das erste Fahrzeug bekommen sollten.

    Irwin: Ja. Darum war er der Astronaut, der diesen Prozess im Auge behielt. Charlie verbrachte mehr Zeit bei Boeing – wo es gebaut und gestestet wurde – als irgendjemand sonst.

    Jones: Auf Bildern ist zu sehen, wie Sie und Dave im Fahrzeug sitzen und am Rand der Rio Grande Gorge bei Taos, New Mexico, entlangfahren. (Z. B. 71-H-646, aufgenommen während einer Feldexkursion vom .)

    Irwin: Das war eine 1g-Trainingsversion. Aber ich glaube, die wurde von den Leuten in Flagstaff (Arizona) gebaut.

    Jones: Nicht von Boeing?

    Irwin: Nein. Es ist so ein Rube-Goldberg-Strandbuggy gewesen. Wir trainierten mit einem simplen Strandbuggy.

    Der GroverNASAGroverGeologic Rover wurde vom USGSNASAUSGSUnited States Geological Survey-Zentrum für Astrogeologie in Flagstaff, Arizona, gebaut. (Quelle: Anthony Young, Lunar and Planetary Rovers: The Wheels of Apollo and the Quest for Mars)

    Jones: Hat Ihnen der Ausflug zum Rio Grande etwas gebracht? Ich meine, bei all dem Gestrüpp, das dort …

    Irwin: Doch, ja. Wie sich herausstellte, hat die Hadley‑Rille vergleichbare Eigenschaften. Sie ist ähnlich tief und fast genau so breit. Nur die Ränder fallen weniger steil ab. Diese Exkursion brachte durchaus etwas. Manchmal fuhren wir auch das Trainingsfahrzeug in Houston. Ebenso auf einem Trainingsgelände im Kennedy Raumflugzentrum (KSCNASAKSCKennedy Space Center).

    Jones: Hatte das Fahrzeug eine straffere Federung?

    Irwin: Die Konstruktion insgesamt ist stabiler gewesen. Das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle war so leicht gebaut, es wäre sofort zusammengebrochen.

    Jones: Ich würde vermuten, das Trainingsfahrzeug unterschied sich deutlich, was die Pendelbewegungen auf und ab in Längsrichtung betrifft. Das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle auf dem Mond zu steuern muss etwas völlig anderes gewesen sein.

    Nach dem Lesen des Entwurfs zu diesem Journal fügte Dave Scott hinzu: Zweck der Fahrzeuge für das geologische Training auf der Erde war es, damit Werkzeuge, Ausrüstung und Verfahrensweisen zu testen. Es ging nie darum, das Fahrverhalten des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle auf dem Mond zu simulieren – ähnlich wie die PLSSNASAPLSSPortable Life Support System-Attrappen, die wir bei den Feldexkursionen trugen.

    Irwin: Die Schwerkraftbedingungen auf dem Mond ließen sich ganz gut mit der Pogo-Anlage in Houston simulieren. Tatsächlich konnte man auch ein kleines Fahrzeug darin aufhängen, 5/6 der Erdschwerkraft wurden kompensiert und es verhielt sich fast wie auf dem Mond bei nur 1/6 g. Dann fuhren wir die 1-g-Version auf einer Bahn. Alles hing an der ehemaligen Zentrifuge und wir fuhren über eine nachgebildete Mondoberfläche, um ein Gefühl für die springenden Bewegungen beim Fahren zu bekommen. Diese Simulation mit dem Fahrzeug ist nicht schlecht gewesen, aber wir nutzten die Aufhängung auch, um darin zu laufen. Der Pogo-Simulator war eine große Aufhängung mit Geschirr, in das man samt Raumanzug eingehängt wurde. Es kompensierte 5/6 des eigenen Gewichts und man trainierte die Sprünge. Neben der ausgedienten Zentrifuge gab es auch noch dieses Gestell auf einem Lastwagen, an das man gehängt werden konnte. So trainierten wir für die Arbeit auf dem Mond.

  428. Scott: Hey, Jim, du kannst mir bestimmt sagen, ob die Lenkung hinten funktioniert.

  429. Irwin: Ja, die Lenkung hinten funktioniert.

  430. Scott: Okay.

  431. Allen: Werden für …

  432. Scott: Dafür lenken die Vorderräder nicht.

  433. Allen: … BAT 2NASABATBattery Ampere angezeigt, Dave?

  434. Scott: (noch während Joe spricht) Joe, bist du sicher, was die Batterie (BAT 2NASABATBattery) betrifft? (antwortet Joe) Negativ. Dafür lenken die Vorderräder nicht, Joe.

  435. Irwin: Nur die Hinterräder lenken, Dave.

  436. Scott: Ja. (lange Pause)

  437. Dave kommt von rechts ins Bild, wobei er mehr oder weniger parallel zur Bildebene fährt. Für eine Wagenlänge (122 Zoll bzw. 3,1 Meter) benötigt er , was einer Geschwindigkeit von 3 km/h entspricht. Während der Exkursionen wird er im ebenen Gelände eine Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h erreichen.

    Videodatei (, MPG-Format, 25,7 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  438. Allen: Und, Dave, solange du fährst, wir möchten die vordere Lenkung auf Bus C, Bus Charlie.

  439. Scott: Okay. Lenkung: vorn auf Bus Charlie. (LRV-Paneel) (Pause) vorn immer noch keine Lenkung, Joe.

  440. Allen: Verstanden.

  441. Scott: Okay. Sonst noch Vorschläge? (Pause)

  442. Jim kommt von rechts ins Bild, als er hinter Dave herläuft. Für eine Wagenlänge (3,1 m) braucht er . Ab und zu versucht er schon vorsichtig einige Sprünge, die Bewegungen sind aber noch lange nicht so flüssig und sicher, wie man es später sehen wird. Sein Tempo hier liegt bei 1,27 km/h. Mehrere Astronauten der J-Missionen erreichten durchaus 5 bis 6 km/h über Distanzen von etlichen zehn Metern.

    Technische Nachbesprechung am

    Irwin:Ich wollte filmen, wie du hinten um das LMNASALMLunar Module herumgefahren bist. Als wir uns dann vor dem LMNASALMLunar Module (am MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly) trafen, sah ich mir das Magazin an und stellte fest, dass offensichtlich kein Film transportiert wurde. Es war der erste Hinweis auf die kommenden Probleme mit der Filmkamera (LDACNASALDACLunar Surface Data Acquisition Camera). … Von allen Magazinen, die wir auf der Mondoberfläche eingesetzt haben, funktionierte nur eins. Ich weiß nicht, woran es gelegen hat. Vielleicht war der Film nicht richtig eingelegt. Beim Packen des ETBNASAETBEquipment Transfer Bag kontrollierten wir die Magazine und man spürte großen Widerstand. Die Filme ließen sich im Gehäuse nur schwer manuell vorwärts bewegen. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

    Aus dem Missionsbericht zu Apollo 15 (Apollo 15 Mission Report), Abschnitt 14.5.3 Filmstau in Magazinen der 16mm-Filmkamera für die Mondoberfläche (LDACNASALDACLunar Surface Data Acquisition Camera):

    In mehreren Magazinen der 16mm-Filmkamera für die Mondoberfläche (LDACNASALDACLunar Surface Data Acquisition Camera) kam es zum Filmstau. Insgesamt wurden 8 Magazine mitgenommen, bei 5 Magazinen staute sich der Film und 2 Magazine blieben unbenutzt. Nur 1 Magazin ist fehlerfrei bis zum Ende belichtet worden. Die Untersuchung der zurückgebrachten Magazine ergab zwei Ursachen.

    1. Das zuerst verwendete Magazin wies Beschädigungen an der Zahnwelle sowie Kratzer an der Stirnseite auf, was nahelegt, dass es unsachgemäß in die Kamera eingesetzt wurde. Wenn die kurze Messingzahnwelle des Magazins beim Einsetzen nicht genau auf die Zähne am Antriebsrädchen der Kamera ausgerichtet ist, werden Metallspäne abgetragen. Im Betrieb zieht die Transportklaue (unter dem Objektiv) der Kamera den Film nach jeder Belichtung ein Bild weiter, während eine Transportrolle im Magazin gleichzeitig ein Bild von der unbelichteten Spule abrollt und ein belichtetes Bild zur Aufnahmespule transportiert. Das gewährleistet den kontinuierlichen lockeren Filmdurchlauf. Falls das Zahnrädchen der Kamera die Zahnwelle der Transportrolle im Magazin nicht dreht, weil beide nicht korrekt ineinandergreifen, zieht die Klaue der Kamera den unbelichteten Film weiter und schiebt ihn vor die Rolle, ohne dass die Spule abgewickelt wird. Das führt zum Stau, wie in Abbildung 14-50 dargestellt. Zwei weitere Magazine hatten ebenfalls beschädigte Zahnwellen. Daher kann bei mindestens 3 Magazinen fehlerhaftes Einsetzen vermutet werden. Auf der Mondoberfläche entstandene Fotos von der Filmkamera zeigen auch zum Schutz der Federstifte aufgeklebte Streifen, die nicht entfernt waren. Dadurch wurde verhindert, dass die Stifte einrasten, was vermutlich zum Verkanten des Magazins beitrug.
    2. Als man zwischen den EVAsNASAEVAExtravehicular Activity die Probleme zu lösen versuchte, wurden die Filme in allen Magazinen manuell weiterbewegt. Um jeweils 5 bis 21 Bilder bei den Magazinen mit Filmstau. Der lockere Filmteil nach der unbelichteten Spule enthält in der Regel nicht mehr als 3 bis 5 Bilder (Abbildung 14-50). Vor dem Einsetzen des Magazins wird immer geprüft, ob sich genau ein Bild vollständig vor der Belichtungsöffnung befindet. Falls nicht, sollte der Film um höchstens ein Bild vorwärts bewegt werden, bis Öffnung und Bild korrekt ausgerichtet sind. Das übermäßige manuelle Weiterbewegen des Films führte in allen Magazinen dazu, dass der lockere Filmabschnitt sich gespannt (und vor der Transportrolle gestaut) hat.

    Die untersuchten Magazine, Aufnahmen des Funkverkehrs und die Nachbesprechung mit der Mannschaft lassen den Schluss zu, dass die Filmkamera einwandfrei funktionierte und Fehler im Umgang für den Filmstau verantwortlich sind. Als Korrekturmaßnahme wird beim Training der Besatzung auf den Teil des Verfahrens besonders eingegangen und es werden Vorgehensweisen und Lösungen für kritische Situationen erarbeitet. Die aufgeklebten Streifen über den Federstiften bekommen Fähnchen, damit nicht vergessen wird, sie zu entfernen.

    Die Behandlung dieses Problems ist abgeschlossen.

    Nach dem Lesen des Entwurfs erinnerte mich Dave noch einmal daran, dass man Jim und ihn bei angewiesen hat, den Film weiterzubewegen.

    Bei Apollo 16 funktionierte 16mm-Filmkamera (LDACNASALDACLunar Surface Data Acquisition Camera) ohne Probleme und mehrere Magazine wurden belichtet. Der Wert dieser Filme hielt sich allerdings in Grenzen, sodass die Kamera bei Apollo 17 nicht mehr dabei war.

  443. Allen: Bitte den Sicherungsschalter für die vordere Lenkung kurz ziehen und wieder schließen.

  444. Scott: Okay. (lange Pause) Okay, gehe auf Bus Charlie und der Sicherungsschalter wurde geschaltet. (Pause) Keine Lenkung vorn, Joe

  445. Allen: Verstanden, Dave. Macht erst mal weiter.

  446. Scott: Okay. Gute Idee. Hier, Jim, ich fahre dort herum und wir machen weiter.

  447. Irwin: Okay. (lange Pause)

  448. Dave parkt das Fahrzeug entsprechend seiner Checkliste (CDR-5) vor dem MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly. Dass die Lenkung der Vorderräder nicht funktioniert, stellt kein besonderes Problem dar.

    Jones: Haben Sie im Training ausprobiert, wie sich das LRVNASALRVLunar Roving Vehicle nur mit Hinterradlenkung fährt?

    Scott: Sicher. Beide Varianten, nur mit Vorderradlenkung und nur mit Hinterradlenkung. Der Ausfall einer Lenkung wirkte sich nicht großartig aus, wir konnten immer noch gut fahren. Tatsächlich bot diese zweifache Ackermann-Lenkung interessante Möglichkeiten. Keiner von uns beiden ist jemals mit so einer Lenkung gefahren. Es machte richtig Spaß, bei der 1g-Trainingsversion auszuprobieren, wie eng die jeweiligen Wendekreise mit zweifacher oder nur mit einfacher Lenkung sind. Deswegen sagt Joe hier auch gleich: Mach erst mal weiter.

    Jones: Das brachte Sie also nicht aus der Ruhe. Ebenso bei den Rädern, die alle einen eigenen Motor hatten. Wenn einer ausfiel, war es kein großer Verlust.

  449. Scott: Mensch, das wird richtig Spaß machen, mit all den Hügeln und Wellen. (Pause) Okay, kommst du zurecht, wenn ich es hier abstelle?

  450. Irwin: Ja, steht gut.

  451. Scott: Okay, Bremse ist angezogen. Motorstromversorgung: vier (Schalter) auf Aus. Lenkung: (zwei Schalter auf) Aus. (±)15 VDCNASAVDCVolts Direct Current: Aus. (Pause) Okay, Temperaturen sind unverändert, Houston. (LRV-Paneel) (Pause) Jim, sobald du die Bürste ausgepackt hast, will ich dich erst mal abbürsten, damit das Fahrzeug nicht gleich so dreckig wird.

  452. Irwin: Okay. (Pause)

  453. Jim kommt auf dem Weg zum MESANASAMESAModular Equipment Stowage Assembly ins Bild. Er hatte sich dreckig gemacht, als er beim Ausladen des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle auf den Rücken gefallen ist ().

  454. Scott: Also, wenn ich das Gelände hinter uns betrachte, sieht es fast so aus … Na, vielleicht noch 10 Meter zurück und wir wären in Krater Surveyor gelandet. (lange Pause)

  455. Dave ist Kommandant der Ersatzmannschaft von Apollo 12 gewesen. Bei dieser Mission sollte Pete Conrad zu einem größeren Krater fliegen, in dem 31 Monaten zuvor die Sonde Surveyor 3 gelandet war. (Landestelle von Apollo 12) Unmittelbar nach der Landung konnte Pete seine genaue Position noch nicht feststellen. Erst kurz nach dem Aussteigen () sah er, dass die Landefähre direkt am nordwestlichen Rand von Krater Surveyor stand, sowohl minus-Z- als auch minus-Y-Landefuß nicht mehr als 10 Meter vom Abhang in den Krater entfernt. Hier sieht Dave, dass er mit seinem hinteren (minus-Z-)Landefuß in einem kleinen Krater steht, und will sagen, wenn er 10 Meter vor seiner jetzigen Position gelandet wäre, würde das komplette LMNASALMLunar Module im Krater stehen.

    Jim bewegt sich nach links aus dem Bild.